KLEINEIBSTADT

Der Charme eines alten Hauses

Annika Hesselbach und ihr Eigenheim in Kleineibstadt. Der Garten war zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht fertig angelegt. Foto: Michael Petzold

Gut zwei Jahre ist es jetzt her, dass Annika Hesselbach in das von Grund auf sanierte Haus in der Kirchgasse 5 eingezogen ist. Damals war sie gerade 24, in einem Alter, in dem Haus- und Grundbesitz nicht zum Standard gehören. „Ich wollte schon immer was Eigenes haben“, erklärt sie lächelnd im Gespräch mit dieser Redaktion. Bis es so weit war, hatte die Verwaltungsfachangestellte in dem nur einen Steinwurf entfernten Haus ihrer Eltern gelebt.

Eine große Entscheidung

Als nach dem Wegzug der Mieter das Haus verkauft werden sollte, schlug die Stunde der jungen Frau, die freilich erst ein wenig vor der großen Entscheidung zögerte. Dass es sich um ein altes Haus handelte, hat sie nicht gestört. Im Gegenteil: „Das hat Charme“, sagt sie. Dass sie das Eigentum jetzt aber auch an den Ort bindet, stört sie nicht. „Ich habe nicht den Drang gehabt, in eine große Stadt zu gehen.“ Außerdem hat sie es nicht weit zu ihrer Arbeitsstelle bei der Verwaltungsgemeinschaft Saal.

Vater hat gut zugeredet

„Mein Vater hat mir gut zugeredet“, gibt sie zu. Und nicht nur das, er hat auch entscheidend geholfen. Als gelernter Heizungsbauer und Elektriker besitzt Michael Hesselbach genügend handwerkliche Fähigkeiten, um sich an die Sanierung eines Hauses zu wagen.

Finanzspritze von der Gemeinde

Hilfe kam aber auch von der Gemeinde Großeibstadt in Form einer kräftigen Finanzspritze. 10 000 Euro gab es aus dem Förderprogramm zur Innenentwicklung. Und deshalb öffnet Annika Hesselbach ihr Haus auch am Sonntag 23. Juni, bei der Aktion „Türen auf“ der Grabfeldallianz einem interessierten Publikum.

Zwei Jahre für die Sanierung

Zwei Jahre brauchten die Hesselbachs für die Sanierung des Hauses, wobei die Familie fast alles in Eigenregie erledigte. Nur für den Außenputz und neue Fenster wurden Firmen engagiert. Zunächst allerdings wartete auf die Familie das, was alle erwartet, die ein altes Gebäude in Angriff nehmen: jede Menge Dreck.

Viel Arbeit und Schmutz

„Das ging am Anfang eher rückwärts als vorwärts“, erinnert sich die Hausbesitzerin an die Zeit, als ihre Motivation schon etwas gelitten hatte. Überall musste der Boden entfernt werden, weil die 120 Quadratmeter Wohnfläche mit Fußbodenheizung ausgestattet werden sollte. Auch die Decke im Flur konnte nicht so bleiben. Und natürlich wurden auch die Installationen erneuert. Für eine Terrassentür musste an der Rückseite die Außenmauer durchbrochen werden. Im Grunde aber besitzt das Haus eine gesunde Bausubstanz, wie Annika Hesselbach erklärt, nur das Mauerwerk musste teilweise trocken gelegt werden.

Angenehmes Raumklima

Der Rauputz im Wohnbereich lässt jedenfalls nicht erahnen, dass sich darunter Wände aus Lehm und Holzgeflecht befinden. Zur Begradigung wurden Rigipsplatten verwendet. Kurz hatten die Hesselbachs in Erwägung gezogen, das alles mit Lehm zu bewerkstelligen, aber dann die Kosten gescheut. Aber auch so herrscht ein angenehmes Raumklima. Während auf den großräumigen Hof die Sonne brennt an diesem frühen Junitag, lässt es sich im Haus gut aushalten.

Terrasse und ein kleiner Nutzgarten

Noch nicht fertig sind die Außenanlagen. Die Erde, aus der einmal das Gras rund um die Feierhütte im Hof sprießen soll, muss noch geliefert werden. Hinter dem Haus sind die Arbeiten schon etwas weiter gediehen. Eine Terrasse lädt zum Verweilen ein, in dem kleinen Nutzgarten wächst Gemüse. An der Grenze des insgesamt gut 1000 Quadratmeter großen Grundstücks oberhalb des Baches Barget, soll dieser Tage noch ein Gartenhäuschen aufgebaut werden.

Keine Angst vor Hochwasser

Angst davor, dass der Bach einmal über die Ufer treten und ihr Grundstück überspülen könnte, hat Annika Hesselbach nicht. Zum einen ließ die Gemeinde vor nicht allzu langer Zeit eine Hochwasserfreilegung einbauen, zum anderen konnte sich die alte Frau, die die meiste Zeit ihres Lebens in dem Haus gewohnt hatte, nur an eine etwas gefährlichere Situation erinnern. Die Frau ist vergangenes Jahr im Alter von 99 Jahren gestorben. Damit war sie nicht allzu viel jünger als das Haus, in dem die Hesselbachs im Dachstuhl die Jahreszahl 1899 entdeckt haben.

Zuschuss unter Auflagen

Gut 100 000 Euro hat Annika Hesselbach in die Sanierung des Hauses, das mit Pellets beheizt wird, gesteckt – die Außenanlagen nicht mitgerechnet. 10 000 Euro an Zuschuss gab es von der Gemeinde, 12 000 Euro steuerte das Amt für Ländliche Entwicklung bei, stellte aber auch Bedingungen. Dieses Geld wurde dann hauptsächlich für den Mehraufwand verwendet, der durch den Einbau von Fenstern mit T-Sprossen und Fensterläden notwendig wurde.

Türen auf am 23. Juni

Am Samstag, 23. Juni, von 12.30 bis 16.30 Uhr stehen die „Türen auf“ in der Kirchgasse 5. Neben Informationen von der Familie rund um den Hausbau gibt es Pizza aus dem Holzbackofen. Und sogar die Kleineibstädter Musikkapelle, bei der Annika Hesselbach Mitglied ist, gibt sich ein Stelldichein.

Modern und wohnlich: Beim Innenausbau wurden kaum Veränderungen in der Raumaufteilung vorgenommen. Hier der Wohn-und Essbereich. Foto: Michael Petzold
Ein Teil des Wohn-und Essbereichs vor der Sanierung: Jede Menge Arbeit steckt in dem 120 Quadratmeter Wohnfläche großen Haus. Foto: Annika Hesselbach
Durchbruch ins Grüne: Eine Tür samt Terrasse und Garten schmückt jetzt die Rückseite des Einfamilienhauses. Das Foto entstand während der Sanierungsarbeiten. Foto: Annika Hesselbach

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Kleineibstadt
  • Michael Petzold
  • Eigenheim
  • Hochwasser und Überschwemmung
  • Nutzgärten
  • Raumklima
  • Terrassen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!