Schönau

Ewald Johannes will niedrige Zinsen für Investitionen nutzen

Ewald Johannes - Bürgermeisterkandidat für die „Schönauer Liste“ ist engagierter Feurwehrmann. Foto: Christian Morath

Ewald Johannes ist für die "Schönauer Liste" einer von zwei Bewerbern um das Bürgermeisteramt in Schönau. Diese Zeitung stellte ihm folgende Fragen: 

An Schönau mag ich besonders …
die Traditionen und  die nach wie vor gut funktionierenden Vereine aus Jung und Alt, bei denen alle, und besonders auch Neubürger, herzlich aufgenommen werden und sich wohlfühlen.
Die finanziellen Möglichkeiten für die Gemeinde Schönau sind in den nächsten Jahren eher begrenzt. Mit einem neuen Kindergarten werden weitere Investitionen notwendig. Muss die Gemeinde deshalb in den nächsten Jahren auf notwendige Investitionen verzichten?

Der finanzielle Spielraum in der Gemeinde ist in den letzten Jahren tatsächlich enger geworden. Allerdings hat die Gemeinde einige wichtige Projekte angeschoben. Da war zunächst die Schule, die erhalten werden konnte, Straßenbauprojekte und vor allem die Sanierungen bei Wasser und  Abwasser. Jetzt kommt der Kindergarten dazu. In der Zeit der Niedrigzinsen wäre es unverzeihlich, keine weiteren wichtige Projekte der Daseinsvorsorge anzugehen. Übrigens liegt rund zwei Drittel der derzeitigen Finanzlast auf den kostenrechnenden Einrichtungen Wasserversorgung und Abwasser, die  direkt von den Beitrags- und Gebührenzahlern zu entrichten sind und deshalb nur bedingt den gemeindlichen Haushalt belasten.

An Schönau missfällt mir …
dass das ehrenamtliche Engagement leider immer wieder Lücken in den Vereinsstrukturen reißt und dass damit die Arbeit für die Gemeinschaft auf immer weniger Schultern verteilt werden muss.
Mit dem ISEK-Projekt liegen derzeit konkrete Vorschläge und Pläne für eine Stärkung der Ortszentren und für weitere konkrete Maßnahmen zur Infrastruktur in Schönau und Burgwallbach vor. Welche dieser Maßnahmen sollten in den nächsten Jahren vordringlich durchgeführt werden?

Die Vorplanungen für das ISEK-Projekt sind in der Schublade. Die Sanierungsgebiete in Schönau und Burgwallbach sind bestimmt und umfassen im Wesentlichen die Kernzonen der beiden Ortsteile. Ziel ist es die Ortskerne zu stärken, wobei neben einigen gemeindlichen Objekten besonders auf private Investitionen gesetzt werden muss, wie Sanierungen im Wohnbereich oder Umbauten von Nebengebäuden zur Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Es geht um Leerstände und um Baulücken. Da ist es unsere Aufgabe, zu beraten und Fördermöglichkeiten aufzuzeigen. Allerdings muss es daneben  eine vernünftige Planung für ein, wenn auch begrenztes Neubaugebiet, möglicherweise in beiden Ortsteilen gehen. Denn wir wollen jungen Leuten natürlich die Möglichkeit geben, sich in unserer Gemeinde nieder zu lassen. Welche Maßnahmen wir noch in den nächsten Jahren vorantreiben hängt natürlich von der Finanzkraft der Gemeinde und den möglichen Förderungen ab. Die Dorfplatzgestaltung in beiden Ortsteilen, so wie die Stärkung des Tourismus sind natürlich auch sehr wünschenswerte Ziele.

Mein Lieblingsplatz hier ist …
am Markbergkreuz mit Blick über Schönau, hinüber zum Kreuzberg und auf das Brendtal. Wenn ich das mit meiner Familie und mit Freunden genießen darf, dann ist es das schönste Geschenk..
Schönau und Burgwallbach sind staatlich anerkannte Erholungsorte und können mit Badesee und Schwimmbad sowie einer weithin bekannten guten Gastronomie, Pensionen und Hotels auf lukrative Einrichtungen im touristischen Bereich verweisen. Welche Möglichkeiten gibt es, die bestehenden Freizeit- und Erholungseinrichtungen zu erhalten und auch weiter zu verbessern?

Schönau und Burgwallbach haben auf touristischem Gebiet mit Schwimmbad, mit Badesee, Rund- und Wanderwegen und vor allem mit einer guten Gastronomie eine gute Infrastruktur verzuweisen. Wir müssen darauf achten, diese Einrichtungen immer auf aktuellem Stand zu halten. Dankbar darf die Gemeinde vor allem sein, dass die Schwimmbadfreunde schon seit mehr als 15 Jahren das Schwimmbad betreiben und so viele Gäste in den Sommermonaten in die Gemeinde holen. Eine weitere Attraktion wäre natürlich, wenn wir das Rhönrad als Einzigartigkeit von Schönau noch besser präsentieren könnten, vielleicht mit einem kleinen Museum. Unsere Gemeinde hat eine wunderbare Lage und einen enormen Erholungswert,  dies müssen wir nach außen besser kund tun, hierzu haben wir durch die Kreuzberg Allianz einen guten Partner an der Seite. Ein stärkerer Tourismus schafft Arbeitsplätze und stärkt die Gemeinde, er leistet vielfach sogar  einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung von Busverbindungen, Gaststätten, Übernachtungsmöglichkeiten, Dorfladen,  usw.  Ein Ziel wäre auch ein Spielplatz in beiden Orten.

Wenn ich als Bürgermeister 10 Millionen Euro frei zur Verfügung hätte, würde ich …
gemeinsam mit dem Gemeinderat und den Bürgern würden wir für die Infrastruktur in die Zukunft investieren und um damit die Lebensqualität weiter zu stärken. Vielleicht einen Teil in seniorengerechtes Wohnen? Aber die Frage stellt sich wahrscheinlich nicht, leider.
Die Lebensqualität in der Gemeinde wird zu einem Großteil vom ehrenamtlichen Engagement in den Vereinen und in weiteren Interessengruppen geprägt. Das Interesse am Vereinsleben und der allgemeinen Arbeit im ehrenamtlichen Bereich ist allerdings nicht mehr so ausgeprägt wie früher und lässt nach. Wie kann man dem gegensteuern, wie können gute Angebote für Kinder, Jugend, Familien und Senioren in ausreichendem Maß sichergestellt werden?

Lebensqualität lebt vom Gemeinschaftsgeist. Den kann die Gemeinde unterstützen, aber der muss auch von den Bürgern und ihrem Engagement selbst ausgehen. Wir haben viele Vereine und Gruppierungen, die ein breites Spektrum bearbeiten. Finanziell hat die Gemeinde nicht unbedingt den Spielraum zur Unterstützung, der notwendig wäre.

Zu den Zukunftsvisionen für Schönau zähle ich …
eine finanziell starke Gemeinde mit guten Angeboten, einer  sehr guten Infrastruktur, mit mutigen und aktiven Bürgerinnen und Bürgern und damit auch wieder ansteigenden Einwohnerzahlen.

Aber wir müssen immer im Gespräch bleiben. Gemeinsame  Besprechungen der Vereine sind für gegenseitiges Verständnis wichtig. Die Gemeinde muss da eingreifen, wo es notwendig ist, und eventuell durch Bereitstellung von Räumen und beispielsweise bei Genehmigungen von Aktionen und Festen  unterstützen. Ohne das Engagement der vielen  Ehrenamtlichen in unseren Vereinen wäre unser Leben und unser Dorf sehr viel ärmer. Zugezogene sollte man auf die Möglichkeiten von Vereinen hinweisen. Die Ehrenamtskarte des Landkreises ist eine besondere Anerkennung. Wichtig ist natürlich, dass die Bürgerinnen und Bürger dann die Angebote auch nützen.

Steckbrief
Name: Ewald Johannes
Geburtsdatum: 23.07.1967
Geburtsort: Braidbach
Wohnort: Schönau a.d. Brend
Parteizugehörigkeit: CSU
Ausbildung/Beruflicher Werdegang:  Ausbildung zur Dienstleistungsfachkraft im Postbetrieb bei der Deutschen Bundespost in Bad Neustadt. Seit 1985 Postzusteller und Posthalter an verschiedenen Standorten. Seit Juni 1996 Verbundzusteller bei der Deutschen Post AG - vorwiegend in Bad Neustadt; Teamleiter
Familienstand/Kinder: Verheiratet, drei erwachsene Kinder
Ehrenämter: seit 2008 Gemeinderat und Feuerwehrkommandant; seit 2014 Schöffe; 1996 – 2001 Elternbeiratsvorsitzender Kindergarten; 2000 – 2008 Pfarrgemeinderat 
Hobbys/Interessen: Fahrradfahren, Musik  Feuerwehr
Lieblingsverein: Die Vereine liegen mir alle am Herzen, die meiste Zeit bin ich bei der Feuerwehr
Ihr Vorbild: Günther Jauch

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