FLADUNGEN

Ein Fest für alle Freunde des Bieres

Zum Brautag hatte man für die Vorführung der Etikettiermaschine der Pax-Bräu ein Flaschenlabel kreiert.
Zum Brautag hatte man für die Vorführung der Etikettiermaschine der Pax-Bräu ein Flaschenlabel kreiert.

Am Samstag gab es im Freilandmuseum dreifachen Grund zum Feiern. Der „Tag des Bieres“, das Jubiläum 500 Jahre Reinheitsgebot und der Brautag im museumseigenen Brauhaus fielen zusammen und wurden im Rahmen der „Fränkischen Woche“ in Rhön-Grabfeld, die heuer ganz im Zeichen des Gerstensaftes stand, begangen. Dazu war die Initiative „Wir sind Rhöner Bier!“ vor Ort, verschiedene Brauereien kredenzten ihre Erzeugnisse.

Trotz miserablen Wetters hatten sich Bierfreunde aus der Region zahlreich auf den Weg ins Museumsdorf gemacht. Bereits zur Eröffnung am späten Vormittag war das beheizte Festzelt gut gefüllt. Dazu spielte „Spilk“ auf, die mit zünftigen Klängen und frech-fränkisch-rhönerischen Texten, Frohsinn verbreitete. Unverhohlen kam von den drei Musikern da auch der ein oder andere Seitenhieb Richtung Südbayern und die politische Führungsriege – die „Trachtenjunker-Mafia“ – was für mächtig Erheiterung sorgte.

Begeistert war der gut aufgelegte Landrat und Vorsitzende des Museumszweckverbandes Thomas Habermann, der mit einer launigen Rede die Besucher begrüßte. Er brach eine Lanze für die Braustätten im Landkreis, wo noch handwerklich originäres Bier gebraut werde. Vielfalt und Geschmack seien angesagt, statt Einheitstrunk aus Massenproduktion, wie sie in den großen Industrie-Brauereien vorherrsche.

Alles, was man für Bier braucht

Die Landwirte als Rohstofflieferanten, die Mälzer und die Brauereien, die Gasthäuser und Wirtschaften, viele Feste und Menschen, die gerne Bier trinken – im Landkreis habe man alles, was man für Bier braucht, kam der Landkreischef ins Schwärmen über die gelebte Bierkultur und die gut funktionierende Wertschöpfungskette in Rhön-Grabfeld. Habermann erinnerte auch an den langjährigen „Gambrinus“ des Museums. Der passionierte Hausbrauer Erich Hemmert aus Unterwaldbehrungen, der viele Jahre verantwortlich für das Museumsbier zeichnete, ist kürzlich verstorben.

Von der Geselligkeit im Bierzelt waren auch der Bezirkstagspräsident und stellvertretende Verbandsvorsitzende des Fränkischen Freilandmuseums Erwin Dotzel und Senator a.D. Karl Groenen, Schirmherr der „Fränkischen Woche“ angetan. Groenen, der als Ideengeber der 2013 von der Tourismus GmbH Bayerische Rhön und dem Landkreis Rhön-Grabfeld ins Leben gerufenen Initiative „Wir sind Rhöner Bier!“ von Habermann mit anerkennenden Worten bedacht worden war, wertete diese Kooperation der Brauer, Mälzer und Landwirte als zukunftsweisend. Mit der Devise „Miteinander statt Gegeneinander“ könne man viel erreichen.

Unter den Ehrengästen befand sich Friedrich Düll, der Präsident des Bayerischen Brauerbundes. Er unterstrich die kulturhistorische Bedeutung des Bieres und die Wertigkeit des Reinheitsgebotes als besonderes Qualitätssiegel.

Eine wahre „Biermeile“ erwartete die Festbesucher. Dort konnten sie die Kreationen der heimischen Brauereien verkosten und sich von der Qualität und Geschmacksvielfalt der Biere überzeugen.

Angesichts des schlechten Wetters konzentrierte sich das Besuchertreiben auf das Festzelt, das am Nachmittag fast aus allen Nähten platzte. Es lohnte sich aber einen Abstecher ins Museumsbrauhaus zu machen, wo an diesem Tag die beiden Museumsmitarbeiter Joachim Werner und Klaus-Dieter Spiegel zusammen mit ihrem Brauerfreund Matthias Ullrich – er war wieder eigens aus Vogelsang (Sachsen-Anhalt) angereist – den Sud für das Museumsbier ansetzten, das dann beim Museumsbieranstich im Juni ausgeschenkt wird.

Flaschenabfüllung von Hand

Darüber hinaus hatte die Pax-Bräu aus Oberelsbach in der Schafstelle aus Hausen Quartier bezogen, um die Flaschenabfüllung von Hand und eine Etikettiermaschine vorzuführen.

Im Truchsesshaus aus Oberhohenried hatte man eine Ausstellung des Bezirks über Bier- und Brotmarken aus Unterfranken eingerichtet, dazu gab es Sonderführungen mit Birgit Speckle von der Kulturarbeit und Heimatpflege des Bezirks. An die kleinen Besucher war mit einer „alkoholfreien“ Aktion gedacht. Sie hatten Gelegenheit unter fachkundiger Anleitung Malzbonbons herzustellen.

Die Museumsmitarbeiter Joachim Werner (links) und Klaus-Dieter Spiegel (rechts) wurden beim Brauen erneut vom befreundeten Hobbybrauer Matthias Ullrich (Mitte) unterstützt.
Die Museumsmitarbeiter Joachim Werner (links) und Klaus-Dieter Spiegel (rechts) wurden beim Brauen erneut vom befreundeten Hobbybrauer Matthias Ullrich (Mitte) unterstützt. Foto: Fotos (2): Eva Wienröder

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