Wollbach

Erste "Daguggese" am Wollbacher Dorfplatz wird gut angenommen

Mit vielen Visualisierungen konnte Architekt Achim Wüst (links) bei einer 'Daguggese' das künftige Aussehen des Wollbacher Dorfzentrums veranschaulichen. Die zahlreich erschienenen Bürger folgten interessiert seinen Ausführungen.
Mit vielen Visualisierungen konnte Architekt Achim Wüst (links) bei einer "Daguggese" das künftige Aussehen des Wollbacher Dorfzentrums veranschaulichen. Die zahlreich erschienenen Bürger folgten interessiert seinen Ausführungen. Foto: Klaus-Dieter Hahn

Zum Hingucken und Hinhören, zum Hinschauen und Diskutieren waren viele Wollbacher gekommen. Im Mittelpunkt der Premiere der "Daguggese" stand der Dorfplatz, dessen Neugestaltung seit vielen Jahren schon ganz oben auf der Wunschliste steht, die aber erst Ende letzten Jahres in Angriff genommen wurde. Bürgermeister Thomas Bruckmüller und in erster Linie Architekt Achim Wüst aus Heustreu standen einer wissbegierigen Bürgerschaft gegenüber, die viele Informationen aus erster Hand zu diesem Millionenprojekt erhielt.

Die "Wollbacher Wählergemeinschaft" (WWG), die diese Infoveranstaltung initiiert und die Bevölkerung dazu eingeladen hatte, scheint den richtigen Nerv getroffen zu haben. Das Bedürfnis, über die Baumaßnahme aufgeklärt zu werden, dazu den Architekten mit Fragen zu löchern und auch Kritik anbringen zu können, war, wie die beachtliche Teilnehmerzahl verrät, sehr groß. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren hatten sich vor dem Rathaus eingefunden, wo sie vom Vorsitzenden der WWG, Dietmar Müller, begrüßt wurden, der sich über das große Echo sehr freute.

Mit großformatigen Bildern gezeigt, wie der Dorfplatz aussehen soll

Die WWG hatte Stehtische aufgestellt, ein offenes Feuer entzündet, Getränke bereitgestellt und Brezeln verteilt. Auch der Bürgermeister zeigte sich angetan von den vielen "Guckern" und der Tatsache, dass es nach der langen Geduldsprobe nun endlich mit den Bauarbeiten losgegangen ist. Wüst lud die Bürger ein, ihm auf einem kleinen Rundgang über das Gelände rund um das Rathaus zu folgen. Immer wieder blieb er dabei stehen und erläuterte anhand von großformatigen Bildern, die die künftige Gestalt des Bereiches visualisierten, was an Umbaumaßnahmen im Einzelnen geplant ist. Die Teilnehmer interessierten sich besonders für das künftige Aussehen der "Brüstung", das Quartier rund um das Denkmal für den Kirchenpatron, Sankt Bonifatius, der auch wieder von Bäumen umsäumt werden wird. Überhaupt wird der Platz vor dem Rathaus mit viel Grün aufgelockert werden.

Der Platz soll Möglichkeiten bieten, sein Fahrzeug abzustellen, aber auch verkehrsberuhigter Bereich sein. Insgesamt soll ein Platzniveau entstehen, das es im Gegensatz zum jetzigen beträchtlichen Gefälle erlaubt, "auch einmal Bänke oder ein Bierzelt aufzustellen", erklärte der Architekt. Wegen des erheblichen Höhenunterschieds wird der Platz allerdings nicht komplett eben sein. Die vorhandene Mauer wird einige Meter zum Anwesen Ludwig Reichert hin verlegt, der Anschluss zur Hauptstraße tiefer liegen. Veränderungen wird es auch bei der Zufahrt zum Pfarrheim geben. Dass die höher liegende Zufahrt ein passendes Geländer zur Kirchstraße erhalten muss, leuchtete jedem ein.

Die Bauarbeiten am Dorfplatz sollen bis Ende Juli abgeschlossen sein

Kritik wurde an der aus Sicht vieler Bürger unschönen Betonmauer im Bereich des Aufstiegs von der Joachim-Baumeister-Straße zum Dorfplatz geübt. Hier versprach der Architekt, dass durch das Sandstrahlen die Optik verbessert wird. "Eine Verblendung mit Natursteinen ist eine reine Kostenfrage", hielt er Befürwortern einer solchen Alternative entgegen. Die Rampe, die von dort aus einen barrierefreien Zugang zur Brüstung ermöglichen wird, soll einen Pflasterbelag erhalten. Der ursprünglich geplante Beton sei bei Feuchtigkeit nicht rutschfest, begründete Wüst. Ein ursprünglich einmal angedachter Durchgang vom Dorfplatz-Aufgang zum "Gässle" wurde wieder ad acta gelegt. Stattdessen soll der Innenhof auch für kleinere Veranstaltungen von Nutzern des Vereinsraumes im Untergeschoss beansprucht werden können.

Wann es denn nun mit den Bauarbeiten weitergeht und bis wann der Dorfplatz dann fertig sein wird? Fragen, die natürlich den Teilnehmern unter den Nägeln brannten. "Nach Fasching soll es wieder losgehen. Bis Ende Juli sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein", antwortete Wüst darauf. Auch wenn deutliche Kritik an der langen Planungs- und Vorbereitungsphase – von Dezember 2014 bis 2017 lag die Entwurfsplanung bei der Förderstelle – geübt wurde, richtete Ratsmitglied Cornelia Müller (WWG) den Blick nach vorne: "Ich bin froh, dass es nun endlich losgegangen ist und wir nun hoffentlich bald einen schönen Dorfplatz haben", womit sie am Ende wohl allen Teilnehmern des "Daguggese" aus dem Herzen sprach.

Bürger wünschen sich Nutzbarmachung des wiederentdeckten Dorfbrunnens

Während der Bauarbeiten an den Stützmauern der geplanten Rampe von der Joachim-Baumeister-Straße hoch zum Vöth-Laden und zur "Brüstung" ist der alte Dorfbrunnen von 1867 wiedergefunden worden. Dieser war vor einigen Jahrzehnten beim Bau der Milchsammelstelle zugeschüttet worden. "Kann er wieder nutzbar gemacht werden? Und kann er in den neuen Dorfplatz integriert werden?", wollte Dietmar Müller wissen. Wüst wies kritische Äußerungen, man hätte schon bei der Planung der Platzgestaltung die Restaurierung des Brunnens berücksichtigen müssen, zurück. Der Brunnenschacht sei erst während der Bauarbeiten zum Vorschein gekommen. Auch hätte niemand zuvor auf den Brunnen hingewiesen.

Teilweise liegt der Brunnenschacht nun schon unter der neuen Stützmauer. Von dort aus eine Leitung hoch zum Dorfplatz zu führen, wo genau darüber der neue Standort des Hl. Bonifatius mitsamt der Baumfläche vorgesehen ist, fände er keine gute Lösung. Zumal, wie der frühere langjährige Gemeinderat Reinhold Manger betonte, aus dem Brunnen seines Wissens nach nie Wasser geschöpft wurde. Nach Kenntnisstand von Bruckmüller ist früher sogar das Abwasser des alten Rathauses in den Brunnen geleitet worden. Daher müsste er erst einmal komplett gereinigt werden. Allerdings könnte er sich durchaus vorstellen, ihn wieder herzurichten und mit einer Schwengelpumpe zu versehen. Letztlich müsse aber die Teilnehmergemeinschaft über die Umsetzung einer Restaurierung des Brunnens entscheiden.

Bei den Bauarbeiten am Dorfplatz wurde der Wollbacher Dorfbrunnen wiederentdeckt. So muss es früher einmal rund um den Brunnen ausgesehen haben.  Das Bild hängt im Wollbacher Pfarrheim.
Bei den Bauarbeiten am Dorfplatz wurde der Wollbacher Dorfbrunnen wiederentdeckt. So muss es früher einmal rund um den Brunnen ausgesehen haben. Das Bild hängt im Wollbacher Pfarrheim. Foto: Klaus-Dieter Hahn

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