Bad Neustadt

Caritas Rhön-Grabfeld: Hinter jeder Zahl steht ein Schicksal

Gut lachen hat Kreiscaritas-Geschäftsführerin Angelika Ochs bei der Präsentation des Jahresberichts. Immerhin wird hier deutlich, wie die Caritas Menschen in Rhön-Grabfeld unterstützen kann.
Gut lachen hat Kreiscaritas-Geschäftsführerin Angelika Ochs bei der Präsentation des Jahresberichts. Immerhin wird hier deutlich, wie die Caritas Menschen in Rhön-Grabfeld unterstützen kann. Foto: Hanns Friedrich

Eindrucksvolle Zahlen präsentierte die Geschäftsführerin der Kreis-Caritas, Angelika Ochs, bei der Vorstellung des Jahresberichts für den Landkreis Rhön-Grabfeld. Die Erziehungsberatung kümmerte sich um 541 Familien. Beraten wurde in persönlichen Gesprächen, per Telefon, Mail oder über das das Onlineportal der Caritas. Ein wichtiger Bereich war auch die Begleitung von Pflegeeltern. Diese leisten einen wichtigen und anspruchsvollen Job: Sie nehmen Kinder auf, die nicht bei ihren Eltern leben können, kümmern sich um deren alltägliche Bedürfnisse und übernehmen Erziehungsverantwortung. "Dies ist meist keine leichte Aufgabe, denn die Kinder stellen die Pflegeeltern oft vor große Herausforderungen." Für dieses Jahr ist eine Weiterführung des Angebotes geplant.

Bildungschancen für Kinder

Weitere Angebote für Kinder und Jugendliche sind "Mutig werden mit Til Tiger", es wendet sich an schüchterne Kindergartenkinder. "Coole Kids" nennt sich ein erlebnispädagogisches Teamtraining für Acht-bis Zwölfjährige. Das Thema Essstörung ist ein weiteres Angebot, aber auch "Kinder und die Trennung der Eltern". Ochs nennt Elternabende zum Thema „Wütend, trotzig, grenzenlos“, den  Elternkurs "Kess erziehen – Pubertät", oder auch die Ehe-, Familien- und Lebensberatung und der Erziehungsberatung.

Die Bildungspartnerschaft ist eine weitere wichtige Einrichtung des Kreiscaritasverbandes. Ziel ist, Kindern im schulischen Bereich zusätzliche Bildungschancen zu ermöglichen. Dabei sollen solche Kinder gefördert werden, die eine normale Begabung besitzen, deren Eltern aber finanziell nicht in der Lage sind, solche Bildungsangebote zu ermöglichen. Pro Schuljahr fallen 36 000 Euro jährlich an. Erfreulich ist das Spendenaufkommen, das im Jahr 2017 bei 29 151 Euro sich einpendelte.

Suchtberatung in Schulen

Die Suchtberatung bietet Informationsvermittlung und Beratung über Hilfsmöglichkeiten, Motivationsarbeit, Therapievermittlung, Nachsorge und leistet Präventionsarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern. Zudem besteht eine enge Zusammenarbeit mit angeschlossenen Selbsthilfegruppen. Insgesamt wurden elf Präventionsveranstaltungen in Schulen im gesamten Landkreis angeboten.

Der Kreiscaritasverband ist auch zuständig für Menschen ohne vorübergehenden Aufenthaltstitel, für deutsche Aussiedler und ihre Familienangehörigen. Ehrenamtliche beraten im Bereich Flucht und Integration. Migranten bekommen Unterstützung im Umgang mit Ämtern und Behörden. 2018 wurden 196 Personen beraten.

Die Leistungen der Sozialstationen

Ein weiterer, wichtiger Bereich sind die drei Caritas-Sozialstationen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Sie haben im vergangenen Jahr 1662 Patienten gepflegt, versorgt und beraten. 922 Mal wurden pflegende Angehörige beraten,  39 090 caritative Leistungen kostenfrei erbracht (zum Beispiel kleine Handreichungen/ Hilfen ohne Berechnung) und insgesamt etwa 22 Mal durch die Fahrten zu den Einsatzorten die Erde umrundet, sagt Angelika Ochs. 313 Pflegeentlastungstage (jeweils etwa zehn bis 20 Teilnehmer) gab es in den Sozialstationen  Bad Neustadt, Bad Königshofen und Bischofsheim. Hinzu kamen zusätzliche Leistungen wie Essen auf Rädern, Hausnotruf, Lieferservice, Servicepakete und weitere Dienstleistungen.

Darüber hinaus gab es Dank- und Gedenkgottesdienste, Verteilung des Laurentiusbrotes, Patientenfeste, Stammtische in der Carl-Fritz-Service-Wohnanlage Mellrichstadt, oder auch das Inklusionscafé "Hand in Hand". Hier betreuen Ehrenamtliche alte, allein stehende Menschen. Zahlreiche weitere Angebote wie Infoveranstaltungen, Fortbildungen und Schulungen für pflegende Angehörige sowie für Ehrenamtliche, Gesprächskreis für Trauernde oder die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alzheimer- und Demenzpatienten kamen hinzu. Im März hat die Seniorentagespflege St. Peter in Bad Königshofen mit 18 Plätzen eröffnet und das Pflegeübungszentrum in Mellrichstadt wurde in Dienst gestellt (wir berichteten). In den drei Sozialstationen arbeiten 171 Mitarbeiterinnen. Sie werden von 42 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen unterstützt.

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