SAMBACHSHOF

China nicht aus den Augen lassen

Lehrreich: Dicht gepackt waren die Infors, die Günter Schucher, Hamburg, (links.) und Tak-Hong Yuen, Ma.A., Bochum, (re.) an die Hörer des politischen Bildungseminars im vhs-Bildungszentrum Sambachshof weitergaben. Leiter des Zentrums, Ulrich Rümenapp, (Mitte) zeigt auf der Karte auf das Land, um das es ging: China.
Lehrreich: Dicht gepackt waren die Infors, die Günter Schucher, Hamburg, (links.) und Tak-Hong Yuen, Ma.A., Bochum, (re.) an die Hörer des politischen Bildungseminars im vhs-Bildungszentrum Sambachshof weitergaben. Leiter des Zentrums, Ulrich Rümenapp, (Mitte) zeigt auf der Karte auf das Land, um das es ging: China. Foto: Gruppe-May

Beinah täglich berichten die Medien über China, wobei der Leser oder Hörer etwas über die Wirtschaftskraft dieses Landes erfährt. Was ist in den letzten zwei Jahrzehnten geschehen, dass China so präsent ist im Weltgeschehen? Dieser Frage ging das Sonderseminar „Chinesische Wirtschaft- und Sozialpolitik im Zeichen der Globalisierung“ im vhs-Bildungszentrum Sambachshof nach.

Aus fünf Bundesländern kamen die Teilnehmer zum Sambachshof, um sich zu informieren. Zwei hervorragende Dozenten referierten von Freitagabend bis Sonntag Mittag über diese komplexen Themen: Tak-Hong Yuen, M.A., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für die Wirtschaft Ostasiens an der Ruhr-Universität Bochum und Günter Schucher ist Sinologe und Sozialwissenschaftler im GIGA Institut für Asienstudien.

Bis zum Beitritt zur WTO im Jahr 2001 hatte China viele Reformen nötig. Tak-Hong Yuen konnte an Hand von Grafiken die großen Unterschiede zwischen westlichen und chinesischen Weltanschauungen verdeutlichen. In China entstanden fünf Sonderwirtschaftszonen, in denen die staatlichen Unternehmen einen Sonderstatus und steuerliche Vorteile nutzen können. 1992 begannen auch ausländische Direktinvestitionen. Rund dreißig große Unternehmen sind es in China, die bis zu 70 Prozent des BIP erwirtschaften. Mit dem Beitritt zur WTO wurde das Land gezwungen, marktwirtschaftlich zu agieren. Allerdings wird der Finanzsektor immer noch geregelt, es fehlen die Standards, nach denen er international bewertet werden kann.

Günther Schucher war es dann, der über diese Kehrseite des Wirtschaftswunders in China referierte. Zunächst nannte er die „Fünf Balancen“ der Partei: Stadt und Land, West- und Ostchina, Wirtschaft und Natur, Wirtschaftswachstum und soziale Stabilität, Binnenentwicklung und Außenwirtschaft. Die Ein-Kind-Politik hat dazu geführt, dass 2050 auf einen Rentner 1,3 Arbeiter kommen werden.

Die landwirtschaftlich geprägten westlichen Provinzen in China haben aus den technisch entwickelten Ostprovinzen viele Transferleistungen erhalten, die Bauern sind zu 95 Prozent krankenversichert. Die Arbeitslosenquote liegt in der Stadt (ohne Migranten) bei drei bis vier Prozent, real werden sie aber auf 13 bis 14 Prozent geschätzt, trotzdem beklagt die Ostküste Arbeitskräftemangel.

Ein Drittel der Flüsse in China ist verschmutzt und die Hälfte des Grundwassers in den Städten nicht trinkbar, Die KP Chinas unterlag inzwischen auch einem Wandel – es ist jetzt die fünfte Generation an der Macht und jede ist schwächer geworden.

Fazit: Es war ein sehr großer, bedeutender Wandel, den dieses Land im fernen Osten mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern vollzogen hat und wie Seminarleiter Ulrich Rümenapp als Fazit zog: „Wir werden China nicht aus den Augen lassen können.“

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