BAD NEUSTADT

Ein Krankenhaus wird verlegt

Noch 16 Patienten mussten am letzten Tag des Kreisklinik-Umzugs in Bad Neustadt verlegt werden. Foto: Anand Anders

7000 Umzugskartons, rund 1850 medizinische Geräte, dazu noch rund 200 Betten: Der Umzug der Bad Neustädter Kreisklinik am Rande der Altstadt hoch auf das Gelände des Rhön-Klinikum-Campus ist eine logistische Herausforderung bei laufendem Betrieb.

Am Mittwochvormittag konnte der Umzug, der nach Weihnachten begonnen hatte, praktisch abgeschlossen werden. Jetzt folgen nur noch Kleinigkeiten Die letzten 16 Patienten, davon fünf Intensivpatienten, wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bayerischen Roten Kreuzes, auf den sogenannten Klinikberg verfrachtet, wo der imposante Neubau des Rhön-Klinikum-Campus thront.

Am Klinik-Campus wird alles zusammengeführt

Das letzte von einst drei Kreiskrankenhäusern in Rhön-Grabfeld war 2016 in den Besitz der Rhönklinikum AG übergegangen. Schon länger wurde damit geliebäugelt, aber erst damals wurden die kartellrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, in dem sich die Rhön AG von anderen Häusern getrennt hatte. Seitdem firmiert das Haus auch unter dem Titel „Rhön-Kreisklinik“.

Mit der Verwirklichung des innovativen Campus-Konzepts für eine zentrale medizinische Versorgung im ländlichen Raum war klar, dass für den bisherigen Standort nahe der Altstadt die Tage gezählt waren. Am Klinik-Campus werden viele medizinische Angebote zusammengeführt. Eine zentrale Notaufnahme wird künftig die Patienten sozusagen zwischen dem Kreiskrankenhaus und den Rhönklinikum-Sparten wie Handchirurgie, Neurologie oder Kardiologie aufteilen.

Zentrum für klinische Medizin mit 665 Betten

Das Ganze heißt fortan Zentrum für klinische Medizin und verfügt über 665 Betten in 385 Zimmern, verteilt auf insgesamt 20 Stationen. Hinter dem nackten Zahlenwerk verbergen sich natürlich viele beruflichen Lebensgeschichten. „Es gab ja in früheren Jahren so etwas wie eine leichte politische Spannung zwischen Kreiskrankenhaus und Rhön-Klinikum“, räumt Medizin-Vorstand Professor Dr. Bernd Griewing ein. Umso größer sei nun die Aufgabe, die Teams aus der ehemaligen Kreisklinik und den Rhön-Klinikum-Häusern am neuen Campus zusammenzuschließen.

„Es ist schon jetzt bewundernswert, was die Mitarbeiter in den letzten Wochen geleistet haben und noch leisten“, so der Manager. Schließlich müsse noch jeder gewohnte Griff in die Schublade neu gelernt werden. Das gilt für Pfleger wie für Operateure, die sich mit den neuen OP-Sälen vertraut machen müssen. Immerhin: Im neuen Kreißsaal auf dem Klinikberg werden schon drei Neugeborene versorgt.

Von der Neugeborenen- bis zur Palliativstation

Am anderen Ende des Lebens steht die Palliativstation. Die Abteilung für Schwer- oder sterbenskranke Patienten ist ebenfalls nun dem Rhön-Klinikum-Campus angegliedert. „Wir haben sogar die Malereien aus dem alten Kreiskrankenhaus ausgebaut und oben wieder eingesetzt“, erzählt Griewing, der mit dem reibungslosen Verlauf der Umzugsarbeiten sehr zufrieden ist.

Das Lob gilt auch den Frauen und Männern des Bayerischen Roten Kreuzes, die am Mittwoch für den Patientenfahrdienst zuständig waren. Zwar hatte man zuerst mit einer regelrechten Patienten-Karawane von rund 100 Frauen und Männern gerechnet. Diese Zahl konnte durch reguläre Entlassungen und eine Entzerrung des Umzugs-Zeitkorridors erheblich verringert werden. Aber auch für die am Ende verbliebenen 16 Patienten musste der sichere Transport gewährleistet werden. Selbst die Polizei war am Mittwoch unterstützend vor Ort.

Wer jetzt den Begriff „Rhön Kreisklinik“ googelt, landet mitunter noch in der Innenstadt. Doch dort ist mit dickem, rotem Klebeband das große Schild „Haupteingang“ am alten Kreiskrankenhaus durchgestrichen.

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