KREUZBERG

Die Natur an den Füßen spüren

Mit nackten Füßen in der Natur unterwegs: Pater Augustin führte viele Barfußwanderer über die Wiesen rund um den Kreuzberg.
Mit nackten Füßen in der Natur unterwegs: Pater Augustin führte viele Barfußwanderer über die Wiesen rund um den Kreuzberg. Foto: Marion Eckert

Die erste Barfußwanderung am Kreuzberg wurde zum Erfolg. Gäste aus der ganzen Region sind dem Aufruf von Pater Augustin und „Rhön-Yeti“ Andre Schmitt gefolgt und haben für einen guten Zweck ihre Schuhe ausgezogen. Die Barfußwanderung fand zugunsten von Pater Augustins Indienprojekt „Ein Haus zum Leben – Unser Traum!“ statt.

„Für die Kinder in den armen Gegenden in Indien ist es ein Luxus wenn sie Schuhe tragen können“, erklärte Pater Augustin. „Sie laufen den ganzen Tag barfuß. Für uns in Deutschland ist es ein Event, wenn wir eine längere Strecke barfuß laufen.“ Um die Verbundenheit mit den Kindern in seiner Heimat auszudrücken und zugleich für das Schulprojekt Spenden zu sammeln, wurde diese Barfußwanderung über die Höhe des Kreuzberg ins Leben gerufen.

Die große Bereitschaft der Bevölkerung sein Indienprojekt zu unterstützen, freut Pater Augustin besonders. Gerne berichtete er von der Missionseinrichtung in Andhra Pradesch, einem indischen Bundesland, in dem seine Mitbrüder missionarisch tätig sind.

Um den Kindern Bildungschancen zu eröffnen, ihnen die Möglichkeit zum Lernen zu geben, brauchen sie ein Gebäude, in dem sie unterrichtet werden können. Die Kosten für ein solches Gebäude sind mit 14 000 Euro für europäische Verhältnisse relativ erschwinglich, daher hofft Pater Augustin, dass durch diverse Aktionen die Summe gesammelt werden kann. Auch wenn in den vergangenen Monaten durch private Initiativen eine stattliche Summe zusammen, werde noch einiges benötigt. Die Barfußwanderung war die erste öffentliche Aktion für Pater Augustins Indienprojekt.

Die Teilnehmer waren begeistert, auch wenn mancher im Vorfeld etwas skeptisch war, ob er wirklich die zwei Kilometer über gekieste Wege, Schlamm, Waldboden und Wiese zur Gemündener Hütte zurücklegen kann. Das Tempo war gemächlich, niemand wurde abgehängt oder musste über Steine hetzen. Es gehe um das Erlebnis, das unmittelbare Spüren der Natur und das Wahrnehmen der unterschiedlichen Eindrücke, erklärte Andre Schmitt.

Wie unterschiedlich die Eindrücke sind, wurde bei den ersten Schritten schon spürbar. Vom glatten, angenehm warmen Asphalt ging es unverzüglich auf scharfkantige Basaltsteine. Der eine oder andere hegte dann Sorge, im hohen Gras in etwas unangenehmes hinein zu treten. Manchen Erwachsenen kostete es Überwindung, beherzt in den Schlamm zu treten und die angenehme Kühle der feuchten Erde zwischen den Zehen wahrzunehmen.

„Kein Wunder, viele Erwachsene sind zuletzt als Kinder barfuß unterwegs gewesen“, zeigt Andre Schmitt Verständnis für die „Berührungsängste“. Vom Schotterweg ging es über Wiese in den Wald. Hier erwartete die Barfußwanderer nun wieder ein ganz anderer Untergrund, Zapfen, Äste - „Die Füße bekommen eine kostenlose Massage“, kommentierte Pater Augustin. Über die hohe Wiese ging es dann zu den Kreuzen. Ein angenehmes, weiches, fast schmeichelndes Gefühl an den Füßen.

Mit dabei waren nicht nur Wanderer aus der Pfarreiengemeinschaft Am Kreuzberg-Bischofsheim, sondern viele Gäste von außerhalb. Rita Beck und Johanna Metz aus Poppenroth haben aus der Presse von der Veranstaltung erfahren und spontan beschlossen zum Kreuzberg zu fahren. „Ich gehe oft barfuß und ziehe bei Wanderungen die Schuhe gerne mal aus“, sagte Rita Beck. „Eine ganze Tour ohne Schuhe habe ich aber noch nicht gemacht. Es ist herrlich, ich bin sehr zufrieden.“ Die Spendenaktion zugunsten des indischen Schulprojekts hat Johanna Metz angesprochen. „Da wollte ich mit dabei sein und meinen Beitrag leisten.“

Als Beweggrund mit dabei zu sein, wurde immer wieder Pater Augustins Indienprojekt genannt. Das war für Rosita Stäblein aus Bad Neustadt der Hauptgrund an der Wanderung teilzunehmen, weil sie dieses Projekt gerne unterstützen möchte. Besonders freute sich Pater Augustin, dass viele Kinder mit dabei waren.

Im September wird Pater Augustin nach Indien fliegen und sein Projekt in Augenschein nehmen. Er versprach, dass er über den Fortgang der Bauarbeiten berichten wird.

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