Wülfershausen

Dorfladen Wülfershausen: Gibt es eine Kooperation mit dem Metzger

Nachdem Fleischereiinhaber Rainer Spiegel Interesse an einer Zusammenarbeit mit einem etwaigen Dorfladen signalisiert hat, ist es nun am Arbeitskreis auszuloten, welche Möglichkeiten sich ergeben. Foto: Michael Petzold

Der nächste Schritt zu einem Dorfladen in Wülfershausen ist getan. Nur wenige der gut 70 Teilnehmer der Veranstaltung im Sportheim, in deren Verlauf auch die Umfrageergebnisse zum Thema Dorfladen veröffentlicht worden waren, sprachen sich gegen ein weiteres Vorgehen aus. Der Arbeitskreis, der sich  am 22. August um 19 Uhr im Rathaus treffen will, bekommt viel zu tun. Volker Hahn vom Nahversorger-Institut, der den Weg der Gemeinde hin zum Dorfladen begleitet, hofft deshalb nach der Veranstaltung am Montag auf noch mehr Interessenten, die sich dem Arbeitskreis anschließen.   

Geklärt werden muss unter anderem, ob eineKooperation mit der Metzgerei Spiegelund den vorhandenen Händlern möglich ist. Außerdem geht es darum, einen geeigneten Standort zu finden. Geprüft werden soll auch, ob Chancen bestehen, ein gemeinsames Nahversorgungsprojekt zu verwirklichen. Wie Bürgermeister Wolfgang Seifert erklärte, habe Inhaber Rainer Spiegel sein Interesse signalisiert. Platz wäre im Gebäudekomplex der Familie Grund, wo die Metzgerei untergebracht ist, zudem wohl auch für einen Dorfladen genügend vorhanden.  Im hinteren Bereich ist dort auch schon seit langem eine Gärtnerei untergebracht. 

Wie kann Zusammenarbeit aussehen?

Aufgabe des Arbeitskreises im Zusammenspiel mit der Gemeinde und Verwaltung wird es nun sein, auszuloten, auf welche Weise eine solche Zusammenarbeit möglich ist, ohne die möglichen Zuschüsse einzubüßen. Bei einem privat geprägten Vorhaben dürfte man ebenso wenig Förderung erwarten, wie bei einem Neubau eines Dorfladens auf der grünen Wiese. Über das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) und die Städtebauförderung allerdings seien Dorfläden in Verbindung mit einer auch nur punktuellen Dorferneuerung bis zu 70 Prozent förderbar, wobei die maximale Zuschuss-Summe bei rund 250 000 Euro liegt, in Einzelfällen auch darüber. Im Gegenzug muss die Gemeinde aber mindestens zwölf Jahre hinter dem Projekt stehen. Hahn versuchte auch hier Skepsis zu zerstreuen. Selbst beim Scheitern eines Dorfladens würden Rückforderungen schon deswegen nicht fällig, weil die Läden mit einer sozialen Einrichtung, wie einem Dorftreff verknüpft seien, der auch im Falle einer Schließung beibehalten werde.

Hoher Rücklauf bei der Umfrage sorgt für repräsentativen Charakter 

Mit einer Rücklaufquote von rund 42 Prozent in Wülfershausen, wo 550 Fragebögen verteilt und 240 abgegeben wurden, erreicht die Umfrage einen repräsentativen Charakter, wie Hahn erklärte. Und noch etwas lies sich aus den Antworten der Fragebogenaktion herauslesen: Die Akzeptanz des Vorhaben und die Bereitschaft zur Mitarbeit sei sehr deutlich geworden. So hatten sich gut 85 Prozent eine Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten gewünscht, wenn auch nur 34 Prozent die Situation als schlecht beurteilt und 51 Prozent erklärt hatten, dass sie in Punkto Einkaufen gut zurecht kämen. Ähnliches wurde dann auch von einem Mann in der Diskussion vorgetragen, der ein besseres Angebot zwar annehmen, den besseren Service aber dem  Metzgerbetrieb überlassen würde.      

Die Bäckerei Gernert bleibt jetzt wohl doch noch länger offen, wie an dem Abend deutlich wurde. Zwar war im Frühjahr die Schließung für Februar 2020 angekündigt worden, doch dies haben nur unter der Bedingung gegolten, falls in die Räumlichkeiten der Dorfladen einziehe, erklärte Agnes Gernert. Dessen Standort ist aber überhaupt noch nicht entschieden, betonte Volker Hahn. Es werde Aufgabe des Arbeitskreises sein, hier den richtigen zu finden. 

Auf Frische, Qualität, Regionalität und bio kommt es den meisten Wülfershäusern beim Einkauf an.  Produkte wie auf diese... Foto: K-H. Wiesenfelder

Worauf kommt es den Wülfershäusern beim Einkaufen an? Dass Obst und Gemüse appetitlich und frisch sind, die Produkte möglichst regionaler Herkunft und bio sind und  der Preis stimmt. Dann würden über 90 Prozent der Fragebogenausfüller im Dorfladen auch einkaufen gehen. Ein weiterer Trend scheint auch wichtig zu werden: Während der Diskussion nannte ein Teilnehmer "verpackungsfreies Einkaufen" als wichtiges Kriterium. Es gebe immer mehr Verbraucher, die darauf Wert legen würden. Sicher auch ein Potenzial, aus dem man schöpfen könne.      

Was die Finanzierung angeht, so waren bisher rund 70 Personen bereit, insgesamt rund 20 000 Euro anzulegen, um einem Dorfladen aus den Startlöchern zu helfen. Nach Hahns Erfahrungen steigt die Summe aber im Laufe des Prozesses auf das Drei- bis Vierfache. Etwas überraschend fiel die Befragung hinsichtlich der Mobilität aus. Die scheint auch unter den Älteren sehr hoch zu sein, der Wunsch nach einem Hol- und Bringdienst war nämlich nur sehr gering ausgeprägt.  

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