IPTHAUSEN

Domdekan Günter Putz am alten Wirkungsort

Domdekan Günter Putz war mit Mitarbeitern der Hauptabteilung III für Hochschule, Schule und Erziehung im Bischöflichen Ordinariat zu einem Besuch ins Grabfeld gekommen. Auf dem Pilgerweg ging es zur Wallfahrtskirche Ipthausen. Unterwegs begegnete man Steinmetze beim Restaurieren des „Leidensmannes” und stellte sich dort auch zum Bild auf.
Domdekan Günter Putz war mit Mitarbeitern der Hauptabteilung III für Hochschule, Schule und Erziehung im Bischöflichen Ordinariat zu einem Besuch ins Grabfeld gekommen. Auf dem Pilgerweg ging es zur Wallfahrtskirche Ipthausen. Unterwegs begegnete man Steinmetze beim Restaurieren des „Leidensmannes” und stellte sich dort auch zum Bild auf. Foto: Hanns Friedrich

Erinnerungen wurden wach, als Domdekan Günter Putz, Leiter der Hauptabteilung III für Hochschule, Schule und Erziehung im Bischöflichen Ordinariat, mit Mitarbeitern seinen ehemaligen Wirkungsort Bad Königshofen besuchte. 1984 kam er als Direktor des Kilianeums ins Grabfeld und erinnert sich gerne an diese Zeit.

Mit seinen Mitarbeitern hatte er sich aus einem besonderen Grund die Wallfahrtskirche Ipthausen ausgewählt. „An dem Wochenende, als ich hierher kam, wurde die Fertigstellung der Wallfahrtskirche begangenen und in einer festlichen Prozession das Gnadenbild von der Stadtpfarrkirche zurück nach Ipthausen gebracht. Das war eine große Feier mit Bischof Werner Scheele, der zu diesem Zeitpunkt gerade mal fünf Jahre das Bischofsamt bekleidete.“

Bad Königshofen sei für ihn eine schöne Zeit gewesen, wobei er mit seinen Kilianisten auch Wallfahrten zum Beispiel nach Vierzehnheiligen unternahm. Der heutige Domdekan erinnerte an die Reliquienprozession, aber auch an die Heimatzeitung „Bote vom Grabfeld“, die viel über das Kilianeum und die verschiedenen Aktivitäten berichtete. Er selbst war auch in die Kirchengemeinde eingebunden, hielt Gottesdienste und war vor allem durch seine fundierten Predigten bekannt. Grund genug für ihn, ins Grabfeld und nach Bad Königshofen zu kommen, um seinen Mitarbeitern seinen ehemaligen Wirkungsort zu zeigen.

Gemeinsam mit Kreiskulturreferent Hanns Friedrich unternahm man einen geschichtlichen Spaziergang von der historischen Altstadt zur Wallfahrtskirche Ipthausen. Sie ist die dritte Kirche und wurde 1749 bis 1754 von dem Königshofener Maurermeister Johann Michael Schmitt gebaut. Die Kirche beherbergt ein Deckengemälde von Georg Anton Urlaub, der unter dem Einfluss des berühmten Malers Tiepolo stand.

Am Marktplatz in Bad Königshofen erfuhren die Gäste zunächst von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 741 und davon, dass die Stadt in der Urkunde als „Cuningishaoba in pago graffelti“ erwähnt wird, als eine „Hube des Königs im Grabfeld.“ Das Grabfeld ist jedoch viel älter, sagte der Kreiskulturreferent und berichtete von Ausgrabungen. Schon vor rund 6000 Jahren siedelten sich hier Menschen an. Da die Würzburger zuvor auf dem kleinen Gleichberg waren, konnten sie das nachvollziehen, denn auf dem Gleichberg ist ja eine Keltensiedlung nachgewiesen und dort findet man auch noch Reste aus dieser Zeit. Die Gleichberge seien einst unerreichbar gewesen, sagte Hanns Friedrich. Er erinnerte auch an die Zeit der deutschen Teilung. Das Grabfeld endete am etwa zehn Kilometer entferntem Grenzzaun.

Heute ist das längst Vergangenheit und die Jugend könne sich nicht vorstellen, wie das war, als Deutschland geteilt war. Deshalb hat der Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld 1993 das erste unterfränkische Grenzmuseum eingerichtet. An den Museen Schranne erfuhren die Würzburger Gäste, dass dies ein ehemaliger Schüttbau des Klosters Wechterswinkel war, aber auch Bildhausen sehr enge Kontakte zu Königshofen hatte.

Zur Zeit wird das Museum Schranne renoviert und im kommenden Jahr wiedereröffnet. Friedrich berichtete, dass mittlerweile das Museum für Grenzgänger auch von Schulen besucht wird. Das sei wichtig, um die neueste deutsche Geschichte nicht zu vergessen.

Am Gradierpavillon staunten die Gäste nicht schlecht, als sie dort das Schnapsfässchen sahen und erfuhren, dass hier ein so genannter Gradierbrand entsteht. Vor einigen Jahren sei man auf die Idee gekommen und mittlerweile gehöre so ein Schnapsfässchen zum Gradierpavillon. Der werde nicht nur in heißen Sommertagen genutzt sondern auch bei Atembeschwerden oder Erkältungen.

Auf dem ehemaligen Pilgerweg ging es nach Ipthausen. Unterwegs berichtete der Kreiskulturreferent von den Bildstöcken, die hier zu finden sind und die zur Zeit, mit Hilfe von Zuschüssen und Spenden saniert werden. „Am Leidensmann konnte man die Steinmetze sogar bei der Arbeit beobachten, denn die Bildstöcke werden nun gedreht, so dass ihr Blick auf den Weg gerichtet ist.

In der Wallfahrtskirche Ipthausen stand dann das große Deckengemälde von Georg Anton Urlaub im Mittelpunkt der Betrachtungen. Es zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel und den Sieg des Kreuzes. Umgeben sind sie von Personen und Gruppen der damals bekannten vier Erdteile, von der Darstellung der fränkischen Heiligen Kilian, Kolonat und Totnan, sowie Äbtissinnen, Bischöfen und Evangelisten.

Pfarrer Linus Eizenhöfer stellte die Orgel vor und spielte bei einem gemeinsam gesungenem Lied.

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