Wechterswinkel

Brasilianische Gitarrenmusik hinter den Klostermauern in Wechterswinkel

Hochkonzentriert bei seiner filigranen Gitarrenkunst: Clemer Andreotti präsentierte brasilianische Gitarrenmusik vom Feinsten.
Hochkonzentriert bei seiner filigranen Gitarrenkunst: Clemer Andreotti präsentierte brasilianische Gitarrenmusik vom Feinsten. Foto: Klaus-Dieter Hahn

Liebhaber südamerikanischer (Gitarren-) Musik machten sich auf den Weg nach Wechterswinkel. Dort gastierte mit Clemer Andreotti  ein Virtuose, der mit seiner "brasilianischen Gitarrenmusik" das Publikum mit auf einen Streifzug durchs Land nahm. Ein Abend im Kloster Wechterswinkel, der wertvolle Einblicke in die Musikkultur Brasiliens gab und gleichzeitig Fernweh weckte.

Seit mehr als drei Jahrzehnten unterrichtet der gebürtige Brasilianer Clemer Andreotti unter anderem Gitarre und Kammermusik an der Würzburger Hochschule für Musik und doziert an verschiedenen Musikinstituten in Europa, in den USA und in Brasilien. Dass er die Konzertgitarre wie wohl nur wenige andere beherrscht, stellte er an diesem Abend im Kreiskulturzentrum eindrucksvoll unter Beweis. Mit Werken zeitgenössischer brasilianischer Komponisten vermittelte er Eindrücke von der Mischung indigener Musik mit der Musik der europäischen Einwanderer und der während der Kolonialherrschaft der Portugiesen dort aus Afrika verschleppten Sklaven.

Das Instrument mit Leben erfüllt

Mucksmäuschenstill ist es im Konzertsaal. Gebannt folgen ihm die Blicke, andächtig lauscht das Publikum. Clemer Andreotti schließt mal kurz die Augen, ein Augenblick der höchsten Konzentration und vertieft sich dann in sein Spiel. Er taucht in die Gefühlswelt der Kompositionen ein und erfüllt das Instrument mit Leben. Weltschmerz, die Sehnsucht nach Glück, Liebe, nach Freiheit, aber auch Melancholie und Fatalismus, Lebensfreude, Glück, Ausgelassenheit und Fröhlichkeit vermitteln seine Interpretationen.

Der Künstler spielt an diesem Abend nicht einfach nur Gitarre. Nein, Clemer Andreotti, kredenzt an diesem Abend  Gitarrenkunst wie ein hochdekorierter Winzer seinen Lieblingswein. Er zelebriert sein "Spiel", entlockt dem Instrument mal weiche, zarte, gefühlsbetonte, mal rhythmische  und temperamentvolle Töne. Er zupft die Saiten an und lässt die entstandenen Töne dann im Raum zu den Ohren der Besucher schweben, wo sie dann ihre ganze Kraft entfalten. Er verzaubert und fasziniert sein Publikum, das hingerissen ist von der großartigen Darbietung.

Andreottis exzellente Spieltechnik ist bei den Werken der Multiinstrumentalisten A. Augusto Sardinha, A. Madureira  und Egberto Gismonti ebenso zu bewundern wie bei "Toccata em Ritmo de Samba Nrn 1. bzw. 2" von Radamés Gnátalli oder bei "Modinha" von Paulo Bellinati. Mit zwei Zugaben bedankt sich Clemer Andreotti am Ende bei seinem Publikum, das ihn mit begeisterten Ovationen feiert.

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