Waltershausen

Ein etwas anderes Dankeschön

Das etwas andere Dankeschön des Waltershäuser Konfirmanden Chris Köhler. Gemeinsam mit seinem Vater Ralf (links) sowie Bernd Müller und Egon Schellenberger war man fleißig und bastelte in den Wintermonaten 150 Nist- und Fütterungskästen. Foto: Hanns Friedrich

"Was geben wir denn denjenigen, die ein Geschenk zur Kommunion oder Konfirmation bringen... Welche Süßigkeiten... Schokolade... oder vielleicht Blumensamen oder sonst etwas?" Fragen, die zur Zeit ganz sicher in verschiedenen Familien diskutiert werden. Meist einigt man sich auf Süßigkeiten oder einfach eine Tafel Schokolade.

Diese Frage stellte sich bereits im vergangenen Winter auch bei der Familie Köhler in Waltershausen. Dort feiert Chris am 28. April Konfirmation. "Was hältst du davon, wenn wir Nistkästen und Vogelfütterungskästen bauen?", meinten die Eltern Tanja und Ralf Köhler. Der Vater wusste auch schon, dass Bernd Müller aus Saal in einer holzverarbeitenden Firma arbeitet, wo Holzreste günstig zu bekommen wären.

In den Wintermonaten rund 200 Stunden investiert

"Warum nicht", sagte Chris und gemeinsam mit Chris' Großvater Egon Schellenberger aus Trappstadt ging es ans Werk. Nun warten 150 Nist- und Vogelfütterungskästen auf diejenigen, die Chris zur Konfirmation gratulieren und ihm ein Geschenk bringen. Rund 200 Stunden wurden investiert und in den Wintermonaten fleißig gearbeitet. Je nachdem, wie die Holzreste zur Verfügung standen, wurde gesägt, gebohrt, geschraubt und zusammen gesetzt.

In kleinen Serien wurden dabei für die verschiedenen heimischen Vogelarten Nistkästen hergestellt und dazu die entsprechende Einflugloch-Größe gebohrt. Wenn sich die fleißigen Handwerker umschauen, lachen sie und geben zu: "So viele waren eigentlich nicht geplant, aber es hat Spaß gemacht und so haben wir nun eine große Auswahl." Douglasienholz wurde übrigens verwendet, sagt Bernd Müller.

Ein neues Zuhause für heimische Vogelarten

Stare, Meisen, Rotkehlchen und andere heimische Vogelarten bekommen nun ein neues Zuhause. Ralf Köhler hat natürlich weiter gedacht und eine Anleitung dazu gelegt, wie Nistkästen richtig aufgehängt werden. Sie sollte an einem festen Gegenstand befestigt sein, da Vögel es nicht mögen, wenn ihr Brutplatz zu stark im Wind schaukelt. Neben Bäumen eignen sich Garagen-, Schuppen-, Scheunen- oder auch Hauswände.

Man kann auch einen Pfosten aufstellen und den Nistkasten an der Spitze befestigen. Der Platz sollte nicht in der prallen Sonne liegen, da eine Überhitzung im Innenraum des Kastens die Brut gefährden kann. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherheit von Katzen oder Mardern. Die Nisthilfe sollte nach Osten oder Südosten ausgerichtet sein. Wird der Nistkasten geschützt unter einem Vordach an einer Haus- oder Schuppenwand aufgehängt, ist die Ausrichtung egal.

Im Herbst sollte das alte Nest entfernt werden

Wichtig ist es aber auch, im Nistkasten im Herbst das alte Nest zu entfernen und den Innenraum mit einem Handfeger oder Pinsel auszufegen. In den Wintermonaten richten sich nämlich viele Kleintiere, darunter nützliche und bedrohte Arten, für das Winterhalbjahr ein. Dazu zählen Ohrwürmer, Florfliegen, Wespen-, Hummelköniginnen und Säugetiere wie verschiedene Mäusearten und Fledermäuse. Zudem übernachten einige Vogelarten wie etwa Meisen in kalten Winternächten gerne in den Nistkästen.

Wie aber kann man die verschiedenen Vogelarten anlocken? Auch dazu informiert Ralf Köhler und verweist auf einheimische Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume, die die hungrigen Gartenbesucher mit ihrer großen Auswahl an Samen und Früchten anlocken. Außerdem leben auf ihnen viele Insekten, was die Insektenfresser freut.

Heimische Pflanzen sind vogelfreundlich

Wie vogelfreundlich heimische Pflanzen sind, lässt sich am Beispiel von Eberesche und Weißdorn ablesen: Man hat 63 Vogelarten gezählt, denen die roten Vogelbeeren schmecken, am Weißdorn wurden 163 Insektenarten beobachtet - ein Paradies für Zilpzalp und andere insektenfressende Sänger. Gartengrasmücken brüten in der Wildrosenhecke, Stieglitz, Gimpel und Grünfink suchen in der Blumenwiese nach Samen, eine Bachstelze badet im Flachwasser des Gartenteichs. Ein richtiges Schlaraffenland ist der Komposthaufen mit seinen vielen Würmern, Spinnen und Insekten. Schutz und Nistmöglichkeiten finden Gartenvögel wie Rotkehlchen oder Zaunkönig auch in Reisighaufen.  

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