Bad Königshofen

Bürger-Umfrage: Ein Stadtrat sollte nicht einfach gehen

"Da kann man nur den Kopf schütteln": Günter Grell zur Rücktrittswelle im Stadtrat.  Foto: Michael Petzold

Günter Grell mag es so gehen wie vielen aus Bad Königshofen, die sich noch für Kommunalpolitik interessieren. Der Ipthäuser saß gut 30 Jahre im Stadtrat der Badestadt und fragt sich, was los ist im aktuellen Gremium. "So viele wie in dieser Periode, das hat es noch nicht gegeben", sagt Grell auf den aktuellen Rücktritt des Stadtrats Dominique Shah angesprochen. "Da kann man nur den Kopf schütteln". Tatsächlich gaben seit Mai 2014 vier Stadträte ihr Mandat vorzeitig zurück. Ob das ein trauriger Rekord ist, lässt sich auf die Schnelle nicht feststellen, beeindruckend ist die Zahl aber schon. Den Anfang machte Klaus Ebner vom Block Freier Wähler im April 2017. Für ihn rückte dann Shah nach, der jetzt nach zweieinhalb Jahren unter heftigen Vorwürfen gegen Teile des Stadtrats und die Verwaltung  die Segel gestrichen hat.          

Jeder wird schon seinen Grund gehabt haben: Rosemarie Kachel zu den Rücktritten im Stadtrat. Foto: Michael Petzold

Was sagen eigentlich Passanten auf dem Marktplatz dazu. Die spontane und kleine Umfrage am Freitagvormittag kann natürlich nicht den Anspruch erheben, repräsentativ zu sein. Zudem hatten nur wenige der Angesprochenen überhaupt Lust dazu, sich zu diesem Thema zu äußeren. Die einen, weil sie gar nicht recht wussten, um was es geht. Andere wollten dazu gegenüber dieser Redaktion ihre Meinung nicht äußern, weil sie die eben auch nicht in der Zeitung oder dem Internet veröffentlicht sehen wollten. Rosemarie Kachel hatte sich zwar auch nicht intensiv mit der Materie befasst, sagte aber, dass jeder schon seinen Grund gehabt habe, das Amt aufzugeben. Es stehe ja doch jedem frei, sich zu entscheiden.

Immerhin nahm  Karin Götz aus Bad Königshofen kein Blatt vor den Mund. "Schön ist das nicht", sagt die Frau, für die zwischen Mandatsträger und Gremium ein eheähnliches Verhältnis besteht. "In guten wie in schlechten Tagen heißt es doch". Dies sollte auch für die Arbeit im Stadtrat gelten. So habe er (Shah) aber das Amt, das er von der Allgemeinheit erhalten habe, nicht zu Ende ausgeführt und deshalb an Glaubwürdigkeit verloren.

In guten wie in schlechten Zeiten: Das sollte laut Karin Götz auch für Stadträte gelten.  Foto: Michael Petzold

Nur weil es mal schwierig werde, werfe man das nicht hin, meint Karin Götz, für die es natürlich auch nachvollziehbare Gründe gibt, vorzeitig aus dem Stadtrat auszuscheiden. Etwa, wenn es um gesundheitliche, familiäre oder berufliche Gründe gehe, wie sie etwa Herbert Häcker im Herbst 2017 geltend gemacht hatte. Für ihn rückte Ralf Stengel (Aktive Bürger Bad Königshofen) nach.

Verständnis bei gesundheitlichen, familiären oder beruflichen Gründen

Früher machte es der Gesetzgeber auch schwerer, aus solch einem Amt zurückzutreten. Bis 2012 durfte nur entlassen werden, wer gewichtige Gründe vorzubringen hatte. Die ließen sich aber natürlich auch damals schon finden, wenn einer partout nicht mehr wollte. Obwohl heute niemand mehr Gründe nennen muss, nutzt es mancher zu Abrechnung, wie jetzt eben Dominique Shah. Auch der Auber Matthias Fries, der im Dezember 2018 vorzeitig ausgeschieden war, machte aus seinen Gründen keinen Hehl. Fries hatte mangelnden Respekt voreinander im Gremium und das Fehlen eines gewissen Maßes an Toleranz genannt. Ihm folgte Florian Arrighy (Bürgerblock der Stadtteile).   

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