Mellrichstadt

Disziplin muss auch im Fasching sein

Damit die Faschingszüge unbeschwert und in fröhlicher Stimmung verlaufen - so wie auf diesem Archivbild -, machen sich die Verantwortlichen von Faschingsvereinen Gedanken über einen sicheren Ablauf. Foto: Eckhard Heise

Die MKG hatte Vertreter der Polizei und von Faschingsvereinen aus dem ganzen Landkreis geladen, um Strategien für sichere Veranstaltungen zu besprechen. Das Thema Alkohol spielt dabei stets eine tragende Rolle.

Thomas Dietz von der MKG forderte die Teilnehmer auf, von den Erfahrungen bei ihren oder der Teilnahme an auswärtigen Umzügen zu berichten und schilderte zunächst seine eigenen Erkenntnisse. Er hielt fest, dass "ein großer Teil der Zugteilnehmer die Vorgaben und Regeln annimmt". Aber es gebe auch stets Vorfälle "die Grund zum Nachregeln geben". So beobachtete er eine "sinkende Hemmschwelle alkoholisierter Jugendliche", was zu Sachbeschädigungen und "respektlosem Verhalten gegenüber ehrenamtlichen Helfern, Feuerwehr und Polizei führt".

Menschentrauben hinter den Wagen

Unterschiedlich waren die Beobachtungen der einzelnen Teilnehmer. Als wenig erfreulich empfanden mehrere Teilnehmer die Zunahme von Menschentrauben hinter einzelnen Wagen oder das Fehlen von Verantwortlichen der Fahrzeuge.

Im großen und Ganzen zufrieden waren Vertreter der Ostheimer Ufos und der Aubstädter Fosenöchter. Marco Gans, Präsident der WaKaGe von Wargolshausen, sprach von einem "geregelten Ablauf" im Vorjahr. Heustreus Bürgermeister Ansgar Zimmer steht dagegen in diesem Jahr vor einer besonderen Situation. Weil die Festhalle nicht zur Verfügung steht, ist das Ziel des Zuges das Sportgelände, wo ein Festzelt für die Abschlussparty errichtet ist. Damit verläuft der Zug gegenüber den Vorjahren genau in die entgegengesetzte Richtung. Das bedeutet, dass die Wagen über die Ortszufahrt mit der Bahnübergang anfahren, um sich dann im Bereich Festhalle aufzustellen. Die Regelung für die Zuschauer ist noch nicht geklärt und wird noch bekanntgegeben.

Alkoholkonsum nimmt stetig zu

Wie sich die "Vorfälle" gestalteten und von Thomas Dietz angedeutet wurden, konkretisierte Michael Jäger von der Polizei Mellrichstadt. Er stellte fest, dass der Alkoholkonsum "von Jahr zu Jahr zunimmt". Das Ergebnis waren unter anderem in Mellrichstadt Schlägereien, eine Körperverletzung, Sachbeschädigungen und trauriger Höhepunkt der Alkoholmissbrauch eines Zwölfjährigen, der in das Krankenhaus Meiningen eingeliefert worden sei.

Auch in Wargolshausen habe es mehrere Vorfälle und Einsätze gegeben, widersprach Jäger der Darstellung von Marco Gans. Als Fazit forderte Jäger, "wir müssen noch konsequenter gegen Alkoholmissbrauch vorgehen".

Viele Regeln sind einzuhalten

Um einen sicheren Ablauf des Zugs zu gewährleisten, werden die Verantwortlichen über eine Reihe von Regeln informiert. Dazu gehören beispielsweise eine formgerechte Anmeldung; stets haben Wagenverantwortliche vor Ort zu sein; ausreichend Wagenbegleiter müssen vorhanden sein; keine brandweinhaltige Getränke auf den Wägen; Einhaltung der Lärmschutzvorgaben; kein Konfetti, Papier oder Alkohol in Verpackungen als Wurfmaterial.

Vorgaben zur Gestaltung der Wägen soll es indes nicht geben, da Dietz auch der Ansicht ist, dass die Zahl der "Discofahrzeuge" ohne erkennbare Motive zurückgegangen sei. Außerdem halte er entsprechende Vorgaben oder etwa Fahrzeugabnahmen vor Beginn des Zuges für wenig praktikabel.

Einige Teilnehmer klagten, dass es nach Zugende in einigen Gemeinden durch Fahrzeugstaus Schwierigkeiten bei der Abfahrt gebe. Da hier die örtlichen Gegebenheiten eine Rolle spielen, müssten sich die Verantwortlichen vor Ort Gedanken machen, schloss Dietz.

            

         

        

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