BISCHOFSHEIM

Dem Thema Flucht eine Form geben

Flucht ist das Thema der aktuellen Ausstellung im Foyer der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim. Das Bild zeigt (von links) Ignaz Heinroth, Gabriele Rückher-Schinko, Fachlehrer Jan Polacek, Rebekka Barth, Johanne Helle, Johnatan Araujo Sonsa, Robin Lietz, Sascha Euring und Hannah Arneke mit einer Auswahl ihrer Arbeiten.
Flucht ist das Thema der aktuellen Ausstellung im Foyer der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim. Das Bild zeigt (von links) Ignaz Heinroth, Gabriele Rückher-Schinko, Fachlehrer Jan Polacek, Rebekka Barth, Johanne Helle, Johnatan Araujo Sonsa, Robin Lietz, Sascha Euring und Hannah Arneke mit einer Auswahl ihrer Arbeiten. Foto: Marion Eckert

Im Frühjahr 2017 befasst sich die Abschlussklasse der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer mit dem Thema „Flucht“ als Projektarbeit. Im Zeitraum von zwei Wochen haben sich die neun Schüler mit Aspekten von Flucht und Vertreibung befasst und sie zum Gegenstand bildhauerischer Reflexion gemacht.

Als Symbol für die konkrete Umsetzung innerhalb einer Rauminstallation wurde das Boot gewählt, denn für die Flüchtenden sind Boote Hoffnungsträger und Zeichen des Übergangs in eine bessere Welt.

Jan Polacek, Fachlehrer an der Berufsfachschule, war der Ideengeber zu dieser Rauminstallation. „Zu der Symbolik Boot entwickelten die Schüler Ideen zur Gestaltung und Umsetzung in den verschiedensten Materialien“, erklärte er. „Von den jungen Bildhauern wurden sie zu einer ausdrucksstarken Installation im Foyer der Berufsfachschule aufgebaut“, so Polacek.

Strandgut

Zu sehen sind verschiedene Boote aus ganz unterschiedlichen Materialien, Müll in gelben Säcken, Drähte, Wurzeln, flache Schalen, aus Papier gefaltete Boote und viele mehr. Sie sind auf einem blauen Untergrund verteilt, der Schriftzug „Flucht“ aus altem Palettenholz prangt an der Wand und wirkt wie Standgut.

Begleitet und erweitert wird die beeindruckende Präsentation durch eine Dia-Projektion, erarbeitet in Collage-Technik von Schülern der 12. Klasse, die ebenso das Thema Flucht und Vertreibung im Sozialkunde- und Deutschunterricht erarbeitet haben. Jan Polacek erklärte: „Das Ziel der Schule eines integrativen Unterrichts, der sowohl praktische wie theoretische Ausbildung anbietet, wurde bei diesem Projekt deutlich.“

Flucht, Vertreibung, Emigration, meist sei es Krieg, der Flucht unausweichlich mache, oder es seien nachfolgende ethnische oder religiöse Säuberungen, die Menschen zwingen ihre Heimat zu verlassen, ein Thema welches aktuell hochbrisant ist, zeigte Polacek auf.

Bedrückende Zustände

„Diese problembehaftete Situation beschäftigt unsere Gesellschaft schon seit einigen Jahren sehr intensiv. Vor allem junge Menschen reagieren auf diesen bedrückenden Zustand in dem Flüchtende großer Not und Gefahr ausgesetzt sind oft hilflos.“ Dies mit bildnerischen Mitteln aufzugreifen und in einer Installation sichtbar werden zu lassen, war das Anliegen der Abschlussklasse.

„Das Projekt wurde mit großer Leidenschaft angegangen und die entstandene raumbezogene Installation zeigt in bemerkenswerter Weise die individuelle, künstlerische Annäherung und Auseinandersetzung der Schüler mit diesem schwierigen Thema. Eine moderne und sehr aktuelle Arbeit zu einem heiklen Thema ist dabei entstanden, die es verdient hätte, über die Landkreisgrenzen hinaus gezeigt zu werden“, so Polacek.

Auch der künstlerische Leiter der Holzbildhauerschule, Martin Bühner, zeigte sich beeindruckt von der Umsetzung.

Die Ausstellung kann während der Schulzeiten Montag bis Donnerstag von 8 bis 15 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr betrachtet werden.

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