Bad Neustadt

Das treue Fahrrad und der gelbe Seidenschal

Fuhr mit dem Fahrrad von München nach Bali: Der Radreiseabenteurer Stephan Schreckenbach. Foto: Stephan Schreckenbach

Es war die Erfüllung eines Lebenstraums für Stephan Schreckenbach. Eineinhalb Jahre hatte sich der Technologieentwickler aus München frei genommen, um diesen Lebenstraum zu realisieren. So lange war er mit dem Fahrrad unterwegs nach Südostasien. "Cycling Eurasia" lautete der Titel des fesselnden Vortrags über seine Radreise in der Stadthalle.

Ein Auto besitzt Stephan Schreckenbach nicht. Er will auf gar keines. In seiner Heimat München ist er mit dem Fahrrad unterwegs. Wenn er weiter weg muss, reist er mit der Bahn. Und wenn er noch weiter weg muss, dann nimmt er wieder das Fahrrad. Radreisen hatte Schreckenbach schon immer gerne unternommen. Doch von München bis Bangkok zu fahren, sowas macht man nur einmal im Leben. Der heute 42-Jährige hat sich diesen Traum erfüllt, ist mit vielfältigsten Eindrücken von der Reise zurückgekehrt und lässt sein Publikum in der Stadthalle teilhaben an seinen Erlebnissen.

Kulturschock in Rumänien

Stephan Schreckenbach berichtet vom ersten Kulturschock, als er Rumänien mit seinem Fahrrad erreicht hatte, und plötzlich mehr Pferdefuhrwerke als Autos auf den Straßen unterwegs waren. In der Türkei wird er gastfreundlich vielerorts aufgenommen. Das Zelt auf dem mit zahlreichen Taschen beladenen Fahrrad kann öfters mal unaufgeschlagen bleiben, weil Schreckenbach immer wieder eingeladen wird. Zum Essen, zum Übernachten, zum Feiern. "Das gastfreundlichste Land, durch das ich je gereist bin, war der Iran", sagt er. Dabei war er vor der Durchfahrt gewarnt worden.

Die Gastfreundlichkeit der Iraner wurde nur durch einen Autounfall getrübt, der ihn zur Rückreise nach Deutschland zwecks Rehamaßnahmen zwang. Doch Schreckenbach ließ sich nicht abschrecken, übersprang zahlreiche eigentlich geplante Reiseziele und startete den zweiten Teil seiner Solofahrt in China. Dort war die Gastfreundschaft nicht minder groß, wenn auch die Verständigung schwieriger. Mit einem geschenkten gelben Seidenschal in einer der Packtaschen ging es Richtung Süden, fortan in Begleitung seiner Lebensgefährtin, die einen Teil der Strecke mitfahren wollte. Durch China, Thailand, Kambodscha bis nach Bali ging die Reise. Und damit weit über Bangkok hinaus. Den aufgrund des Unfalls ausgelassenen Reiseteil durch den Himalaya und das westliche China holte Stephan Schreckenbach, dann wieder allein, noch nach und kehrte nach eineinhalb Jahren zurück in seine Heimat. Insgesamt ist er 27 000 Kilometer durch 22 Länder gefahren und hat dabei acht Fahrradreifen verschlissen.

Daheim wartete erneut ein Kulturschock auf den Radreisenden und der Schritt zurück ins Arbeitsleben. In seinen Vorträgen kann Stephan Schreckenbach aber die lange Radtour immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen. Die nächsten langen Ausflüge mit dem Fahrrad sind längst geplant. So lange wie bis nach Südostasien werden sie aber zunächst nicht mehr werden.

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