Oberelsbach

Dem Genuss auf der Spur

Entdecken und schmecken: Die Teilnehmer der "Wanderung durch den Genussort" waren begeistert von der Vielfalt an heimischen Produkten, die es im Markt Oberelsbach zu entdecken und zu schmecken gibt.  Foto: Marc Huter

Ausgesuchte Schmankerl flankieren die Wegstrecke der ersten Genusswanderung im Markt Oberelsbach. Von Honig über Hamburger bis zu Whiskey.

Zahlreiche Direktvermarkter und Landwirte mit überzeugenden Konzepten, eine vielfältige Auswahl an heimischen Produkten in Bio-Qualität und erfolgreiche Gründergeschichten, an deren Anfang stets Mut etwas Neues zu machen stand: Ein Genussort ist mehr als ein Dorf mit einer Gaststätte oder einer Wirtschaft. Genau das kam bei der ersten Genusswanderung unter dem Motto "Dem Genuss auf der Spur – Wanderung durch den Genussort" sehr gut herüber.

"Die Leute wissen oft gar nicht, was es hier vor Ort alles zu entdecken und zu schmecken gibt", erklärt der Geschäftsführer der Umweltbildungsstätte Bernd Fischer. Gemeinsam mit dem Markt Oberelsbach veranstaltete die Umweltbildungsstätte erstmals eine solche Genusswanderung, deren Wegstrecke von ausgesuchten Schmankerln flankiert wurde. "Die Teilnehmer entdecken, dass man das Thema Biosphärenreservat im Markt Oberelsbach wirklich lebt", stellte die Tourismusbeauftragte der Gemeinde, Kathrin Wimmer, fest.

Den Stein des Anstoßes zu solch einer Genusswanderung gab der Gemeinderat in Oberelsbach. Die Einheimischen wüssten gar nicht genau, was hinter der Fassade der Umweltbildungsstätte passiert, sei die Aussage gewesen. So wurde die Genusswanderung als eine von drei Kennlern-Programmen im Jahr 2019 speziell für Einheimische erarbeitet. Mit nur drei Teilnehmern aus dem Gebiet der Gemeinde hat die Veranstaltung dann zwar weniger die Einheimischen angesprochen, die Resonanz insgesamt war jedoch groß. Mit knapp 30 Wanderfreunden und Naturliebhabern, die teilweise von weit her angereist kamen, wurde die Genusswanderung gut angenommen. Jüngster Teilnehmer war der neun Monate alte Alwin Schwarz aus Würzburg, der von seinen Eltern Jörg und Jasmine Schwarz die gesamte Wegstrecke getragen wurde. Auch aus Erfurt, Fulda oder dem Landkreis Bad Kissingen kamen Gäste. "Ich freue mich sehr über dieses große Interesse für den Genussort Oberelsbach", ließ Bürgermeisterin Birgit Erb ausrichten. 

Beginn der Genusswanderung war morgens um 10 Uhr in der Umweltbildungsstätte Oberelsbach. Hier zeigte Gärtner Markus Henneberger den Teilnehmern seinen selbst angelegten Bauerngarten, der pädagogische Fachbetreuer der Umweltbildungsstätte Joachim Schneider erklärte das Bildungsmodul zu Bienen. Zu verkosten gab es hausgemachten Honig von Klaus Spitzl, Brot aus Fladungen und Bionade aus Ostheim.

Mit dem Bus ging es weiter nach Weisbach. Dort öffnete die zertifizierte Erlebnisbäuerin Claudia Hartmann ihre Stalltore für die Gäste und stellte ihre Bio-Rinderhaltung vor. Ziel sei stets, das Tier im Ganzen zu verwerten. Zu verkosten gab es leckere Hamburger aus eigener Produktion, dazu präsentierte Gisela Kleinhenz aus Weisbach ihre hausgemachten Nudeln und Brotaufstriche und der Weisbacher Schnapsbrenner Hubert Kaufmann stellte seine hochprozentigen Erzeugnisse vor.

Frisch gestärkt wanderte die Gruppe nach Ginolfs zum Rhönschafstall von Josef Kolb und konnte dort die schwarzköpfigen Vierbeiner erleben und schmecken, die mittlerweile zum Markenzeichen der Rhön geworden sind. Dank des Rhönschafprojekts in Kooperation mit dem BUND Bayern konnte die traditionelle Haustierrasse vor dem Aussterben bewahrt werden. Der Rhönschäfer ließ auch das aktuelle Thema Wolf nicht unerwähnt und zeigte seine Herdenschutzhunde, die er angeschafft hat.

Ein paar Schritte weiter ging es zur "Fischerhütte Edwin". Christoph Herbert zeigte den Wanderern das Erfolgsrezept der Gastronomie und gab Einblicke in die moderne Teichwirtschaft, die bereits sein Uropa begonnen hat. Mit ausgezeichneten Rhöner Häppchen kam auch hier der Genuss nicht zu kurz. Zu verkosten gab es außerdem Schnaps und Whiskey aus Wartmannsroth.

Das schwerste Stück der insgesamt sieben Kilometer langen Wanderung hatten die Wanderfreunde zu diesem Zeitpunkt noch vor sich. Den Berg hinauf ging es bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein zum Gänsebrunnen, wo Florian Janz von "Rhönmomente" mit seinen Alpakas wartete. Auf Begeisterung stieß seine eigene Gründergeschichte, die mit der notwendigen Pflege der Wiese seines Opas begann. Den kulinarischen Abschluss fand die Wanderung schließlich bei Braumeister und Biersommelier Andreas Seufert von der Pax-Bräu in Oberelsbach, der im ehemaligen Kuhstall eine Brauerei aufgebaut hat und nunmehr jährlich mit 22 Bierkreationen aufwartet.

Nachdem man sich bewegt hat, schmeckt es erst richtig gut: Rechts auf dem Bild sind zwei Teilnehmer aus Sondernau, die ihre eigene Heimat bei der Genusswanderung richtig entdecken konnten.  Foto: Marc Huter
Ein Schnaps nach dem Essen: Nach einer kulinarischen Stärkung in der Fischerhütte „Edwin“ in Ginolfs schenkte der Geschäftsführer der Umweltbildungsstätte Bernd Fischer einen Whiskey aus dem benachbarten Genussort Wartmannsroth aus.  Foto: Marc Huter
Gelungener Abschluss: Bei Braumeister und Biersommelier Andreas Seufert (links) von der Pax-Bräu in Oberelsbach fand die sieben Kilometer lange Genusswanderung, flankiert von vielen ausgesuchten Schmankerln, ihren Abschluss. Foto: Marc Huter

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