MELLRICHSTADT

Die Blüte des Glaubens wachsen lassen

Am Altar der Stadtpfarrkirche St. Kilian: Pfarrer Thomas Menzel zelebriert mit seinen Mitbrüdern den feierlichen Gottesdienst zu seiner Amtseinführung.
Am Altar der Stadtpfarrkirche St. Kilian: Pfarrer Thomas Menzel zelebriert mit seinen Mitbrüdern den feierlichen Gottesdienst zu seiner Amtseinführung. Foto: Heidrun Mauder

Die Pfarreiengemeinschaft Franziska Streitel hat ihren neuen Pfarrer am Sonntagnachmittag herzlich begrüßt: Begleitet vom festlichen Geläut aller Kirchenglocken von St. Kilian zog Thomas Menzel zu den Klängen der Festival Intrada von Malcolm Archer in die bis auf den letzten Platz besetzte Pfarrkirche ein.

Zehn seiner Amtsbrüdern, Kirchenrat Pfarrer Andreas Werner von der evangelischen Kirchengemeinde Mellrichstadt und Gemeindereferentin Ursula Schäfer sowie eine beeindruckend große Schar von Ministranten aus allen Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft Franziska Streitel gaben ihm würdevolles Geleit zum blumengeschmückten Altar. Besonderes Symbol der Gemeinschaft der sechs Pfarreien waren beim großen Einzug die Osterkerzen von Eußenhausen, Frickenhausen, Hendungen, Mellrichstadt, Mittelstreu und Oberstreu, getragen von den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden.

Der stellvertretende Dekan des Dekanats Bad Neustadt, Pfarrer Karl-Heinz Mergenthaler aus Hohenroth, begrüßte die Gläubigen an diesem „wichtigen Tag“ und verlas die bischöfliche Ernennungsurkunde. In seinen Einführungsworten verglich er die neuen Aufgaben Pfarrer Menzels in der Pfarreiengemeinschaft mit dem Wachsen und Gedeihen einer Orchidee: Im Geist Gottes möge Menzels Arbeit in der Pfarreiengemeinschaft gedeihen, die Gemeinschaft wachsen und blühen. Da sei viel Geduld und Feinfühligkeit vonnöten, denn „die Blüte des Glaubens lässt sich nicht erzwingen.“

Ausgestattet mit den Schlüsseln seiner neuen Kirchen und dem zum Tabernakel der Stadtpfarrkirche St. Kilian, dem „wichtigsten Schlüssel“, wie Pfarradministrator Andreas Hutzler sagte, zelebrierte Thomas Menzel den festlichen Gottesdienst, den der Kirchenchor von St. Kilian glanzvoll ausschmückte. Unter der Leitung seiner Dirigentin Sonja Rahm sang der Chor Kyrie, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei aus der Missa brevis in G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Organist Herbert Schmitt begleitete an der Hey-Orgel.

In seiner ersten Predigt im neuen Amt verstand es Thomas Menzel, seine Zuhörer zu fesseln. Nicht zuletzt, indem er die Lesungen des Tages und das Evangelium miteinander verknüpfte und die Gläubigen dazu aufrief, im Christentum keine Ansammlung von Ge- und Verboten zu sehen, sondern die innere Bedeutung zu erkennen: Nicht das „Du sollst“ und „Du musst“ seien die Leitworte des christlichen Denkens und Handelns, sondern das „Du kannst“ und „Du darfst“. Menzel: „Das Gesetz ist nicht um des Gesetzes willen zu erfüllen.“

Der rote Faden, der Menzels Ausführungen durchzog, war der Aufruf zur Herzlichkeit, zur Innerlichkeit und zur Abkehr von nur auf den Menschen und nicht auf die Ehre Gottes ausgerichteten Äußerlichkeiten. Mit Geduld und Gnade werde es den Gläubigen gelingen, die Evangelien mit Leben zu erfüllen und den befreienden und heilenden Glauben sichtbar werden zu lassen, so seine Botschaft. Der Glaube sei eine Herzensangelegenheit, die keine Events braucht. Das Volk Gottes sei aufgerufen, die Evangelien in der Welt von heute zu verkünden. „Die Kirche lebt! Und zu dieser Kirche gratuliere ich uns allen“, waren die Schlussworte seines Appells an die aufmerksamen Zuhörer.

Ähnliche Gedanken wurden in den Fürbitten deutlich, vorgetragen von den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden. Da hieß es: „Möge es uns gelingen, die Blütenpracht unseres Glaubens zur Entfaltung zu bringen. Mögen wir in unserer Pfarreiengemeinschaft spüren, wie reich Glauben macht.“ Gladiolen, Geranien, Dahlien, Astern, Rosen und Vergissmeinnicht versinnbildlichten dabei die Vielfalt des Glaubenslebens.

Gern folgten viele Gottesdienstbesucher der herzlichen Einladung von Klemens Hohm, Vorsitzender des gemeinsamen Ausschusses der Pfarreiengemeinschaft Franziska Streitel, zum anschließenden Empfang im katholischen Pfarrsaal am Kindergarten – im Ohr noch die wuchtigen Orgelklänge des feierlichen Auszugs. Nach der Begrüßung durch Vertreter des öffentlichen Lebens (siehe unten stehenden Bericht) hatten dort alle Gläubigen die Möglichkeit, mit dem neuen Pfarrer ins Gespräch zu kommen.

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