BAD NEUSTADT

Die E-Zigarette ist eine Einstiegsdroge

Die Referenten des Präventions- und Gesundheitstages am Rhönklinikum in Bad Neustadt. Hier ging es um Entspannung, Lebensqualität, Vorsorge, Ernährung, Lebensstil und Prävention. Hinzu kamen interessante Workshops für Kinder und Erwachsene.
Die Referenten des Präventions- und Gesundheitstages am Rhönklinikum in Bad Neustadt. Hier ging es um Entspannung, Lebensqualität, Vorsorge, Ernährung, Lebensstil und Prävention. Hinzu kamen interessante Workshops für Kinder und Erwachsene. Foto: Hanns Friedrich

Auf großes Interesse stieß der Präventions- und Gesundheitstag mit einer Vortragsreihe zu aktuellen Themen und Angeboten, zu dem das Rhön-Klinikum Bad Neustadt am Samstag eingeladen hatte. Dazu gehörten Themen, wie „E-Zigarette“, „Burnout“, „Sturzprävention“ oder Workshops wie „Mach was für Deinen Rücken“, „Richtige Händehygiene“ und „Rote Karte dem Schlaganfall.“ Professor Dr. med. Bernd Griewing, Vorstand Medizin, dankte eingangs den Besuchern, aber auch den Referenten. Er bat, sich bei diesem Präventions- und Gesundheitstag inspirieren zu lassen und vielleicht neue Wege für die eigene Gesundheit und Lebensweise zu finden.

Deutlich höhere Lebenserwartung

Der Professor sagte, dass die Lebenserwartung der Menschen hierzulande innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte enorm gestiegen sei. Entscheidend dafür seien gesündere Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie eine bessere medizinische Versorgung. Hinzu komme mehr Bewegung, vollwertige, ausgewogene Ernährung und der verantwortungsvolle Umgang mit Genussmitteln. Eine weitere Säule neben der Akutversorgung, der Rehabilitation, und der Pflege am Rhönklinikum sei die Prävention. Dass so viele Gäste gekommen waren, zeigten Professor Dr. med. Bernd Griewing, dass die Menschen erkannt haben, dass Lebensqualität von der Gesundheit abhängt. „Wir möchten Sie ermutigen, selbst aktiv zu werden.“ Nur wer die Gefahren kenne, könne entsprechend handeln. „Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen, meinte der Professor und zitierte dazu den Wasserdoktor Sebastian Kneipp, der einmal gesagt hatte: „Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch Lebenswandel.“

Bad Neustadts stellvertretende Bürgermeisterin Rita Rösch überbrachte die Grüße von Bürgermeister Bruno Altrichter und dem Stadtratsgremium. Jeder wolle älter werden und da sei Prävention wichtig. Dem Rhönklinikum sagte Rösch im Namen der Stadt ein herzliches Dankeschön für solche Angebote an die Bevölkerung. Am Klinikum habe man hohe Kompetenz und vor allem ein umfangreiches Wissen, dass man bei derartigen Veranstaltungen weitergibt. Rita Rösch: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles Nichts.“

Großes Interesse an Diskussion um E-Zigarette

Mit seinem Referat „Ich rauche nicht, ich dampfe nur“ und der Frage „Geht die E-Zigarette nicht aufs Herz?“ hatte Professor Dr. Sebastian Kerber, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, ein interessantes Thema. Das zeigten die anschließenden Diskussionen. Er stellte fest, dass der Mensch auf seine Sicherheit im Auto achtet und sein Fahrzeug sofort in die Werkstatt bringt, wenn irgendwo ein gelbes oder rotes Licht aufleuchtet. Bei der Gesundheit sei dies leider nicht der Fall. Konkret sprach er die E-Zigarette an. Hier sei oft unklar, wie die Zusatzstoffe auf den menschlichen Körper wirken. „Sie wissen nicht, was sie tun“, stellte der Professor fest. Das Problem sei die Reizung der Atemwege, krebserzeugende Substanzen und der Einfluss auf das Nervensystem sowie Zahnfleischentzündung und Kehlkopfkrebs.

Nikotin greife in die Blutgerinnung ein, was die Gefahr für einen Herzinfarkt verstärke. Kerber ist sich sicher, dass auch eine E-Zigarette ohne Nikotin nicht hilfreich ist, von der Zigarette weg zu kommen. Die E-Zigarette sei vielmehr eine Einstiegsdroge. Wer mehr als zehn Zigaretten am Tag rauche, der reduziere seine Lebenserwartung um 9,4 Jahre. Wer aber das Rauchen vollkommen einstellt, zum Beispiel im Alter von 60 Jahren könne in 15 Jahren eine Zustand erreichen, als ob er nie geraucht hätte. Zur E-Zigarette sagte er: „Es ist nicht belegt, dass man durch die E-Zigarette vom Rauchen weg kommt und auch die E-Zigarette hat ungünstige Bestandteile.“

Burnout, Cannabis und mehr

Dr. phil. Lothar Schattenburg, leitender Psychologe der Psychosomatischen Klinik, informierte dann zum Thema „Burnout – was kann ich für mich selbst tun?“ Dr. med. Adriana Ionescu, Leitende Oberärztin der Saaletalklinik, sprach über „Cannabis-Legalisierung: Hilfreich oder schädlich?“ und Dr. med. Nagham Soda, Fachärztin Anästhesie, Ernährungsmedizinerin, hatte das Thema „Was verrät meine Körperform über die Gesundheit?“ Bewegung für alle hieß es beim Präventions- und Gesundheitstag und dann ging es bei Dr. med. Ruth Rusche um das Pro und Contra der Grippeimpfung, bevor sich Dr. med. Alfred Baumgarten mit der Sturzprävention befasste. Eberhard Helm, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Ostheim beschloss die Veranstaltung mit „Prävention aus der Region.“

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