Bad Neustadt

Der Kreistag stärkt den Arten- und Klimaschutz

Das Kreisgremium beschließt ein eigenes Konzept für den Landkreis. Worum geht es dabei?
Die Artenvielfalt hat sich der Landkreis ebenso auf die Fahnen geschrieben wie den Klimaschutz. Foto: Stefan Kritzer

In der letzten Sitzung des Jahres beschäftigte sich der Kreistag in der Höhberghalle in Sulzfeld mit dem Thema Arten-und Klimaschutz. Das Gremium gab den Startschuss für die Erstellung eines Arten-und Klimakonzepts mit konkreten Maßnahmen und Zielen. 

Wie Regierungsdirektor Manfred Endres betonte, tut der Landkreis schon viel für den Artenschutz. So sei die Rhön ein Hotspot der Biodiversität, außerdem sei Rhön-Grabfeld unter anderem als Ökomodellregion führend beim Vertragsnaturschutz in Bayern und tue viel für die Umweltbildung im Verbund der Schullandheime. Mit der Nutzung erneuerbarer Energien wie Biomasse-Heizwerken, Biogasanlagen oder Photovoltaik und Windkraft sei der Landkreis auch beim Klimaschutz ganz vorn.

Noch Steigerungspotenzial

Aber natürlich gibt es noch Steigerungspotenzial im Landkreis, so Endres. Da nannte er zum Beispiel ein Controlling beim Energie- und Ressourcenverbrauch, die Vernetzung der vielen Akteure im Arten- und Klimaschutz sowie die Möglichkeit, den Arten- und Klimaschutz bei Beschaffungen als Entscheidungskriterium zugrunde zu legen. Und noch mehr könne bei der Bewusstseinsbildung getan werden.

Bei dem Konzept, an dem jeder teilnehmen kann, geht es laut Endres zunächst um eine Bestandsanalyse, die Grundlage für die Definition von Zielen sein soll, die im Landkreis umgesetzt werden können. Und das wird alles professionell über ein Projektmanagement organisiert werden, das am Landratsamt angesiedelt sein wird. Ein Klimabeirat, ein Klimaforum oder weitere Arbeits- und Projektgruppen könnten zuarbeiten. 

Antrag im Januar

Der Antrag für die Förderung des Konzepts soll im Januar gestellt werden. Wenn die Förderzusage  vorliegt, könnte ab April ein Projektmanager engagiert werden, son Endres. Nach Angaben von Wirtschaftsförderer Jörg Geier könnte die Förderung am Beginn bis zu 65 Prozent der Kosten ausmachen. 

Dass das ein Schritt in die richtige Richtung ist, darüber war sich fast das gesamte Gremium einig. Damit übernehme das Gremium Vorbildfunktion. Für das Arten- und Klimaschutzkonzept sprachen sich dann bis auf Hartmut Rausch (FDP) und Hartmut Eppler (WG Bad Königshofen) auch alle Mandatsträger aus. Landrat Thomas Habermann machte außerdem deutlich, dass man so etwas richtig und mit Nachdruck angehen muss. "Da muss Substanz dahinter sein", betonte er, und natürlich auch genügend Geld dafür im Haushalt bereit gestellt werden.  

Erste Vorschläge

Dass dem Gremium der Arten-und Klimaschutz wichtig ist, machten erste Vorschläge deutlich. So schlug Dagmar Richter eine Klimakonferenz in der Stadthalle vor. Für Klaus Schmitt ist wichtig, dass das Thema Wasser mit aufgenommen wird, und vielen war wichtig, dass Wert darauf gelegt werden soll, in den Schulen die Grundlagen zu legen und ein Bewusstsein für den Arten- und Klimaschutz zu schaffen. Lauter gute Ideen, wie der Landrat fand, und konkrete Aufgaben für den künftigen Projektmanager.   

Nicht ganz so konkrete Folgen hat der Beitritt des Landkreises zur "Allianz für Klima und Entwicklung", den der Kreistag einstimmig beschloss. Dabei geht es darum, den Ausstoß von CO2 zu kompensieren – auch durch Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern. Mit dem Beitritt verpflichtet sich der Landkreis, die Ziele der Allianz zu fördern.

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