Fladungen

Fladungen: Streutaler Musikanten feiern ihren 40. Geburtstag

Wie es früher auf den Tanzböden zuging, zeigte die Volkstanzgruppe Fladungen. Foto: Eckhard Heise

Ein tiefes Eintauchen in die musikalische Kultur der Rhön war die Jubiläumsfeier der Streutaler Musikanten - oder wie es Landrat Thomas Haberrmann ausdrückte, "hier findet sich noch Heimat im Original". Die Pflege der regionalen Volksmusik hat sich die Kapelle des Musikvereins Heufurt zur Aufgabe gemacht, wovon das Publikum in einer bis zum letzten Platz gefüllten Grenzlandhalle einen ganzen Abend lang Kostproben erhielt.

Zuhause sind die Streutaler Musikanten vor allem als "Hauskapelle" des Freilandmuseums in Fladungen, wo sie zu verschiedensten Gelegenheiten vorwiegend altfränkische- und Rhöner Volksmusik zum Besten geben. Ebenso werden fränkische Tanz- und Heimatabende besucht, Mundartveranstaltungen und Fränkische Weihnachtsfeste.

Eine Stätte zur Pflege fränkischer Volksmusik

1979 wurde die Musikgruppe von Peter Schniske gegründet, um die altfränkische und Rhöner Musik weiterzutragen. Seit 1993 steht Gerd Faulstich der Volksmusikgruppe vor. Das Repertoire reicht vom Rheinländer über Schottisch, Galopp und Walzer bis hin zu Märschen und heimatlichen Rhönliedern vom Streutal und darüber hinaus.

Die Volksmusikgruppe ist auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) fränkische Volksmusik, die im selben Jahr aus der Taufe gehoben wurde - die somit zu den Gründungsmitgliedern zählt. Die Streutaler verstehen sich ohnehin als eine Stätte zur Pflege fränkischer Volksmusik in der oberen Rhön und betreiben daher auch intensiv Nachwuchsarbeit.

Traditionsbewusstsein verbindet die Musiker

Für Habermann repräsentieren die Musiker aber auch die "lustige und fröhliche Seele der Rhöner", und sie sorgen dafür, dass "die echte Rhöner Musik erhalten wird", wie Fladungens Bürgermeisterin Agathe Heuser-Panten in ihrem Grußwort ergänzte. Der zahlreiche Nachwuchs im Musikverein Heufurt bestätigt, dass dieses Vorhaben von einer breiten Basis geteilt wird. Das Stadtoberhaupt stellte außerdem fest, dass "Heimat" ohnehin hier noch als bedeutender Begriff verstanden wird, was sich auch daran ablesen lässt, dass die Feier gleichzeitig an den 30. Jahrestag des Mauerfalls erinnern soll. Das ist für den Verein auch nicht nur ein Termin auf dem Kalender sondern wie Vorsitzender Mirco Tradt bemerkte und auf zahlreiche Besuche und Gegenbesuche von Thüringer Nachbarn verwies.

Und das alles geschieht nach dem Leitspruch, "Sitt und Musik der Alten wollen wir erhalten", den sich die Streutaler auferlegt haben, wie der musikalische Leiter Gerd Faulstich sagte. Nicht zuletzt für dieses Anliegen nahm er im Verlauf des Abends gemeinsam mit dem Vorsitzenden eine Auszeichnung vom Reinhard Hüßner, Vorsitzender der ARGE fränkische Volksmusik, entgegen.

Durch die weiteren Akteure des Abends wurde deutlich, dass die Musiker aus Heufurt mit ihrem Traditionsbewusstsein nicht alleine sind. Nicht fehlen durfte dabei die Volkstanzgruppe Fladungen. Mit einer Polka und einem "Schlamperer" zeigten sie, wie früher sich die Paare auf dem Tanzboden bewegten. Das Gesangsduo Wetzel aus Rüdenschwinden pflegt alte Stubenmusik.

Wie es im Nachbarlandkreis Bad Kissingen klingt, zeigte die "Hoibüche Muisik Gefäll" und für beste Unterhaltung sorgten die "Kaufmannsware" aus Oberelsbach, eine Folkloretanzgruppe aus Kaltenlengsfeld und schließlich noch die Kirmesmusikanten aus Heufurt.

Urkunden gingen an Musikanten für fünf, zehn und 20 Jahre aktives Musizieren. Foto: Eckhard Heise

Zahlreiche Ehrungen werden ausgesprochen

Im Rahmen des offiziellen Festakts der Ehrung langjähriger und verdienter Mitglieder übergaben der Sängerkreis Schweinfurt mit Vorsitzendem Paul Kolb und die Sängergruppe Rhön-Grabfeld mit Vorsitzender Ursula Wetzstein Urkunden und Ehrennadeln an die Sänger des Vereins. Auf die längste aktive Zeit können Anita Hohmann und Karola Dietz mit ihrer 40-jährigen Chorzugehörigkeit blicken. Auf 30 Jahre kommen Cornelia Mann, Klaus-Dieter Mann, Doris Rausch und Hubert Rausch. Für 25 Jahre gingen Urkunden an Edith Bauer, Matthias Vey und Angelika Schmitt. Seit zehn Jahren sind Sieglinde Misch, Klaus Misch, Eberhard Maisch und Christoph Breunig mit von der Partie.

Mit 25, 30, 40 und 50 Jahren Kapellenerfahrung gehören die Ausgezeichneten längst zur Stammbesetzung der Heufurter Musikanten. Foto: Eckhard Heise

Noch länger war die Liste der Musiker, die mit einem Instrument ihren Dienst in der Kapelle verrichten. Renate Haag (Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes) und ihr Stellvertreter Friedhelm Landgraf zeichneten verantwortlich für diese Ehrungen. Auf die höchste Zahl mit 50 "Arbeitsjahren" kamen dabei Gerd Faulstich und Angela Kummer. Jutta Link und Peter Reichert sind seit 40 Jahren beim Ensemble. Auf 30 Jahre kommen Joachim Markert und Bernhard Sauer. Ein Viertel Jahrhundert musizieren Susanne Bambach und Simone Grief.

Einem festen Stamm von Sängern, die seit 25, 30, 40 und sogar 50 Jahren den Chor verstärken, überreichten Ursula Wetzstein (2. von links) und Paul Kolb (rechts) Urkunden und Ehrennadeln. Foto: Eckhard Heise

Die 20 Jahre haben Jennifer Happel, Florian Link, Martin Link, Steffen Link und Philipp Stumpf voll gemacht. Schließlich wurden auch noch für zehn Jahre Kapellenzugehörigkeit Anna Müller und Justen Ziegler sowie für fünf Jahre Fynn Dieringer, Thea Wütscher und Lina Ziegler ausgezeichnet. Geehrt wurden außerdem Nicole König für ihre 15-jährige Tätigkeit als Dirigentin und auf die gleiche Anzahl an Jahren im Vorstand kommt Isabella Mann-Müller.

Ursula Wetzstein (2. von links) und Paul Kolb (rechts) zeichneten die aktiven Sänger für zehn Jahre Treue aus. Foto: Eckhard Heise

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