MELLRICHSTADT

Das Licht geht nicht aus: ÜW Rhön versorgt Flexstrom-Kunden

Strom (Symbolbild) Foto: Martin Gerten/dpa

Wieder einmal geht es auf dem Strommarkt turbulent zu: Diesmal sind die Billigstromanbieter Flexstrom, Optimal Grün und Löwenzahn Energie Opfer der eigenen Marktstrategie und Dumpingpreispolitik geworden, lässt die Überlandwerk Rhön GmbH in einer Pressemitteilung verlauten. Mehr als 500 000 Kunden bundesweit sollen von diesen Pleiten betroffen sein. Nach den Insolvenzen von Tel-Da-Fax im Jahr 2011 und Energen-Süd 2012 mit mehreren Hundert Millionen Euro Schaden werden die Kunden auch dieses Mal Geld verlieren. Der Stromvertrieb des heimischen Energieversorgers Überlandwerk (ÜW) mit Sitz in Mellrichstadt hat nach der Pleite die Belieferung der Kunden im Rhöner Netzgebiet übernommen und sichert eine ununterbrochene Stromversorgung. Und auch die Stadtwerke Bad Neustadt stellen in ihrem Versorgungsgebiet die Stromlieferung sicher. Das Licht geht also nicht aus!

Seit Monaten ist die Flexstrom AG mit ihren Tochterunternehmen, der Löwenzahn Energie und der Optimal Grün, in den Schlagzeilen. Von Verbraucherschutzverbänden wie auch Kunden gab es immer häufiger Beschwerden über die Geschäftspolitik der Unternehmen, etwa Zahlungsschwierigkeiten gegenüber Netzbetreibern, schlechte Kommunikation zu den Kunden oder Nicht-Einhaltung von Preis- und Bonusversprechungen. Nach den Lockangeboten im ersten Jahr gab es saftige Preiserhöhungen. „Unterm Strich springt dann kein Vorteil für die Kunden heraus. Schon gezahltes Geld ist wohl ebenfalls verloren, so wie die vorherigen Pleiten gezeigt haben“, vermeldet das ÜW. Und auch die Werkleiter der Stadtwerke, Andreas Schlagmüller und Ulrich Leber, prangern das Geschäftsmodell und das Gebaren der insolventen Händler an: „Die Preispolitik war eindeutig darauf eingestellt, zunächst mit offensichtlich nicht kostendeckenden Preisen Kunden zu locken, um die Defizite später wieder durch überproportionale Preiserhöhungen auszugleichen. Diese Rechnung ist offensichtlich nicht aufgegangen.“ Die Werkleiter betonen, dass sich kommunale Werke als Dienstleister ihrer Bürger sehen und deshalb mit seriösen Angeboten und einer nachvollziehbaren Preispolitik arbeiten. „Wir werden auch zukünftig daran festhalten, denn es macht für uns keinen Sinn, immer dem günstigsten Anbieter hinterher zu laufen und unser eigenes Geschäft zu gefährden.“

Für die betroffenen Kunden im Landkreis bedeutet dies nun, dass sie von ihrem Grund- und Ersatzversorger, der ÜW Rhön GmbH sowie den Stadtwerken Bad Neustadt, in deren jeweiligem Netzgebiet beliefert werden und der Strom weiterhin fließt.

Das zu 100 Prozent kommunale Überlandwerk Rhön ist ein Stromversorger, dessen Gesellschafter die Gemeinden, Städte und Landkreise in der Rhön sind. Auch die Stadtwerke sind kommunal und werden auch von den Vertretern der Bürger, nämlich dem Bürgermeister und den Stadträten in Bad Neustadt, kontrolliert. „Über das Energiewirtschaftsgesetz ist das ÜW Rhön verpflichtet, die Kunden des insolventen Stromanbieters für maximal drei Monate in der Ersatzversorgung zu beliefern“, erklärt Wolfgang Pfeiffer, Leiter des Stromvertriebs, dazu. Und fügt an: „Wir haben von unserem Netzbetrieb gemäß dem gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren alle ehemaligen Kunden der drei Stromhändler genannt bekommen, damit wir sie mit Strom beliefern.“ Die Kunden werden vom ÜW angeschrieben und über die Veränderungen und den Verlust ihres bisherigen Stromhändlers informiert.

„Aufgrund der kurzfristigen und nicht planbaren Strombelieferung von Kunden in der Ersatzversorgung müssen diese mit einem höheren Preis als unsere Kunden mit Sonderpreisregelungen rechnen“, so Pfeiffer. Und fügt an: „Natürlich können die ehemaligen Kunden der drei Stromhändler auch wieder einen Vertrag mit dem Überlandwerk abschließen.“ Beratung gibt es bei den Mitarbeitern in den Bezirksstellen vor Ort und im Kundenservice in Mellrichstadt.

Die Pleite der drei Stromversorger wundert Pfeiffer nicht: „Wir haben schon seit einiger Zeit auf die Pleite gewartet. Mit dieser Preispolitik konnte das nicht gut gehen.“ Die ÜW-Strategen wollen nun die ersatzversorgten Kunden von der Leistungsfähigkeit ihres Unternehmens überzeugen. „Wir sind ein langfristig sicherer und zuverlässiger Partner mit marktgerechten und reellen Preisen. Dahinter stehen auch unsere 61 kommunalen Gesellschafter in der Rhön“, versichert Pfeiffer.

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