Mellrichstadt

Bürgermeisterwahl in Mellrichstadt: Wer sind die Kandidaten?

Drei Kandidaten bewerben sich um das Bürgermeisteramt in Mellrichstadt. Wer tritt das Erbe von Eberhard Streit an, der 14 Jahre lang die Geschicke der Stadt gelenkt hat?
Die Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt ist der Amtssitz des Bürgermeisters. Wer wird dort künftig die Geschicke der Stadt lenken? Foto: Simone Stock

Spannende Zeiten für Mellrichstadt: Bei der Kommunalwahl räumt nicht nur der langjährige Stadtchef Eberhard Streit seinen Stuhl, sondern auch knapp die Hälfte des 20-köpfigen Stadtratsgremiums. Drei neue Ortssprecher werden zukünftig am Ratstisch ihre Gemeinde vertreten. Rund 4500 Wahlberechtigte sind zum Gang an die Urne aufgerufen. Mellrichstadt mit seinen sechs Stadtteilen Eußenhausen, Mühlfeld, Sondheim/Grabfeld, Roßrieth, Bahra und Frickenhausen zählt knapp 5560 Einwohner und hat in den vergangenen Jahren mit Blick auf Einwohnerzahl, Arbeitsplätze, Bildung, Kultur und Betreuungseinrichtungen seine zentrale Rolle im Streutal gestärkt. 

Wer kandidiert 2020 um das Amt des Bürgermeisters in Mellrichstadt?

Michael Kraus (Freie Wähler): Der 40-jährige Familienvater ist neu auf der Mellrichstädter Politbühne und wirft seinen Hut für die stärkste Fraktion im Stadtrat in den Ring. Der Diplom-Verwaltungswirt arbeitet im gehobenen Dienst für die Deutsche Rentenversicherung und engagiert sich in zahlreichen Vereinen in der Stadt. Der Vater von drei Kindern ist unter anderem Vorsitzender des Imkervereins Mellrichstadt und Jugendtrainer beim TSV. Sein rechtswissenschaftliches Studium sieht Kraus als gute Basis für künftige Aufgaben an der Spitze der Verwaltung an.

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Frank Vetter (CSU): Der 46-Jährige war von 2002 bis 2008 Ortssprecher seiner Heimatgemeinde Sondheim/Grabfeld und zog 2008 in den Stadtrat ein. Seit 2014 übt der Sparkassen-Fachwirt das Amt des dritten Bürgermeisters aus und hat dadurch bereits viele Einblicke in die Angelegenheiten der Stadt bekommen. Vetter ist Vorsitzender des TV Sondheim und Kassier im Förderverein des Martin-Pollich-Gymnasiums. Der Mittvierziger setzt auf seine kommunalpolitische Erfahrung und will die Rolle von Mellrichstadt als aufstrebendes Mittelzentrum in der Region etablieren.

Wolfgang Stahl (SPD): Seit mehr als einer Wahlperiode ist der 55-Jährige bereits Mitglied des Stadtrats, er war 2013 für Walter Graumann nachgerückt. Der Mellrichstädter arbeitet bei der Bundespolizei in Bamberg und engagiert sich in mehreren Vereinen der Stadt, unter anderem beim TSV. Der Vater zweier erwachsener Kinder sieht sich als Teamplayer, der das Zusammenwachsen von Kernstadt und Stadtteilen fördern will. Stahl tritt für die kleinste Fraktion im Stadtrat als Bürgermeisterkandidat an.

Wie ist die Kommunalwahl 2014 in Mellrichstadt ausgegangen? 

2014 trat Bürgermeister Eberhard Streit für die Unabhängigen Wähler Mellrichstadt als Einzelkämpfer im Wahlring an. Mit 98,3 Prozent wurde der heute 62-Jährige im Amt bestätigt, insgesamt hatten rund 51 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der Bürgerversammlung im April 2019 hatte Streit überraschend verkündet, dass er bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr kandidieren wird. Seine Begründung: Am Ende einer dritten Amtszeit wäre er dann knapp 69 Jahre alt, für ihn kein angemessenes Alter mehr für einen Stadtchef.

Der 20-köpfige Stadtrat in Mellrichstadt setzt sich seit 2014 aus drei Fraktionen sowie Vertreter der Bürgerlisten zusammen: Die Freien Wähler haben acht Sitze, die CSU fünf und die SPD zwei. Die Bürgerliste Eußenhausen hat zwei Vertreter im Gremium, die Bürgerlisten Frickenhausen und Mühlfeld stellen jeweils ein Stadtratmitglied. Zudem sind erstmals die Grünen mit einem Sitz im Stadtrat vertreten und bilden eine Fraktionsgemeinschaft mit der CSU. Heuer werden die Grünen allerdings nicht mehr auf der Wahlliste vertreten sein.

Was wollen die Bürgermeisterkandidaten? 

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Simone Stock Foto: Angie Wolf
Die Vorhersage, wie die Bürgermeisterwahl in Mellrichstadt ausgehen wird, gleicht dem berühmten Blick in die Kristallkugel. Mit Frank Vetter und Wolfgang Stahl bewerben sich zwei amtierende Stadtratsmitglieder um das höchste Amt der Stadt, Michael Kraus geht für den Wahlsieger von 2014 an den Start.
Diese Konstellation gab es noch nie in Mellrichstadt: Mit Frank Vetter und Michael Kraus stammen zwei Kandidaten aus dem Stadtteil Sondheim/Grabfeld. Während Vetter dort lebt, ist Michael Kraus mit Familie mittlerweile in Mellrichstadt zu Hause. Kraus und Vetter wurden zudem beide am 11. März 2019 als Bürgermeisterkandidaten der Freien Wählergemeinschaft beziehungsweise CSU nominiert. Wolfgang Stahl warf überraschend im Oktober 2019 als dritter Kandidat seinen Hut in den Ring.
Spannung verspricht am Wahlsonntag zunächst einmal die Frage, ob einer der drei Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht. Ist dies nicht der Fall, werden Michael Kraus und Frank Vetter die größten Chancen für die Stichwahl eingeräumt.
Gerne hätten Main-Post und Rhön- und Streubote mit den drei Bürgermeisterkandidaten in Mellrichstadt ein Wahlforum veranstaltet, wo sie sich und ihre politischen Ziele der Öffentlichkeit hätten präsentieren können. Allerdings hat sich nur Michael Kraus bereit erklärt, sich den Fragen der Wähler zu stellen. Frank Vetter wie auch Wolfgang Stahl lehnten eine Teilnahme an einer Wahlveranstaltung ab. Die beiden Letztgenannten wollten sich ebenfalls nicht am Main-Post-Videoformat "Drei Fragen an die Bürgermeisterkandidaten" beteiligen.

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