Bad Königshofen

Feiern nach der Kommunalwahl Feiern trotz Coronavirus

Freude und Anerkennung nach dem spannenden Abend: Wenn die Emotionen groß sind, ist Abstand halten nicht immer möglich.
Desinfizieren nach der Stimmabgabe: Der Schutz vor dem Coronavirus zog sich sich durch den gesamten Wahlsonntag hindurch.
Desinfizieren nach der Stimmabgabe: Der Schutz vor dem Coronavirus zog sich sich durch den gesamten Wahlsonntag hindurch. Foto: Michael Petzold

Die Anspannung bei den Kandidaten für das Bürgermeister-Amt ist enorm - vor allem in den letzten Stunden, bevor die Wahl entschieden ist. Ist der Erfolg errungen, umarmt man sich in der Siegesfreude oder schüttelt sich kräftig die Hände, während unterlegende Kontrahenten über einen tröstenden Arm auf der Schulter dankbar sind. Alles normale Gesten der Freude oder der Anerkennung. Normal ist in Zeiten des Coronavirus aber fast nichts mehr. Abstand halten zum Nächsten und der Verzicht auf Sozialkontakte lautet die erste Bürgerpflicht neben dem Händewaschen. Vielleicht haben die Desinfektionsmittel, die in jedem Abstimmungsraum standen, ja das Ihrige dazu getan, die Gefahr einer Ansteckung etwas einzudämmen.

Kleine  Grillfete im Hinterhof  

Man darf es dem wiedergewählten Thomas Helbling und seinen Anhängern nicht verdenken, dass sie bei der Zusammenkunft im Gasthaus Schlundhaus, nachdem das Endergebnis feststand, den aktuellen Verhaltenskodex nicht so ganz befolgt haben, oder wie es Schlundhaus-Wirt Christian Fischer sagte: "Der Virus war außer Kraft gesetzt." Das war er natürlich nicht, auch nicht bei Frank Helmerich und den Seinen, die zunächst im Hinterhöfchen der Geschäftsstelle in der Martin-Reinhard-Straße bei Bratwürsten vom Grill und Freibier das sehr achtbare Ergebnis bis weit nach Mitternacht feierten. 

Schließlich hatte Helmerich über 42 Prozent der Stimmen erreicht und war dabei in Merkershausen, Ipthausen und in Teilen der Kernstadt vorne gelegen, während Team 2020 aus dem Stand heraus drei Sitze im Stadtrat ("Für einen Neuling ist das genial", Helmerich) einnimmt. "Nach einem halben Jahr intensiver Arbeit haben wir das alle genossen", erklärte der Listenführer tags darauf beim Telefongespräch mit dieser Redaktion. "Es waren sehr viele Emotionen dabei." Gerne hätte er am Ende des Wahlkampfs noch eine Schippe draufgelegt, lässt er wissen, sei aber von der beginnenden Corona-Krise ausgebremst worden. Dass er zwar nicht zum Bürgermeister, aber doch in den Stadtrat gewählt wurde, sieht er als Zeichen, dort die nächsten sechs Jahre Erfahrung zu sammeln. 

Früher waren die Wahlpartys im Schlundhaus noch besser besucht

Auch im Schlundhaus war um Mitternacht einiges los. Schließlich mussten die Ergebnisse noch ausführlich diskutiert werden. "Früher war es voller", sagt CSU-Mitglied Fischer, der seit gut 40 Jahren in Bad Königshofen  die Wahlpartys für den Ortsverein ausrichtet. Den Grund sah er aber nicht im Coronavirus, der sich - geht man nach der offiziellen Statistik - im Grabfeld noch nicht sehr verbreitet hat, sondern eher in der Entfernung der Grabfeldschule zu seiner Gaststätte.  Dort wurde nämlich ausgezählt und nicht, wie früher im Rathaus vis a vis des Schlundhauses.      

Christian Fischer (links) und Bürgermeister Thomas Helbling beim Treffen nach der Wahl im Schlundhaus. Der Wirt des Restaurants am Markplatz hat seinen Humor trotz der grassierenden Corona-Krise nicht verloren.
Christian Fischer (links) und Bürgermeister Thomas Helbling beim Treffen nach der Wahl im Schlundhaus. Der Wirt des Restaurants am Markplatz hat seinen Humor trotz der grassierenden Corona-Krise nicht verloren. Foto: Fischer

Die Abende am Wahlsonntag und am gestrigen Montag werden für die nächste Zeit die letzten gewesen sein, an denen das Schlundhaus am Abend geöffnet hatte. Ebenso wie alle anderen Gaststätten trifft das Hotel und Restaurant der von der Bayerischen Staatsregierung ausgerufenen  Katastrophenfall. Danach dürfen Gasthäuser nur noch von 6 bis 15 Uhr geöffnet sein. Außerdem muss ein Mindestabstand zum nächsten Tisch eingehalten werden und nicht mehr als 30 Personen dürfen sich dort gleichzeitig aufhalten. Für Fischer bedeutet das große finanzielle Einbußen, weil das Hauptgeschäft abends gelaufen sei. Zudem würden jetzt alle Übernachtungen wegfallen. "Ich hatte für das Wochenende voll ausgebucht, jetzt ist das alles abgesagt."      

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