Heustreu

Erinnerungen an das geteilte Deutschland

Im Film "Der Todeszaun" wurden auch Bilder von der "grünen Grenze" gezeigt. Foto: Hanns Friedrich

Gut besucht war das Seniorentreffen im Heustreuer Pfarrheim. Dort zeigte Kreiskulturreferent Hanns Friedrich den einstündigen Dokumentarfilm "Der Todeszaun" und rief damit Erinnerungen an das geteilte Deutschland wach. Der Film, der noch einmal die Unmenschlichkeit der Grenze zur DDR dokumentierte, animierte den Musiker des Seniorennachmittags, Gustav Müller, spontan dazu, das Deutschlandlied anzustimmen und alle erhoben sich von ihren Plätzen. "Ein durchaus bewegender Moment für alle", wie Gudrun Köberlein und Elke Gans sagten, die die Senioren begrüßten.

Wie in Heustreu hinterließ der Dokumentarfilm auch bei den Senioren in Wollbach tiefe Eindrücke. "Wir haben das alles erlebt und es war für uns Normalität", hieß es dort. Das unterstrich in ihren Dankesworten auch Waltraud Schmitt, die feststellte, dass vor allem die Jugend daran erinnert werden müsse, wie das war, als Deutschland geteilt war und man im Landkreis Rhön-Grabfeld "mit dem Rücken zur Wand stand". Sie verwies auf das überaus große Interesse der Besucher im Pfarrheim von Wollbach, das bis auf den letzten Platz besetzt war.

Minen gelegt und Selbstschussanlagen installiert

Der Film "Der Todeszaun" entstand in den 1990 er Jahren  gemeinsam mit Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert. Er war Beamter der Grenzpolizei und konnte eindrucksvolle Informationen geben und die Absperrvorrichtungen des DDR-Regimes erläuterten. Nach und nach wurde die Grenze zur DDR immer unüberwindlicher. Minen wurden gelegt und Selbstschussanlagen installiert. In dem Dokumentarfilm kommt ein NVA-Soldat zu Wort, der eine Selbstschussanlage reparieren sollte, die explodierte und ihn schwer verletzte. Der Film erinnert an eine Irmelshäuserin, die ihre Mutter im nur zwei Kilometer entfernten Mendhausen nur sehen konnte und nicht zu deren Beerdigung durfte.

Im Museum für Grenzgänger, darauf verweist der Filmbeitrag, sind Relikte aus dieser Zeit heute noch archiviert. Ein Film, der deutlich macht, wie menschenverachtend das DDR-Regime war und wie todbringend die einstige deutsch-deutsche Grenze.

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