WÜRZBURG/RHÖN-GRABFELD

Caritas ist das schlagende Herz der Kirche

Im Zeichen der Caritas: Ehrenamtlich engagierte Christen aus allen Regionen des Bistums feierten im Kiliansdom Gottesdienst. Foto: Sebastian Schoknecht

Mehr als 1000 ehrenamtlich engagierte Frauen und Männer aus allen Regionen des Bistums feierten im Jahr der Barmherzigkeit mit ihrem Bischof im Würzburger Kiliansdom Gottesdienst. Die Kiliani-Woche ist in diesem Jahr überschrieben mit dem Psalmvers: „Das Erbarmen des Herrn will ich ewig preisen.“

Aus Schweinfurt, Aschaffenburg und Bad Neustadt, vom Untermain, aus dem Spessart, den Haßbergen und der Rhön haben sie sich auf den Weg nach Würzburg gemacht, um mit Bischof Friedhelm Gottesdienst zu feiern, das Erbarmen Gottes zu preisen und sich für den weiteren Dienst am Nächsten zu stärken.

Sie engagieren sich in ihren Pfarreien ehrenamtlich als Sammler, in Nachbarschaftshilfen und Besuchsdiensten oder in den Vorständen von zahlreichen Caritas- und Kitavereinen.

„Die Caritas ist das schlagende Herz der Kirche“, begrüßte Bischof Friedhelm die Wallfahrerinnen und Wallfahrer im Dom und würdigte den Einsatz der ehrenamtlich und beruflich Engagierten.

„Die Vernetzung von Pastoral und Caritas ist mir ein Herzenzanliegen“, sagte Bischof Friedhelm in seiner eindrucksvollen Predigt und unterstrich, dass die Zukunft der Kirche nur gelingen könne, wenn die Lebensbotschaft Jesu in Wort und Tat vor den Menschen bezeugt würde. „Die Menschen müssen spüren, dass Gott ihnen nahe ist“, sagte Bischof Friedhelm. Dies zu leben sei Aufgabe aller Christen. Der Bischof dankte den engagierten Frauen und Männern: „Ich denke dabei an die vielen Dienste, die in unseren Pfarreien lebendig sind wie zum Beispiel die Nachbarschaftshilfe, die Krankenhaus- wie auch die Altenheimbesuchsdienste. Ich denke dabei an die Menschen, die mit großem Engagement dazu beitragen, dass wir flächendeckend in der ganzen Diözese das Angebot an kirchlichen Kindertagesstätten aufrechterhalten können.

Ebenso ermöglichen wir die ambulante Krankenpflege mit unseren Sozialstationen gerade auch in den Regionen, wo keine anderen Pflegedienste unterwegs sind, weil es nichts zu verdienen gibt.“ Besonderen Dank sprach der Bischof auch den zahlreichen und oft langjährigen Caritas-Sammlerinnen und -Sammlern aus. Hier gehe es, so der Bischof, um mehr als Spenden, denn gerade ältere Menschen freuten sich über den Besuch und ein gutes Gespräch.

Auch die Arbeit für und mit Flüchtlingen war Thema der Predigt. „Sie wissen, wie viel wir in der Diözese Würzburg unternehmen, um wirkungsvoll zu helfen. Als Kirche stellen wir gemeinsam mit vielen Pfarreien nicht nur Unterbringungsmöglichkeiten und Wohnungen zur Verfügung. Allein im Bereich der Caritas wurden dafür etwa 60 Stellen geschaffen.

Dazu kommen noch die eigens dafür eingerichteten Angebote bei Don Bosco, beim Sozialdienst Katholischer Frauen, beim Malteser Hilfsdienst, bei Kolping und anderen Verbänden. Wir organisieren Sprachkurse, helfen bei der Berufsvorbereitung und begleiten die Ehrenamtlichen. Dafür stellen wir – wie die ganze Kirche in Deutschland – große Summen Geldes zur Verfügung.“

Auch in den Fürbitten wurde besonders derer gedacht, die durch Krieg, Terror und Gewalt gezwungen würden, ihre Heimat zu verlassen. Politiker trügen Verantwortung für das friedliche Miteinander der Völker; Schuldige seien angewiesen auf Barmherzigkeit, so die Bitten der Gemeinde im vollen Gotteshaus.

Sieben Rosen, von ehrenamtlichen Mitarbeitern an den Altar gebracht, symbolisierten die Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die sich dort zeigt, wo Menschen sich einander wohlwollend und wertschätzend zuwenden.

Vorbereitet und gestaltet wurde der festliche Gottesdienst gemeinsam von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Caritas; musikalisch umrahmt durch Domorganist Stefan Schmidt und den Caritas-Chor unter Leitung von Angela M. Lixfeld.

„Schön, den Dom einmal so voll zu erleben“, sagte eine Caritas-Wallfahrerin aus Miltenberg und lobte besonders den kräftigen Gesang im Gotteshaus. „Ich erlebe bei dieser Wallfahrt immer wieder, dass ich Teil einer großen Gemeinschaft engagierter Leute bin“, freute sich ein älterer Herr aus Kitzingen, der nach eigenen Angaben seit vielen Jahrzehnten als Sammler in seiner Pfarrei unterwegs ist. Nach dem Gottesdienst bot der Kiliansplatz bei sommerlicher Witterung Raum zur Begegnung und zur leiblichen Stärkung. Viele nutzten die Gelegenheit, um mit Bischof Friedhelm, Domkapitular Clemens Bieber und den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus allen Fachbereichen der Caritas ins Gespräch zu kommen und sich mit vielen Ehrenamtlichen aus den Regionen auszutauschen. Für Bischof Friedhelm war es die letzte Wallfahrt der Ehrenamtlichen. Zur nächsten, im Sommer 2018, wird das Bistum bereits ein neues Oberhaupt haben.

„Aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld waren drei Busse mit 124 Ehrenamtlichen nach Würzburg gekommen. Frauen und Männer von Kleider- und Möbelmarkt waren vertreten, wie auch Ehrenamtliche der Nachbarschaftshilfen, der Besuchsdienste, der Caritasvereine und Helferkreise, Caritassammlerinnen und -sammler und viele andere, die sich für die Belange der Caritas und für Menschen in Not einsetzen. Sie genossen die feierliche Atmosphäre im Dom und nutzten später auf dem Domplatz, die Gelegenheit sich auszutauschen und gesellig beisammen zu sein“, so Caritasgeschäftsführerin Angelika Ochs und Elke Storch vom Fachdienst Gemeindecaritas.

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