Leinach

Dorffest in Leinach mit vielen Höhepunkten

Ein Tänzchen in Ehren: Bei schönstem Wetter war überall im Dorf zur 800-Jahrfeier gute Laune angesagt. Foto: Regina Vossenkaul

Mit viel Musik und dem obligatorischen Bieranstich startete Leinach am Wochenende in die 800-Jahrfeier des Ortes.1219 werden erstmals Güter zu "Lynahe" in einer Urkunde genannt, die eigentliche Gründung durch Einwanderer aus Böhmen erfolgte wahrscheinlich erheblich früher. Am Samstag gab es passend dazu zum Auftakt "Böhmische Blasmusik", gespielt von den Leinacher Musikanten.

Feierlich am Abend: Die Rhapsodie in Blue von George Gershwin mit Sahra Kuhn am Flügel bildete das musikalische Sahnehäubchen der Feier. Foto: Regina Vossenkaul

Am Abend erwartete die Zuhörer ein besonderer Musikgenuss. Mindestens dreimal so viele Menschen, wie Leinach Einwohner hat, begrüßte Gemeinderat Tobias Hofmann zur "Rhapsodie in Blue", aufgeführt innerhalb eines Open-Air-Konzerts von der Band der Berufsfachschule für Musik unter der Leitung von Udo Schneider. Zunächst erklang Big-Band-Musik auf hohem Niveau, mit "Afrika", "Feel so good", "I‘m a Believer", "Big Spender" und "Ulla in Afrika", ein schweres Stück, aus dem man die Elefanten mit ihrem langsamen Gang heraushören kann, wie Udo Schneider erklärte. Zu den Solisten gehörten auch Fritz Wenzel aus Schweinfurt am Tenorsaxophon, Paul Bießmann am Flügel und Bastian Wüst an der Trompete. Der Höhepunkt des Abends war die Rhapsodie in Blue von George Gershwin mit Sahra Kuhn am Flügel, ein Sahnehäubchen an diesem beschwingten Musikabend, der mit Rock-Stimmungsmusik weiterging.

Laufend andere Eindrücke: Der kleine Sinnesparcours fand große Beachtung. Foto: Regina Vossenkaul

Kontrastprogramm am nächsten Tag: Bei hohen Temperaturen erwartete die zahlreichen Besucher ein abwechslungsreicher, interessanter und genussvoller Tag in Leinach, an dem auch die Kinder Spaß hatten, denn auf sie warteten acht Spiel- und Bastelstationen. Der ganze Ort, durch die abgeschlossene Dorferneuerung ohnehin schön gestaltet, war durch originelle Blumenarrangements auf umfunktionierten Paletten zusätzlich geschmückt worden, dazu kamen ausgestellte landwirtschafts- und Gartengeräte aus früheren Zeiten.

Wie in alten Zeiten: Zwei Frauen demonstrieren, wie früher gesponnen wurde. Foto: Regina Vossenkaul

An 31 Marktständen wurden Pflanzen, Blumen, Naturprodukte, Schmuck und Handarbeiten angeboten. Eine Jagdstation, die Freiwillige Feuerwehr und eine Landmaschinenausstellung "einst und jetzt" luden zum Erkunden ein. Auf Interesse stieß auch die Filmvorführung über das Fest anlässlich des 300jährigen Bestehens der Dorfkirche. Am Nachmittag starten eine Natur- und Vogelstimmenführung, das Duo "Firlefanz", Straßenmusik und vieles mehr.

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800 Jahre Leinach

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Zweimal aufgeführt wurde das selbstgeschriebene Theaterstück nach einer wahren Begebenheit von 1802, wobei es um die besondere Beziehung des Dichters Friedrich Rückert zu Leinach geht. Das Denkmal in Schweinfurt zeige, dass der Dichter sinnend schaut, aber nicht nach Norden – vielleicht weil dort das Örtchen Leinach liegt? Das fragte Tobias Hofmann in seiner Begrüßung der zahlreichen Zuschauer. "Der junge Friedrich Rückert und das Leinacher Dorfgericht", realisiert durch Birgit Fahl und Leinacher junge Erwachsene, erinnert an das missglückte amouröse Abenteuer des Dichters, der seine Jugend in Oberlauringen verbrachte.

Der Dichter und sein Liebchen: Zwischen der feschen Ruth (Theresa Then) und dem jungen Rückert (Jonas Fahl) hat es gefunkt. Sehr zum Verdruss des Dorfschulzen (Bürgermeister Jürgen Heusinger).  Foto: Regina Vossenkaul

Im Theaterstück wird es so dargestellt, dass ausgerechnet an Kirchweih eine Kuh kalbt und der Bursche, mit dem die fesche Ruth (Theresa Then), Tochter des Dorfschulzen (Bürgermeister Jürgen Heusinger) zusammen ist, nicht als Tanzpartner zur Verfügung steht. Der junge Dichter (Jonas Fahl) springt ein und so entwickelt sich eine Beziehung, die von den ortsansässigen Burschen nicht geduldet wurde. Sie lauerten dem "Überlauringer Gickl" auf und jagten ihn mit Schlägen zum Dorf hinaus. Rückert rächte sich mit einem Schmähgedicht über die armen Leinacher, bei denen angeblich sogar der Schulze keine Schuhe hat, um zum Betteln zu gehen.

Tiefe Einblicke in eine interessante Episode in der Geschichte des kleinen Ortes 

Die Bühne und den Zuschauerraum benutzten die Darsteller und gaben in ihren Kostümen, die vom Theater Maßbach geliehen waren, einen interessanten Einblick in eine Episode aus der Leinacher Dorfgeschichte. Weitere Mitwirkende waren: Sophia Fahl, Julia und Sarah Bischof, Lukas Thean, Alexander und Christian Ganz, sowie Wolfgang Appel und Rudi Mai.  

Spielend 800 Jahre: Für die Kinder war am Festwochenende an zahlreichen Stationen für Abwechslung gesorgt.  Foto: Regina Vossenkaul

Viele lobende Kommentare erhielt die Leinacher Dorfgemeinschaft. "Toll, was hier auf die Beine gestellt wurde", "das zeigt den guten Zusammenhalt in dem kleinen Ort" und "sogar ein Theaterstück – alle Achtung" wurde geäußert. Für die Leinacher selbst, bei denen fast der ganze, nur 211 Einwohner zählende Ort im Einsatz war, gibt es am 15. Juni ein Helferfest.     

800-Jahrfeier Leinach: Die Kreation aus weißen Luftballons machte jedem Besucher gleich  klar, um was es hier ging.  Foto: Regina Vossenkaul
Mit Musik geht alles besser: Locker vom Hocker zog diese "Band" durch den Ort, um die Leute zu unterhalten. Foto: Regina Vossenkaul
Altertümer am Straßenrand: Liebevoll zusammengestellte Arrangements wie dieses fanden die Besucher an zahlreichen Stellen im Ort. Foto: Regina Vossenkaul

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