Bad Neustadt

Eine echte Neustädterin: Gerda Dömling feiert 85. Geburtstag

Ein Leben lang war sie für andere im Einsatz. An diesem Samstag, 5. Oktober, feiert Gerda Dömling ihren 85. Geburtstag. Regelmäßig erhält sie Besuch von Antonin "Toni" Spacek (im Bild), mit dem sie seit 51 Jahren eng befreundet ist. Foto: Kristina Kunzmann

Eine waschechte Bad Neustädterin ist sie und eine fröhliche noch dazu. Dies merkt man gleich, wenn man Gerda Dömling zuhört, wie sie mit verschmitztem Lächeln von ihrem Leben erzählt. Von einem Leben geprägt von harter Arbeit, aber auch Geselligkeit und vor allem Nächstenliebe. Und fröhlich und zuversichtlich geht Gerda Dömling nun auch in ihr neues Lebensjahr. Denn an diesem Samstag, 5. Oktober, feiert sie, die inzwischen im Stiftungs- Alten- und Pflegeheim lebt, ihren 85. Geburtstag.

Das Licht der Welt erblickte die Jubilarin am 5. Oktober 1934 in der Bad Neustädter Bauerngasse, nur einen Katzensprung von ihrem jetzigen Zuhause entfernt. Nach dem Schulbesuch in Bad Neustadt folgte der Wechsel auf die Bamberger Handelsschule. Die große Liebe fand sie mit Carlo Dömling aus der Spörleinstraße, im Jahr 1959 folgte die Hochzeit. Eigene Kinder wurden dem Paar nicht geschenkt, was für Gerda Dömling und ihren Mann sehr schmerzhaft war.

Wunder auf der Italien-Wallfahrt

Auf einer Italien-Wallfahrt im Sommer 1967 geschah schließlich das Ereignis, das Gerda Dömling als "Wunder" und "Gottesgeschenk" bezeichnet und für das sie bis heute sehr dankbar ist. Denn auf der Wallfahrt baten Gerda und Carlo Dömling im Gebet darum, dass ihnen ein Adoptivkind geschenkt werden möge. Der dortige Pater Pio legte Gerda Dömling die Hand auf und sagte einfach nur "Baby". Und exakt am selben Tag, dem 12. Juni 1967, wurde es geboren: Daniela, das ersehnte Adoptivkind der Dömlings. Gerda Dömling und ihr Mann waren überglücklich, ebenso wie über ihr zweites Adoptivkind Matthias.

Auf eben dieser Wallfahrt lernte das Ehepaar Dömling auch die Tante von Antonin "Toni" Spacek kennen. Mit letzterem verbindet Gerda Dömling noch heute eine enge Freundschaft. Wann immer er Zeit findet, kommt er, der heute als Pfarrer in der Schweiz wirkt, zu Besuch.  Und so kam es auch, dass die Familie Dömling Spaceks Primizbilder - rund 5000 Stück - in Deutschland drucken ließ, da dies in der Tschechoslowakei, wo Spacek damals lebte, nicht möglich war. Bei einer Schülerfahrt von Bad Neustadt nach Prag sollten diese Bilder schließlich über die Grenze gebracht werden. Es kam, wie es kommen musste, die Bilder wurden beschlagnahmt. So ließ man die Bilder noch einmal drucken, Gerda Dömlings Mann brachte diese schließlich mit dem Auto zu Antonin Spacek. Eine Anekdote, die Gerda Dömling auch heute noch gerne und mit einem Lächeln erzählt.

"Tausende" Kilometer für die Karmel-Schwestern gefahren

18 Jahre lang arbeitete sie im Landratsamt Rhön-Grabfeld, später als Schwesternhelferin im Rot-Kreuz-Altenheim. Neben dem Beruf und dem Haushalt war Gerda Dömling ihr Leben lang ehrenamtlich für andere da. So engagierte sie sich 30 Jahre lang bis zu dessen Schließung im Kleiderlädchen der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, half bei Festen des Roten Kreuzes tatkräftig mit. Wenn Antonin Spacek, seine Tante Marie und seine Studienkollegen zu Besuch waren, wohnten sie immer gerne in ihrem Haus. Häufig gab sie ihnen Lebensmittel, Kleidung und Geld mit zurück.

Außerdem fuhr sie etliche (Gerda Dömling: "bestimmt Tausende") Kilometer für die Schwestern des Karmels Rödelmaier, die auch heute noch für sie beten, worüber sie sich sehr freut. So chauffierte sie die Ordensfrauen zu Arztterminen, zum Einkaufen, aber auch zu Tagungen. Zudem war sie als Kommunionhelferin in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt aktiv und spendete die Krankenkommunion. 2007 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins Vill'sche Stiftung, acht Jahre lang war sie im Vorstand. Vor zwei Jahren zog sie dann selbst in die Vill'sche Stiftung um. Sie fühlt sich dort wohl, ist froh, einen "Vollservice wie im Hotel" genießen zu können und sich nicht mehr um alles alleine kümmern zu müssen. Körperlich ist sie noch sehr fit. Bei ihrem Einzug in die Stiftung schenkte sie den Karmel-Schwestern außerdem ihr Auto.

Die Geselligkeit war und ist Gerda Dömling stets ein Anliegen, über Besuch freut sie sich immer. Gerne saß sie früher mit ihren Freundinnen beim Kirchner, beim Elbert oder "auf ein Schöpple bei der Marianne" in der Weinstube Dörr. Und so wird auch der halbrunde Geburtstag mit Freunden und Familie im Café Elbert gefeiert. Dann werden auch ihre Tochter Daniela (sie lebt in Würzburg) mit ihren beiden Kindern Rixa und Elena sowie Sohn Matthias, der in Bad Neustadt wohnt, zu Gast sein. Auch die Zeitung schließt sich den Glückwünschen für ihre langjährige Leserin gerne an.

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