Hendungen

Chronik bietet einen spannenden Weg durch die Hendunger Geschichte

Das Werk ist vollbracht. Zahlreiche Mitstreiter hatte Reinhold Albert (von links), als er seine Chronik von Hendungen erstellte und jetzt gemeinsam mit stellvertretendem Landrat Josef Demar, Bürgermeister Florian Liening-Ewert, stellvertretendem Bürgermeister Alfred Kaiser, German Schüler und Matthias Seifert vorstellte. Foto: Eckhard Heise

Nach 36 Jahren hat die alte Chronik von Hendungen quasi ihre Gültigkeit verloren. Kreisheimatpfleger Reinhold Albert hatte sich an die Arbeit gemacht und mit Hilfe zahlreicher Bürger die Geschichte der Gemeinde aktualisiert. Im Vereinsheim der Kleintierzüchter stellte er das 384 Seiten umfassende Werk vor.

Viel Freude habe ihm die Arbeit bereitet, erklärte der Autor im Beisein zahlreicher Mitstreiter und Ehrengäste. Das habe einerseits daran gelegen, dass er selbst verwandtschaftliche Beziehungen zu Hendungen besitze und andererseits das Dorf eine "spannende Geschichte" aufweise, wie er auf dem Titelblatt des Buches auch extra vermerkt hatte. Für dieses Attribut gebe es mehrere Belege.

Ältestes christliches Fundstück stammt aus Rappershausen

So besitzt Hendungen auf der Denkmalliste im Vergleich mit ähnlich großen Ortschaften die meisten Einträge im Landkreis. Ein Blick entlang der Hauptstraße mit den vielen Fachwerkhäusern spreche eine deutliche Sprache. Darüber hinaus gebe es eine ganze Reihe bemerkenswerter historischer Ereignisse oder Befunde, setzte Albert zu einem kurzen Streifzug in die Vergangenheit an.

Erste Besiedlungen gehen auf die Jungsteinzeit zurück und die erste urkundliche Erwähnung auf das achte Jahrhundert nach Christi. Aus dieser Epoche stammt auch eine bei Rappershausen gefundene Engelfibel, das älteste christliche Fundstück im Landkreis.

Hendungen war 30 Jahre lang evangelisch

Dank "unglaublich vieler" historischer Urkunden konnte er sich ein gutes Bild über die Entwicklung des Dorfes machen, fuhr Albert fort. Beispielsweise hatte Hendungen schon 1536 eine Wasserleitung, die bis 1910 in Betrieb gewesen ist. Etwa 30 Jahre war das Dorf einmal protestantisch gewesen, bis Julius Echter sich die Ansiedlung wieder einverleibte. Aus dem Jahre 1567 – der Zeit, als das Dorf dem Geschlecht der Henneberger gehörte - stammt das älteste Haus, die heutige Metzgerei Bach.

Etwa die Hälfte des Buches widmet Albert der chronologisch aufgeführten Geschichte des Dorfes. Weitere Kapitel befassen sich mit Kirche und Schule, volkstümlichen Bewandtnisse, Sagen und Erzählungen sowie dem Vereinsleben.

Ein Gemeinschaftswerk und Zeugnis für nachfolgende Generationen

Erleichtert worden sei die Recherche durch zahlreiche Mitstreiter im Dorf. Ohne einige "Quellen" wäre das Buch nie zustande gekommen, betonte Albert. Auch die Sammlung historischer Aufnahmen – von denen eine Fülle zu sehen sind - gehe auf die Unterstützung mehrerer Einwohner zurück. Besonders erwähnte er dabei German Schüler sowie Matthias Seifert und den inzwischen verstorbenen Raimund Eckert.

Stellvertretender Landrat Josef Demar betrachtete daher das Buch auch als ein Gemeinschaftswerk und Ergebnis einer funktionierenden Bürgerschaft, während Bürgermeister Florian Liening-Ewert die Chronik vor allem als ein Zeugnis für kommende Generationen einordnet. Das Buch, das in 1000 Exemplaren gedruckt worden ist, wird erstmals am Samstag, 7. Dezember, beim Weihnachtsleuchten verkauft.    

        

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