BAD NEUSTADT

Der Breitbandausbau geht voran

Manchmal weiß der Rhön-Grabfelder Zeitungsleser einfach mehr als ein Servicemitarbeiter im fernen Callcenter der Deutschen Telekom. Das fiel jüngst vereinzelt Landkreisbürgern auf, die Werbeanrufe der Telekom erhielten.

Ziel der Anrufe war es, Telekom-Kunden mit bislang analogem Anschluss, neue Tarife auf Basis der IP-Technologie zu verkaufen. Denn bis 2018 will die Telekom komplett auf IP-Technologie umstellen. Allerdings waren die Callcenter-Mitarbeiter nicht immer auf dem neusten Stand in Sachen Breitbandausbau im Landkreis.

Zeitungsleser beispielsweise wissen seit Mitte Juli, dass nun auch Mittelstreu in Teilen mit VDSL, sprich mit Internet bis zu 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s), versorgt ist. Mitunter kommen solche Informationen aber bei den Servicemitarbeitern der Telekom erst mit einigen Tagen Verzögerung an.

Nicht immer adäquat beraten

Dass die von der Telekom beauftragten Callcenter in Einzelfällen nicht immer adäquat beraten haben, bestätigen Frank Reichert und Jörg Geier von der Stabstelle Kreisentwicklung, die am Landratsamt für die Koordinierung des Breitbandausbaus im Landkreis zuständig sind. „Diesen Werbefirmen fehlt mitunter die Markttransparenz“, so Geier.

Um Klarheit zu schaffen, informieren Reichert und Geier noch einmal über den aktuellen Ausbaustand der Breitbandversorgung im Landkreis. Seit 2013 laufe das zweite Förderprogramm in Sachen Breitband, die sogenannte Hochgeschwindigkeitsinternetförderung. Schon über das erste Förderprogramm habe sich der Landkreis hervorragend positioniert, so Geier und Reichert. Jede fünfte Förderzusage aus der ersten Welle ging in den Landkreis. Rhön-Grabfeld stünde mit einer „großstädtischen Infrastruktur“ besser da als jeder andere vergleichbare ländliche Landkreis.

99 Prozent der Haushalte verfügen über 6 MBit/s. Problematisch sei natürlich das fehlende eine Prozent, so Reichert. „Das ist aufwändig zu erschließen.“ Werden diese Haushalte auch nicht durch die zweite Förderwelle erfasst, könnten künftig nicht mehr nur Funkangebote, sondern auch Hybridangebote aus DSL und LTE eine Lösung sein.

Das zweite Förderprogramm, das nun läuft, beschäftige sich vor allem mit „Luxusaufwertungen“, so Geier weiter. Da gehe es darum, die Haushalte mit 30Mbit/s oder mehr zu versorgen. Schwerpunkt der Ausbauten sind die bislang „unterversorgten Gebiete“. 30 Gemeinden erfahren im Rahmen der Ausbauarbeiten bis Ende September 2016 Aufwertungen. Über die Hälfte der Arbeiten werden noch dieses Jahr abgeschlossen.

Dafür wird mitunter einiges an Geld in die Hand genommen. Bis Anfang Dezember diesen Jahres beispielsweise wird Rheinfeldshof über VDSL-Technologie mit bis zu 50 MBit/s verfügen. 20 Internetanschlüsse werden aufgewertet, investiert wird dafür über 300 000 Euro.

Wichtig ist es Geier und Reichert zu erwähnen, dass neben der Telekom im Landkreis auch Kabel Deutschland und NGN als Anbieter auftreten.

Ist der Ausbau in einer Gemeinde abgeschlossen, kommt übrigens eigens ein „Telekom Entertain Truck“ für ein bis zwei Tage in den entsprechenden Ort und informiert über Verfügbarkeit, Geschwindigkeiten und Tarife.

Alternative: Wer nicht über das Telekom-Callcenter buchen möchte, kann sich auch an den Telekom Vertriebspartner vor Ort, mcom maienschein GmbH, am Marktplatz 13 in Bad Neustadt, wenden.

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