SONDHEIM

„Es war ein großes Glück, Sie so lange gehabt zu haben“

Ein anrührendes Bild: Opa Jahreiß beim Abschiedsgottesdienst entspannt mit dem Enkel auf dem Schoß, während die Schwiegertochter ein Lied singt. Rechts daneben Dekan Matthias Büttner. Foto: Brigitte Gbureck

Dicht gedrängt saßen am Sonntagnachmittag die Gottesdienstbesucher in der Sondheimer Kirche beim Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Gerhard Jahreiß. Seine Predigt begann er mit dem Wort des Apostels Paulus, das auf dem Kanzelbild der Mühlfelder Kirche steht: „Verkündige den Menschen Gottes Wort. Setze Dich dafür ein, und zwar überall und zu jeder Zeit! Rede ihnen ins Gewissen, weise sie zurecht und ermutige sie, so es nötig ist. Lehre sie geduldig, den richtigen Weg zu gehen“. Jeder stehe in der Tradition und Nachfolge der ersten Zeugen, so Jahreiß.

Alle Türen standen offfen

Als er und seine Frau als junge Menschen überlegt hätten, was aus ihnen werden soll, seien die Türen sehr weit offen gestanden. Wichtig sei für ihn immer gewesen, Leben und Glauben zusammenzubringen. „Rede ihnen ins Gewissen und weise sie zurecht“, zu diesem Satz sagte Jahreiß, dass Zurechtweisung auch positiv sein könne. Immer seien gute Gespräche möglich gewesen, reif er in Erinnerung. Mit dem letzten Vers aus seinem Lieblingslied „Wach auf, du Geist der ersten Zeugen“ beendete Pfarrer Jahreiß seine Predigt. Da heißt es: „Du wirst dein herrlich Werk vollenden, der du der Welten Heil und Richter bist. Du wirst der Menschheit Jammer wenden, so dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, ist. Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn; Du tust doch über Bitten und Verstehn.“

Dekan Matthias Büttner hatte in der Personalakte von Pfarrer Jahreiß ein Schreiben von 1983 entdeckt, worin seine Ordination angezeigt wurde. Er wurde damals „Pfarrer Jahreiß-Mühlfeld“ genannt. Bei dieser Bezeichnung sei es geblieben. Mit dem Abschiedsgottesdienst sage man Gott Dank für den Dienst des Pfarrers, für seinen Einsatz und dafür, dass er das Evangelium und Gottes Liebe und Treue vielfältig bezeugt habe.

Gehofen, die Welt zu verwandeln

35 Jahre habe Pfarrer Jahreiß geholfen, die Welt zu verwandeln. Das Pfarrhaus mit Gerhard Jahreiß und seiner Familie sei ein kirchlicher Hotspot gewesen, nun verändere sich die Welt. Der Dekan rief Pfarrer Jahreiß und seine Frau Bärbel in den Altarraum, wo er die Ruhestandsurkunde vorlas. Die dazu gerufenen Kirchenvorstände legten beiden die Hände auf und sprachen ihnen den Segen zu.

Heidrun Kraus, Mitglied des Sondheimer Kirchenvorstands, sagte für alle Kirchengemeinden. „Ein Jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seinen Stunde“. Sie sagte herzlich danke und stellte fest, dass es für die Gemeinden ein großes Glück gewesen sei, einen Pfarrer wie ihn, mit einer gewachsenen Familie so lange gehabt zu haben. Mit Frau und Kindern habe er das Gemeindeleben und die örtlichen Vereine bereichert. „Er war immer erreichbar und hatte stets ein offenes Ohr für jeden.“ Er sei nicht nur Pfarrer von Beruf, sondern Pfarrer aus Berufung. Seine Frau Bärbel habe ihn immer unterstützt und auch die Kinder hätten die geistliche Arbeit mitgetragen.

Ein Herz für die Jugend

Die Jugendarbeit sei ihm sehr am Herzen gelegen. Durch die Gründung des CVJM habe er dafür gesorgt, dass viele junge Leute missionarisch tätig wurden. Seine Markenzeichen bei den Sitzungen seien eine sehr große Flexibilität und Spontaneität gewesen und eine große Kompromissbereitschaft. Als Geschenke gab es ein antiquarisches Lutherbuch, ein Bild mit den Kirchen aus den vier Gemeinden. Frau Bärbel erhielt einen Feigenbaum und eine neue Bibel für ihre Arbeit in den neuen Kreisen. „Sie waren ein Segen für alle“ lautete das Fazit. Pfarrer Jahreiß war „total überwältigt.“

Der Kirchenchor Würll hatte den Gottesdienst umrahmt. Auch eine seiner Schwiegertöchter sang Pfarrer Jahreiß noch ein Lied, begleitet von einer Tochter am Klavier, ehe es zum geselligen Beisammensein in die Halle am Berglein ging.

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