Bad Königshofen

Fasching in der Shakehands Arena: Einzigartig und kurzweilig

Ein Heimspiel in der Tischtennis-Bundesliga im Grabfeld ist immer einen Besuch wert, auch wenn er am Faschingssonntag ist und dabei menschliche Tiefe transportiert.
Erfolgreiches Team: Die Bundesliga-Mannschaft des TSV Bad Königshofen mit (von links) Trainer Koji Itagaki, Kilian Ort, Mizuki Oikawa, Bastian Steger, Filip Zeljko feiert ihren temporeichen Sieg über Mühlhausen.
Erfolgreiches Team: Die Bundesliga-Mannschaft des TSV Bad Königshofen mit (von links) Trainer Koji Itagaki, Kilian Ort, Mizuki Oikawa, Bastian Steger, Filip Zeljko feiert ihren temporeichen Sieg über Mühlhausen. Foto: Rudi Dümpert

"Da simmer dabei. Dat is prima. Viva Colonia!" Es war nicht nur dieser Kölner Schlager von den Höhnern, der am vergangenen Sonntag in der Shakehands Arena daran erinnerte, welche Jahreszeit momentan die bestimmende ist. Auch die Helferinnen des TSV Bad Königshofen hatten sich zum Spiel gegen Post SV Mühlhausen faschingsgemäß ausstaffiert mit blinkenden Haarreifen. Für die Stimmungsbude in der TTBL war alles gerichtet an diesem Faschingssonntag.

Doch zunächst wurde es ganz still. Die Bad Königshöfer Verantwortlichen hatten sich entschieden, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Schweigeminute für die Opfer von Hanau. Die Spieler aus Mühlhausen, die des TSV samt den Einlaufkindern formierten sich Hand in Hand als Einheit gegen den Terror. Ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Das zweite in der  Shakehands Arena nach dem Anschlag in Paris 2015. "Das hätte als Ansage auch von der TTBL kommen können. Diese Chance haben sie verpasst", kommentierte TSV-Marketing-Mann Bernd Knahn hernach. Und unterstrich damit die Einzigartigkeit seines TSV.

Trommeln im Auto: Faire Unterstützung auf den Rängen

In der Tat war an diesem speziellen Sonntag vieles einzigartig in der Shakehands Arena. Wieder einmal. Die "Nachbarn" aus dem thüringischen Mühlhausen hatten eine stattliche Zahl an Fans mitgebracht. Die sind bekannt in der Liga für Support bis an die Gehörgrenze mit Gesängen und Trommeln. Doch dieses Mal ging es sehr fair zu auf den Rängen. "Die haben sich an unsere Hausordnung gehalten und die Trommeln in den Autos gelassen", erläuterte TSV-Manager Andy Albert. 

Ins Auto gesetzt hatte sich auch ein Team vom Regionalfernsehsender TV Oberfranken. Eigentlich wollte die Journalistin Daniela Schubert mit ihrem Kameramann ein Werbevideo mit Basti Steger und TSV-Sponsor Rene Bamberger drehen. Das Team war aber so begeistert von Stimmung und Sport in Bad Königshofen, dass es sofort einen Beitrag für die Sportredaktion ankündigte. "Es muss nicht immer Basketball sein bei uns", schwärmte Schubert - und kündigte sofort einen Nachfolgebesuch an.

Fans wählten Stegers Abwehr gegen Salifou zum Ballwechsel des Jahres 

Auf den darf sich auch Uwe Derra aus Neubrunn in den Haßbergen freuen. Er hatte sich am Voting für den besten TSV-Ballwechsel des vergangenen Jahres beteiligt.  Mit 37,04 Prozent setzte sich dabei Bastian Steger (Abwehr-Rallye im Spiel gegen Abdel Kader Salifou, Neu-Ulm) vor Kilian Ort (30,86 Prozent, Netzroller-Return knapp am Boden im Spiel gegen Grenzaus Amerikaner Kanak Jha) durch. Derra, ein Fußball-Schiedsrichter, wollte sich schon längst mal ein Bundesliga-Spiel in Bad Königshofen anschauen. Bisher passte aber seine Terminplanung nicht mit dem TTBL-Plan überein. Nachdem er aber beim Voting-Gewinnspiel als Sieger - knapp 200 Fans hatten sich beteiligt - hervorgegangen ist, hat er sich in seiner Schiri-Gruppe für den Ostermontag schon mal frei gemeldet. Da ist er beim letzten Heimspiel der Saison gegen Fulda-Maberzell VIP-Gast.      

Und da hoffen die Bad Königshöfer Verantwortlichen wieder auf ein sportliches Highlight. Das dürfte durchaus noch etwas länger dauern wie das Spiel gegen Mühlhausen. Als das nach drei Einzeln kurz nach 17 Uhr beendet war,  fragten sich nicht nur der etwas ältere Herr mit seiner Saisonkarte: "Was will ich denn jetzt schon zu Hause machen?" Auch die emsigen Helfer an den Verpflegungsständen hatten noch sehr viel Essen übrig. "Wir haben dann alle Helfer und Fans in den VIP-Bereich eingeladen. Das kam sehr gut an!", erzählte Andy Albert.    

Mit der Meisterschaft zum Reste-Essen

Am besten angekommen waren aber die Jungs von der Zweiten Herrenmannschaft. Die wurden schnellstens benachrichtigt, nach ihrem Spiel in Kist nicht auswärts einzukehren, sondern in die Shakehands Arena zum Reste-Essen zu kommen. Mitgebracht haben sie nicht nur einen 9:7-Auswärtssieg, sondern auch die Meisterschaft in der Oberliga Bayern. Auch da passte das Höhner-Lied treffend: "Da simmer dabei. Dat is prima!"

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