POPPENLAUER

Der Student, Bionade und ein Film

Talentierter Filmemacher: Thilo Gundelach mit einem Teil seiner Ausrüstung, die er seit dem Abschluss des Imagefilms für Bionade deutlich vergrößert hat.
Talentierter Filmemacher: Thilo Gundelach mit einem Teil seiner Ausrüstung, die er seit dem Abschluss des Imagefilms für Bionade deutlich vergrößert hat. Foto: Michael Petzold

Manchmal ist es einfach nur Pech. Genau zu dem Zeitpunkt, als der Imagefilm für die Ostheimer Bionade-Brauerei fertig war, kaufte Radeberger die Firma. Weil in dem gut vierminütigen Film aber der damalige Geschäftsführer Peter Kowalski eine tragende Rolle spielt, wird der Streifen wohl nie öffentlich zu sehen sein – und das, obwohl er für den Nachwuchspreis des 45. Deutschen Wirtschaftsfilmpreis nominiert ist.

Kein Mensch würde beim Betrachten des Films auf die Idee kommen, dass hier die technischen Hilfsmittel zum Dreh mit einer gebräuchlichen Digitalkamera und Stativ bereits erschöpft sind. „Mehr hatten wir nicht“, sagt der 24 Jahre alte Gundelach, der gerade sein Studium in Angewandter Medien-und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau abgeschlossen hat.

Zusammen mit seinen Mitstudenten Philipp Reinhart und Matthias Krüger hatte sich Gundelach im Frühjahr 2011 für eine Uni-Arbeit an das Projekt gewagt. „Ich fand das einfach eine nette Geschichte“, sagt der junge Mann im Gespräch mit der Main-Post. Nach Vorgesprächen in Ostheim galt es die Idee in ein Konzept einzubringen und das Drehbuch zu schreiben, Ende August, Anfang September wurde dann gedreht.

Die ganze Familie musste mitmachen, sogar Gundelachs Oma wird gezeigt, wie sie im leicht verschwommenen Hintergrund bequem auf einem Sofa sitzt und an einem gefüllten Glas nippt, während im Vordergrund die gestochen scharfe Flasche mit dem Getränk steht, um das es hier geht.

Der Film überzeugt durch Geschwindigkeit, ohne hektisch zu wirken, verstrahlt eine helle, freundliche Atmosphäre, spielt mit einem warmen Licht und setzt vor allem die Beschäftigten der Firma gut in Szene Ein Tempo, das durch schnelle Schnitte und nicht zuletzt durch die oft stakkatohafte Musik erzeugt wird, die Gundelach übrigens auch selbst komponiert hat.

Stunden hat er damit an seinem PC verbracht und dabei oft die Zeit vergessen. „Ich bin nun einmal ehrgeizig“, sagt er fast entschuldigend. Seine berufliche Zukunft kann er sich durchaus in der Werbewelt, im Dokumentarfilmbereich oder bei der Herstellung von Musikvideos vorstellen.

Das Talent scheint er zu haben. Jedenfalls kennt Gundelach niemanden, dem der Bionade-Streifen nicht gefallen hätte. Dazu zählen auch die Leute von der Radeberger-Brauerei. Muss noch erwähnt werden, dass der Film mit einer 1,0 bewertet wurde.

Das reichte Gundelach aber nicht. Damit die Arbeit auch für jedermann zu sehen ist, blieb ihm nichts etwas anders übrig, als Kowalski aus dem Film herauszuschneiden. Ersetzt wurde er durch Braumeister Eberhard Barthelmes, Hollunder-Anbauer Martin Ritter und dem neuen Geschäftsführer Christian Schütz. Die formulieren jetzt die Philosophie, die hinter dem mit biologischen Zutaten hergestellten Erfrischungsgetränk steht.

Einen gesunden Geschäftssinn kann man Gundelach nicht absprechen. Den Film hat er für den Wettbewerb vor allem deswegen in der Sparte für Studenten eingereicht, weil es nur hier Geld zu gewinnen gibt. 10 000 Euro winken dem ersten Preisträger.

Mit der Nominierung hat es das Team um Gundelach immerhin schon unter die ersten Fünf geschafft. Ob der Erfolg größer wird, stellt sich bei der Preisverleihung am 25. September in Berlin heraus.

Zu sehen ist die zweite Version des Imagefilms im Internet unter: www.bionade.de

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Bionade
  • Brauereien
  • Kommunikationswissenschaft
  • Musikvideos
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!