BAD KÖNIGSHOFEN

Die Bürgerbegehren sorgen für Zündstoff

Mit dem Bürgerbegehren kommt die Diskussion über den Krankenhausaltbau richtig in Fahrt. Abriss oder Erhalt?
Mit dem Bürgerbegehren kommt die Diskussion über den Krankenhausaltbau richtig in Fahrt. Abriss oder Erhalt? Foto: Michael Petzold

Die beiden Bürgerbegehren, die den Abriss des sandsteinernen alten Krankenhauses und die Ausweisung des ehemaligen Büttner-Bräu-Geländes zu einem Sondergebiet mit großflächigem Einzelhandel verhindern sollen, sorgen in der Badestadt für allerhand Diskussionsstoff.

Kein spürbares Interesse am Erhalt

Erwartungsgemäß ablehnend steht den Forderungen Bürgermeister Thomas Helbling gegenüber. „Wir haben uns seit Jahren bemüht, das alte Krankenhaus zu kaufen“, sagt Helbling im Gespräch mit dieser Redaktion. Nie habe es einen Hinweis darauf gegeben, dass jemand Interesse daran habe, das Gebäude zu erhalten. Um so unverständlicher für ihn, dass die Initiative jetzt kommt. Die Stadt habe 18 Denkmäler, wie das Rathaus, das Museum und die Darre, zu erhalten und das zum Teil mit Millionenaufwand. Zudem stehe die gesamte Altstadt unter Ensembleschutz.

Altes Krankenhaus in schlechtem Zustand

Das alte Krankenhaus sei zudem in sehr schlechtem baulichen Zustand, erklärt Helbling. Mit Schimmel an den Wänden, Wasser im Keller, zwei ausgebrannten Dachzimmern und einer Fensteröffnung, durch die es seit zehn Jahren hineinregnet. Bei der Immobiliengesellschaft des Freistaates, die für den Bau der Finanzamtsaußenstelle zuständig ist, mache man sich schon Sorgen, weiß Helbling. Dort wolle man die Planungen vorantreiben.

Das Brauereigelände ist von der Firma Zehner gekauft worden. Die Firma wolle dort gewerblich etwas entwickeln, so Helbling weiter. Laut Stadtentwicklungsgutachten wäre die Innenstadt gut zu erreichen, so der Bürgermeister in einer ersten Stellungnahme.

Stadtrat plant eine Gegeninitiative

Richtig sauer ist Stadtrat Gerald Kneuer angesichts der Bürgerbegehren. Jetzt plant er eine Gegeninitiative ins Leben zu rufen. „Es gibt Leute, die kommen auf Ideen, die nicht ausgegoren sind“, ärgert er sich und vermisst ein Konzept zur Nutzung des alten Krankenhausbaues. Für ihn käme ein Erhalt des Baus nur in Frage, wenn das für die Stadt finanziell machbar wäre und das Gebäude an anderer Stelle läge.

Zum Thema Brauereigelände meint er, dass nicht die Konkurrenz der Supermärkte in Bad Königshofen für geschlossene Läden verantwortlich sei, sondern weil sich keine Nachfolger fänden. Zudem könne man damit rechnen, dass die Drogerie Müller auf absehbare Zeit weg wäre, wenn sie sich nicht auf dem Gelände ansiedeln könne.

Hoffnung auf Belebung der Innenstadt

Bislang hat die Werbegemeinschaft noch nicht zu dem geplanten Projekt auf dem ehemaligen Büttner-Bräu-Gelände Stellung bezogen. Wohl, weil die Meinungen dazu auseinandergehen. „Natürlich sind die Meinungen geteilt, spätestens dann, wenn sich dort ein Mitbewerber ansiedelt“, sagt Werbegemeinschaftsvorsitzende Carmen Lang, die ein Babyausstattungsgeschäft betreibt. Als Privatperson, wie sie betont, befürwortet sie das Vorhaben. „Jedenfalls ist es besser, als wenn es auf der grünen Wiese draußen passiert.“ Sie fürchtet kein Ausbluten der Innenstadt, sondern erhofft sich vielmehr eine Belebung durch die relativ nahe Lage. Es müsse nur gelingen, im übertragenen Sinn eine Brücke zu bauen.

Hier geht es um die Existenz

Ganz anderer Meinung ist Ralf Bassing, der in der Hindenburgstraße ein Haushaltswarengeschäft betreibt. „Hier geht es um meine Existenz“, sagt er und befürchtet, dass die Innenstadt sehr wohl Schaden nimmt, wenn das gesamte Innenstadtsortiment dann auch in dem Einkaufszentrum zu haben sein wird. Haushaltswaren, Geschenkartikel, all das werde dort möglicherweise auch verkauft, selbst im Discounter. Da könne er sich nicht vorstellen, dass die Innenstadt gestärkt werde.

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