BAD NEUSTADT

Der Schnelle schlägt den Langsamen

Eine erstaunliche Entwicklung hat Eisen-Schmitt hin zu electroplus und küchenplus Manger vollzogen. Foto: Karin Nerche-Wolf

Electro-plus Manger hat im November 2016 schöne neue Räumlichkeiten in der Industriestraße bezogen. Bei aller Bewunderung für den Mut von Volker Manger und seiner Frau Sandra für den aufwendigen Diskotheken-Umbau mag sich mancher vielleicht auch gefragt haben: Wie geht so etwas, kann das ein „kleiner“ Mittelstandsbetrieb stemmen und damit gegen den elektronischen Giganten in unmittelbarer Nachbarschaft bestehen? Volker Manger schmunzelt und lüftet ein wenig das Geheimnis seines Erfolgs.

„Klein gegen Groß, das stimmt so nicht, weil wir nicht allein dastehen, sondern starke Partner haben. Schon in der Zeit, als wir noch Eisen-Schmitt waren, gehörten wir zu E/D/E, dem Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler mit Sitz in Wuppertal. Außerdem sind wir der EK/Service-group mit Sitz in Bielefeld angeschlossen, ein reiner Einzelhändler waren wir also nie.“

Eine große Handelskooperation

Als eine der größten Handelskooperationen betreut die EK/Service-group 4000 selbstständige mittelständische Handelsunternehmen in 17 Ländern – der Abstand zwischen ihnen beträgt etwa 40 bis 100 konkurrenzlose Kilometer. Das entsprechende Mengenaufkommen bei den Waren schlägt sich in günstigen Preisen nieder. Firmen wie Siemens stellen eigene Typenbaureihen beispielsweise bei den Waschmaschinen für die Einkaufskooperation her.

Ihr anzugehören, bringt für Volker Manger in den letzten fünf bis zehn Jahren immer größeren Nutzen und umgekehrt ist sein Betrieb ein Vorzeigeobjekt für die Servicegroup. Dass die Zahlen stimmen, das wird alle vier Wochen genau analysiert. Und wenn irgendwo, vor Ort oder im Internet, ein Sonderangebot läuft, macht es die Kooperation möglich, dass dasselbe Produkt bei Electroplus Manger nicht mehr, sondern eher noch weniger kostet. Ähnlich verhält es sich mit der Einrichtung von Küchenplus Manger. Auch hinter diesen konkurrenzfähigen Preisen steht die EK/Servicegroup, die Mengen machen es möglich.

Abends bestellt, morgens da

Bei der groß angelegten Fernsehabteilung im neuen Electroplus Manger baut Volker Manger auf die Zusammenarbeit mit Telering, eine der größten Kooperationen für den Mittelstand. Abends bis 21 Uhr kann die Bestellung für ein bestimmtes Gerät noch online aufgegeben werden, am nächsten Morgen um 11 Uhr steht die Ware auf dem Hof. Bei den Kaffeevollautomaten steht Manger bei Jura unter Vertrag, als Miele-Store-Händler kommt er in den Genuss des schnelleren Warenbezugs. Wer sich Miele privat oder als Gewerbebetrieb online bestellt, kann sich die Geräte von Electroplus Manger ausliefern lassen.

Volker Mangers Stärke besteht also darin, dass er seine Vernetzung flexibel und sehr schnell nutzen kann. Als Chef braucht er keinen Zwischen-Apparat, sondern reagiert sofort auf die Konkurrenz. „Hier schlägt nicht der Große den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen“, lautet sein Trumpf. Allerdings kommt es zwei- bis dreimal in der Woche vor, dass er erst nachts um eins das Büro verlässt. Auch dabei kann er sich auf die hundertprozentige Rückendeckung durch seine Frau Sandra verlassen.

Weil trotz aller modernen Entwicklung immer noch Schrauben gebraucht werden, hat Manger ein provisorisches Plätzchen für das Werkzeug gefunden, auf das seine Kunden nicht verzichten wollen: im Büro.

Volker Manger an seiner „Schaltzentrale“, die jede Warenlieferung in kürzester Zeit ermöglicht. Foto: Karin Nerche-Wolf

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