BAD NEUSTADT

Das Stahlskelett greift in den Himmel

Schwindelfrei müssen die Arbeiter für das Kunert-Hochregallager sein. Foto: Hubert Herbert

Wer in Bad Neustadt stadtauswärts Richtung Mellrichstadt fährt, dem fällt auf, dass sich an der Baustelle der Firma Kunert an der BayWa-Kreuzung gerade richtig was tut. Dort wachsen seit einiger Zeit Metallstreben in den Himmel. Die große Brandschutzmauer steht. Die Hälfte der künftigen Versandhalle ist ebenfalls schon fertig. Jetzt geht es an den Bau des Hochregallagers.

Das entsteht in Stahlskelettbauweise, wie Gerhard Bott erklärt. Er ist als Projektleiter bei Kunert für das Bauprojekt zuständig. Wer sich bis jetzt nicht vorstellen konnte, wie hoch das neue Lager tastsächlich wird, der kann es jetzt. Denn nach Auskunft von Bott haben die Metallträger schon die vorgesehene Höhe erreicht. Für die endgültige Höhe fehlt demnach nur noch das Dach. Das macht die ganze Konstruktion aber nur einen bis eineinhalb Meter höher, wie er erklärt. Gut 42 Meter wird das Lager dann hoch sein. Es entsteht auf einer Baufläche von alleine 4000 Quadratmetern und wird nach der Fertigstellung Platz bieten für rund 19 000 Paletten.

Bodenplatte im März gegossen

Bereits im März wurde dafür planmäßig die Bodenplatte gegossen. Ob das klappen würde, war nicht klar, denn der vergangene Winter hatte den Bauablauf etwas verzögert. Vor dem Betonieren der Bodenplatte mussten zunächst rund 400 mit Stahl bewehrte Erdpfähle betoniert werden, um den Untergrund für das Hochregallager tragfähig zu machen. Immerhin besteht das Stahlskelett aus Pfeilern, Trägern und Querstreben, die insgesamt ein Gewicht von 1500 Tonnen haben – oder in einer gängigeren Gewichtseinheit: 1,5 Millionen Kilogramm. Und dazu kommt dann später noch das Gewicht der eingelagerten Waren.

Bereits jetzt, so Bott, ist die Hälfte der Eisenträger auf der Baustelle angeliefert. Strebe für Strebe wächst das Bauwerk, das nach seiner Fertigstellung sicher zu einem Wahrzeichen von Bad Neustadt werden wird, wenn man von Osten in die Stadt fährt. Der Teil des künftigen Hochregallagers, der gerade entsteht, ist nach Auskunft von Bott der Verbandsturm, das wichtigste Teil des künftigen Lagers. Er ist zum Beispiel für die Ausrichtung des Gebäudes wichtig. Deshalb, so Bott, nimmt alleine seine Konstruktion etwa ein Drittel der Aufbauzeit in Anspruch. Ab Anfang bis Mitte nächster Woche wird das Stahlskelett dann anfangen, deutlich in die Breite zu wachsen, kündigt der Projektleiter an.

Schwindelfrei

Während die schweren Eisenelemente per Kran einschweben sind einige Männer in dem Stahlskelett damit beschäftigt die Teile miteinander zu verbinden. Ständig klingt das Geräusch von Hämmern und anderen Werkzeugen von oben herunter, wenn sie die Elemente zusammenfügen. Schwindelfrei muss man dafür sein, und vor allem gut gesichert.

Schwindelfrei müssen auch die Arbeiter sein, die später im Hochregallager arbeiten werden, sagt Bott. Auch wenn da vieles mit Maschinen geschieht, könne es durchaus einmal vorkommen, dass man nach oben klettern muss. Dann wird das Gebäude aber schon seine Außenhülle haben und es wird nicht so luftig zugehen, wie jetzt bei den Monteuren des Bauwerks. Verkleidet wird die Konstruktion mit Sandwichpaneelen, wie sie derzeit schon im unteren Bereich zu sehen sind, erklärt Bott. Sie werden nur etwas heller sein.

Die ersten Paletten

Nach dem jetzigen Stand wird es voraussichtlich im Januar 2019 mit der Inbetriebnahmephase des Hochregallagers losgehen, erklärt der Projektleiter. Die ist dem eigentlichen Betriebsbeginn vorgelagert. Bott geht davon aus, dass es etwa Ende März richtig losgeht mit der Einlagerung der ersten Paletten.

Für den Bau des neuen Logistikzentrums mit dem Hochregallager, der neuen Versandhalle und der Erweiterung der Produktion nimmt die Geschäftsführung von Kunert einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand. Es ist die größte Investition des Unternehmens in seiner über 60-jährigen Geschichte in Bad Neustadt und eines der großen Bauprojekte, die derzeit Bad Neustadt prägen. So baut zum Beispiel in unmittelbarer Nähe an der BayWa-Kreuzung gerade auch die Firma Jopp.

Standort gestärkt

Erst im Oktober war offiziell erster Spatenstich für das neue Kunert-Logistikzentrum, das eine Gesamtfläche von 15 000 Quadratmetern direkt neben dem derzeitigen Firmengelände umfasst. Für die alte Wellpappenfabrik hatten Walter und Karl Kunert 1956 den ersten Spatenstich getan. Die Erweiterung hatte der Stadtrat bereits bei der Genehmigung der Planung als massives Bekenntnis zum Standort Bad Neustadt gewertet.

Die ersten Teile des Stahlskeletts für das neue Kunert Hochregallager stehen. Foto: Hubert Herbert
Das Gerüst für das Hochlager der Firma Kunert wächst. Foto: Sonja Demmler

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