Bad Königshofen

Bürgermeisterwahl in KÖN: Frank Helmerichs erster Auftritt

Beim ersten Infoabend der neuen Wählerinitiative „Team 2020“ drehte sich alles um das Thema „Kommunale Jugendarbeit“. Dabei wurde auch Kritik an einem Schulprojekt laut.
Frank Helmerich (rechts) bewirbt sich um das Bürgermeisteramt in Bad Königshofen. Bernd Endres vom Bayerischen Jugendring führte bei einer ersten Info-Veranstaltung des Team 2020 mit seinem Referat in das Thema „Kommunale Jugendarbeit“ ein. Foto: Alfred Kordwig

Ende Juni hatte er angekündigt, bei den nächsten  Kommunalwahlen im März 2020 für den Posten des Bad Königshöfer Bürgermeisters zu kandidieren. Nun folgte der erste öffentliche Auftritt des Herausforderers von Amtsinhaber Thomas Helbling: Am Freitagabend stellte sich Frank Helmerich im Haus St. Michael im Rahmen eines von der Wählerinitiative „Team 2020“ organisierten Info- und Gesprächsabends vor.

Unter den rund 70 Besuchern waren neben fünf Stadträten auch viele junge Leute, was in der Natur der Sache lag. Denn die erste Veranstaltung der neuen Wählerinitiative im Vorfeld der Kommunalwahlen stand unter dem Thema „Kommunale Jugendarbeit“.

Helmerich: Neues ausprobieren und Spaß am Organisieren

„Ich freue mich, dass so viele Besucher gekommen sind“, sagte Helmerich, bevor er seinen Entschluss, bei der  Bad Königshöfer Bürgermeisterwahl anzutreten, begründete: „Ich liebe diese Stadt und hatte schon immer Spaß daran, neue Dinge auszuprobieren und zu organisieren.“ Mit ausschlaggebend für seine Entscheidung sei auch die Bürgerversammlung im vergangenen Dezember mit ihren verhärteten Fronten gewesen. In der Folge haben er und einige Mitstreiter eine eigene Wählerinitiative, das Team 2020, gegründet. „Denn ich möchte unabhängig sein und mir nichts diktieren lassen“, so der 42-jährige Oberstudienrat. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. 

Sein Team 2020 steht als Ganzes noch nicht fest. Laut Helmerich sei man dabei, eine geeignete Stadtratsliste zusammenzustellen. Zum Organisationsteam gehört unter anderem Andreas Bördlein, ein Lehrer-Kollege von Helmerich. 

Neue Grundschule in der Diskussion

Nach einem Referat von Bernd Endres vom Bayerischen Jugendring, der einen Einblick in das komplexe Thema „kommunale Jugendarbeit gab“, wurde es lebhaft im Saal. Helmerich stellte Sonja Will als Moderatorin vor. In der in „Jetzt-red-i“- Manier geführten Diskussion nahm sich der Bürgermeister-Kandidat zurück; es stand zunächst der geplante Grundschulneubau auf dem Tableau. Dabei stellte sich heraus, dass einige Diskussionsteilnehmer nicht mit der Lösung einverstanden sind, die neue Grundschule an die bestehende Grabfeldschule anzubauen. Während die stellvertretende Grundschulleiterin Monika Hüllmandel von einer Lösung sprach, „die nicht ideal ist“, wurden Stadträtin Susanne Büttner und Elternbeiratsvorsitzende Petra Friedl deutlicher: „Die neue Grundschule hätte Teil eines Gesamtkonzeptes sein müssen“, so Büttner, während Friedl mangelnde Transparenz bei der Planung beklagte. „Wir hätten uns mehr Gehör gewünscht. Und nun soll zu viel Geld für zu viele Kompromisse ausgegeben werden.“

Mehr Geld für Jugendarbeit ausgeben

Weiteres Diskussionsthema war das Jugendzentrum. Die pädagogische Leiterin der VHS, Renate Knaut, berichtete von den laufenden Umbauarbeiten. Das JUZ sei wegen der dort ab Herbst geplanten offenen Ganztagesbetreuung bald nur noch eingeschränkt nutzbar. Auch wie es personell weitergehe,  sei momentan noch unklar. Diesen Ball nahm Bernd Endres vom Bayerischen Jugendring auf, indem er an die Kommunen allgemein appellierte, mehr für die Jugendarbeit zu tun, zum Beispiel durch die Schaffung zusätzlicher Jugendräume oder die Einstellung von geschultem Personal. Auch Stadträtin Angelika Wilimsky vertrat diese Meinung: Im Falle von Bad Königshofen müssten nötigenfalls Gelder im Haushalt umverteilt oder der Landkreis in die Pflicht genommen werden. Der evangelische Pfarrer Lutz Mertten nannte es einen Bildungsauftrag, soziale Kompetenz einzuüben. „Dafür werden geeignete Leute benötigt, die diese Aufgabe auch wahrnehmen können.“

Weiterer Infoabend im Oktober

Das Schlusswort hatte Frank Helmerich. „Der Abend hat mir gezeigt, dass es gemeinsam möglich ist, für Probleme Lösungen zu finden“, so der Bewerber um das Bürgermeisteramt in lockerer Rede. Der gebürtige Bad Königshöfer kündigte für den Oktober einen weiteren Info- und Gesprächsabend an, wobei Zeitpunkt, Ort und Thema noch nicht feststehen. Der Abend selbst verlief in sachlicher und freundschaftlicher Atmosphäre. Und blieb zeitlich wohltuend in dem vom Team  gesetzten Rahmen.

Kommunale Jugendarbeit aus Sicht des Jugendrings Bayern
Bernd Endres vom Bayerischen Jugendring ging im Info- und Gesprächsabend von „Team 2020“ auf verschiedene Aspekte der kommunalen Jugendarbeit ein. Zu den kommunalen Aufgaben gehöre es, die Bedürfnisse der Jugendliche umzusetzen, sei es durch geeignete Räume, kompetente Gesprächspartner oder Beratungsangebote. Ideal sei es, wenn Städte ab etwa 6000 Einwohner mindestens eine Vollzeitstelle für die kommunale Jugendpflege mit eigenem Büro schaffen, das zur Stabsstelle des Bürgermeisters gehört.
Eine gute Jugendarbeit trage dazu bei, dass viele junge Leute nach ihrer Ausbildung wieder in ihre Heimatstadt zurückkehren, weil sie dort als Kind eine schöne Zeit hatten. Eine offene Kinder- und Jugendarbeit sei auch deshalb wichtig, weil der Druck in der Schule immer größer wird.

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