Kreuzberg

Ein Wanderer zwischen den Welten

"Ein Blick zurück" - das Werk des Malers und Zeichners Manfred Bühner im Bruder-Franz-Haus am Kreuzberg
Manfred Bühner hielt die "Ballunspitze" zwischen Tirol und Vorarlberg im Bild fest. Foto: Siggi Seuß

Über sechzig Jahre lang entdeckte er mit dem Skizzenbuch in der Tasche und dem Bleistift in der Hand die eine Welt, um die andere besser zu ertragen. Die eine Welt, das ist für Manfred Bühner, der im November 70 Jahre alt wird, die Natur, das sind Wald, Wiesen, Berge, Seen, Himmel und alles, was da kreucht und fleucht. Für ihn sind es Zufluchtsorte vor den mannigfachen Herausforderungen der anderen Welt - die der Menschen und ihrer gesellschaftlichen Konventionen. Ab 20. September ist unter dem Thema „Ein Blick zurück“ eine Auswahl seiner Werke im Bruder-Franz-Haus am Kreuzberg zu sehen.

Auch der Kreuzberg findet sich im Werk von Manfred Bühner wieder. Foto: Siggi Seuß

Über sechzig Jahre lang hat Manfred Bühner aus Sandberg, Architekt im Ruhestand, mit Bleistift, mit Tusche, mit Pinsel, mit Kreide, in Öl, mit Wasser- und Acrylfarben und mit druckgrafischem Handwerkszeug das zu Papier und auf Leinwand gebracht, was ihn berührte. Dabei ist der gebürtige Schmalwasserer immer Autodidakt geblieben. Als Bewahrer seiner großen Leidenschaft hat er seine Kunst nie zum Beruf gemacht, wohlwissend wie zerbrechlich eine gelebte Passion werden kann, wenn man sie professionell nutzt.

Immer wieder neue Blickwinkel

Bühner ist Maler und Zeichner, der sich dem, was seine Neugierde erregt oder seine Empathie erweckt, immer wieder aus neuen Blickwinkeln nähert. Manchmal ist die Farbgebung respektvoll zurückhaltend, manchmal naturalistisch bunt, manchmal schmerzlich kontrastreich und schrill, besonders dann, wenn es um die Darstellung seelischen Schmerzes geht. Manchmal wirken die Szenen melancholisch, manchmal fast der Wirklichkeit entrückt, als habe der Künstler die Wahrheit hinter der Oberfläche gespiegelt.

Und dann ist da noch Bühners ganz eigener Weg zur Spiritualität. Begegnungen mit Leben und Leiden Christi, voller Symbolik von Schmerz und jenseitiger Hoffnung. An solchen Bildern werden sich die Geister scheiden. Die einen werden einen Schritt zurücktreten, die anderen spüren vielleicht gerade darin ein Echo eigenen Leids am Widerspruch zwischen gedachtem und gelebtem Glauben. Erstaunlich, wie Bühner die Welten wechseln kann, von zartesten Naturstimmungen über architektonische Bildspielereien, Karikaturen kleiner menschlicher Schwächen bis zum provokanten Seelenschrei.

Das Paznaun-Tal im Norden Tirols. Foto: Siggi Seuß

Nie glaubt man als Betrachter jedoch, der Künstler wolle sich in einer Welt einrichten. Er wird ein Zweifler bleiben, ein Wanderer – rastlos in einem Augenblick, voller meditativer Ruhe im anderen.

Vom 20. September bis 17. November

Die Ausstellung ist vom 20. September bis 17. November im Bruder-Franz-Haus auf dem Kreuzberg zu sehen. Telefon 09772-932853. www.bruder-franz-haus.de

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