IRMELSHAUSEN

Das Grabfeld touristisch besser vermarkten

Lieber Bindeglied als abgehängt: Das Grabfeld zwischen Haßbergen und Rhön sollte auch von den Tourismusverbänden stärker beworben werden, vor allem im Bereich Radtourismus wird ein weiterer Aufschwung erwartet, sagt Allianzsprecher Jürgen Heusinger (Zweiter von rechts). Foto: Regina Vossenkaul

Schwerpunkt der Sitzung der Lenkungsgruppe der Grabfeld-Allianz war diesmal die touristische Entwicklung des Grabfelds. Dazu begrüßte Allianzsprecher Jürgen Heusinger als Gäste Susanne Volkheimer vom Tourismus-Verein Haßberge und Hannah Wilm von der Rhön GmbH.

Wie Heusinger zusammenfasste, hat die Allianz sich bisher selbst innerhalb des Bereichs „Öffentlichkeitsarbeit“ und mit Unterstützung des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE) um die Bewerbung des Grabfelds gekümmert. Es wurden Rad- und Wanderkarten sowie Highlight-Karten herausgegeben, in Zusammenarbeit mit dem benachbarten thüringischen Grabfeld. Das Grabfeld sei hin- und hergerissen zwischen den Tourismusverbänden Haßberge und Rhön. Nun solle ausgelotet werden, welche Schnittpunkte es gibt und wie weit die beiden Verbände die Grabfeld-Allianz unterstützen können.

Übernachtungen

Volkheimer ging zunächst auf die Übernachtungs-Statistik vom ersten Halbjahr 2018 ein, sie zeigt besonders für Sulzfeld einen Anstieg von 5,2 Prozent (insgesamt 15 406 Übernachtungen) und in Bad Königshofen um 1,4 Prozent (88 598 Übernachtungen), obwohl die Statistik nur Gastgeber ab zehn Betten erfasst. Im Bereich Naturpark Haßberge gab es im ersten Halbjahr 2018 insgesamt 197 764 Übernachtungen. Bad Königshofens Kurdirektor Werner Angermüller gab zu bedenken, dass baustellenbedingt weniger Gäste anwesend waren und viele Kleinvermieter nicht erfasst sind.

Angesprochen wurde die Online-Buchbarkeit, die besonders von Handwerksbetrieben gern genutzt wird. Emil Sebald monierte, es sei unverständlich angesichts der Zahlen, dass das Grabfeld mehr als die Hälfte der Übernachtungen im Naturpark Haßberge stelle, aber auf den Karten der beiden Tourismusverbände nicht vorhanden sei.

Gastronomiesterben

Was kann die Region bieten? Mit Ruhe, Wandern, Radfahren, Kunst, Kultur und Seen könne man werben, sagte Volkheimer, wobei sie auf bereits vorhandene Produkte wie „Burgenwinkel“, Radfahren und Mountainbiken und „romantisch Feiern“ zurückgreifen will. Die Themen „erlebbares Mittelalter“, „Kelten“ und „Genüsse aus der Region“ könnten vertieft werden. Sorgen bereitet das massive Gastronomiesterben, denn wer unterwegs ist, kehrt auch gern mal ein. Allerdings sei ein Picknick auch schön, so Volkheimer.

Hannah Wilm erläuterte die Marketingstrategie der Rhön GmbH wie „Wandern mit Weitblick“, Gesundheit, Abenteuer, Feste und Vermarktung von regionalen Produkten. Kurdirektor Angermüller bedankte sich bei der Allianz, die durch ihre Karten, die von den Gästen gern angenommen werden, sehr hilfreich sei. Er regte an, zwei Premiumwege auszuweisen und alles repräsentabel herzurichten. Man müsse die Hausaufgaben machen und dann die Produkte gemeinsam bewerben.

Arbeitskreis Tourismus

Heusinger berichtete aus Sulzfeld, wo der Bierwanderweg und ein Sommerprogramm aufgestellt wurden, viele Zimmerangebote seien dadurch erst entstanden. Ursula Schneider von der Stabsstelle Kreisentwicklung des Landratsamts erinnerte an das Leader-Projekt „Mountainbike“, das weitere Fahrradfahrer in die Region bringen werde. Am Ende der Diskussion einigte sich das Gremium auf die Bildung eines Arbeitskreises Tourismus, dem sich alle interessierten Gemeindevertreter anschließen können.

Michael Kuhn vom Amt für ländliche Entwicklung bestätigte, dass die Teilnehmer am Förderprogramm „Innen statt außen“ nicht zwangsläufig für viele Jahre auf die Ausweisung von Bauplätzen verzichten müssen. Sie sollten nur bei der Antragstellung gleich darauf hinweisen, dass eventuell in den kommenden Jahren Bauplätze benötigt werden. Es müsse nur nachgewiesen werden, dass die Innenentwicklung vorrangig vorangetrieben wird.

Zur Vergabe des Sonderpreises an die Allianz in München (wir berichteten) fahren rund 20 Gemeindevertreter am 15. November mit der Bahn in die Landeshauptstadt, um gemeinsam den Preis entgegen zu nehmen.

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