RHÖN-GRABFELD

Demar verpasst das Landtagsticket

Hat nicht gereicht: Bei der Stimmabgabe am Sonntag war Josef Demar noch zuversichtlich, in den Landtag einziehen zu können. Am Dienstagnachmittag stand dann fest, dass es nicht geklappt hat.
Hat nicht gereicht: Bei der Stimmabgabe am Sonntag war Josef Demar noch zuversichtlich, in den Landtag einziehen zu können. Am Dienstagnachmittag stand dann fest, dass es nicht geklappt hat. Foto: Hälker

Im künftigen Bayerischen Landtag wird es keinen Vertreter mehr aus dem Kreis Rhön-Grabfeld geben: Der Großbardorfer Bürgermeister Josef Demar, CSU-Listenkandidat im Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld, scheiterte ebenso wie Matthias Kihn (SPD) und Gerald Pittner (Freie Wähler).

Die größten Chancen, als Vertreter aus dem Landkreis in den Landtag einzuziehen, wurden nach dem guten CSU-Gesamtergebnis Josef Demar eingeräumt. Und tatsächlich entwickelte sich beim Auszählen der Stimmen am Dienstag ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Judith Gerlach (Aschaffenburg Stadt) und Maria Hoßmann (Main-Spessart), das bis zur Auszählung des letzten Stimmkreises offen war: Gerlach hatte bis dahin 11 898 Stimmen auf ihrem Konto, Demar 11 496. Dann setzte sich Gerlach aber doch noch klar mit 16121 Stimmen durch, was kein Wunder war, schließlich galt es ja auch nur noch, einen Aschaffenburger Stimmkreis auszuzählen.

Josef Demar, der insgesamt 11 576 Stimmen erhielt, ist nun erster Nachrücker der CSU für den Landtag. In einer ersten Reaktion auf das Auszählergebnis zeigt er sich enttäuscht darüber, dass ihn ausgerechnet in seinem Stimmkreis nicht so viele CSU-Anhänger wählten, wie von ihm erhofft. „Ich hätte mir hier bei uns deutlich mehr Rückhalt erwartet“, so Demar am Dienstagnachmittag gegenüber dieser Zeitung, womit er auch auf den relativ hohen Stimmenanteil von Barbara Stamm im Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld anspielt. „Die Tür ins Maximilianeum war für mich nach dem sehr guten CSU-Gesamtergebnis jedenfalls weit offen, doch leider ist es nicht gelungen, sie ganz aufzustoßen.“

Als besonders bedauerlich bezeichnet es Demar, dass erstmals nach vielen Jahrzehnten kein Abgeordneter aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld mehr im Bayerischen Landtag sitzt, um dort die Interessen der ländlichen Region zu vertreten. Er werde sich nun wieder auf seine berufliche Tätigkeit und sein Amt als Großbardorfer Bürgermeister konzentrieren.

Zwischenzeitlich schien auch Matthias Kihn nicht ganz chancenlos. Allerdings verpasste der SPD-Kandidat aus Mellrichstadt mit rund 16 000 Stimmen auf Platz 7 eines der vier SPD-Landtagsmandate dann doch um fast 6000 Stimmen. Unter anderem der bisherige Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal sowie der knapp verpasste fünfte Landtagssitz für die unterfränkische SPD sorgten für dieses Ergebnis. Hinter Kihn kam der Kissinger SPD-Kandidat Robert Römmelt auf einen beachtlichen achten Platz. Auch Gerald Pittner, der zeitweise auf Platz zwei bei den Freien Wählern lag, womit das zweite Mandat seiner Partei in Unterfranken für ihn greifbar schien, scheiterte letztlich. Der Bad Neustädter Richter erhielt insgesamt rund 8100 Stimmen, um auf den zweiten Platz zu kommen, hätte er seine Stimmenzahl mehr als verdoppeln müssen.

ONLINE-TIPP

Eine digitale Karte mit allen gewählten Kandidaten aus Unterfranken finden Sie im Internet unter:

www.mainpost.de/landtagswahl

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