Saal

Flugsportverein Saal: Wenn Putin die Reisepläne durchkreuzt

Sie waren eine Woche lang unterwegs. (Von links): Norbert Krämer, Alois Zellner, Hermann Deutschenbauer und Christian Schön. Foto: Christian Schön

Eigentlich sind Piloten dafür da, ihre Fluggäste zu befördern, ihnen die Heimat und das Umland aus der Vogelperspektive zu zeigen. Einmal im Jahr gehört es beim Flugsportverein Grabfeld in Saal aber zum Programm, dass dort die Piloten an sich selbst denken und "frei wie ein Vogel" selbst einmal Urlaub machen - natürlich im geliebten Motorsegler. In diesem Jahr machten sich Norbert Krämer, Christian Schön, Alois Zellner und Hermann Deutschenbaur auf eine 3500 Kilometer Luftfahrt, wobei sie insgesamt 23 Stunden in der Luft waren und andere Länder aus der Vogelperspektive betrachteten, aber natürlich auch die Städte an den Abenden zu Fuß erkundeten, wobei die Kultur und Kulinarik nicht zu kurz kamen.

"Diesmal hatten wir wieder bombastische Flugbedingungen", sagt Fluglehrer Christian Schön, eine hervorragende Sicht und kaum Turbulenzen. "Wir fliegen immer dahin, wo das beste Wetter prognostiziert wird" So ergab sich diese Flugroute. Mit der heutigen Technik ist es möglich, Regengebiete vorher zu sagen, zu erkennen, wohin die Regenwolken sich bewegen und wie man diesen Bereich umfliegen kann.

Italienisches Militär übernimmt den Flugraum

Unfreiwillig mussten die Fliegerkameraden, trotz vorheriger Planung, allerdings einen ganzen Tag in Rom zusätzlich verbringen. Der Grund: Der russische Präsident Wladimir Putin war in Rom bei Papst Franziskus."Beinahe hätten wir es geschafft noch abzuheben und unser nächstes Tagesziel an der französischen Riviera, die Stadt Nizza zu erreichen. Allerdings hatte dann das italienische Militär den Luftraum schon übernommen und der war für diesen Tag dann gesperrt", lacht Christian Schön. Die Flieger mussten ihr Startvorhaben abbrechen und auf die Parkposition zurückrollen.

Vom Flugplatz Saal ging es am ersten Tag zunächst in Richtung Weilheim in Oberbayern, wo das Trachtenfest besucht wurde, bevor man am nächsten Tag gemeinsam nach Wiener Neustadt aufbrach, und entlang der Alpen nach Slowenien, konkret an Ljubljana vorbei und weiter nach Portoroz flog. Die Stadt selbst ist eng mit dem im 13. Jahrhundert erbauten Minoriten Kloster St. Franziskus verbunden. Große Hotelkomplexe prägen den Ortskern. Es gibt einen Yacht-Hafen sowie Thermalbäder. Hier war nach 750 Kilometern am Abend die erste Übernachtung.

Nach der Landung am Flughafen in Dubrovnik war zunächst das Auftanken angesagt. Foto: Christian Schön

150 Kilometer lang nur die Adria unter sich

Am nächsten Tag ging es zum Zwischentanken auf dem internationalen Flughafen von Zadar/ Kroatien, von dort aus vorbei am Nationalpark "Kornaten" zur "Perle der Adria", die Stadt Dubrovnik, die die südliche Küste der Adria ziert. Nachdem die für den nächsten Tag gemeldeten Wetterbedingungen nicht ideal waren, wählte man die weitere Route über Foggia, gelegen in der Region "Apulien" nach Italien. Die Besonderheit dabei: 150 Kilometer hatten die Flieger nur die Adria unter sich, also keine Möglichkeit zwischen zu landen. Nach dem Volltanken in Foggia ging es wie geplant an den gewaltigen Gebirgszug "Apennin" vorbei, weiter zum stadtnahgelegenen Hauptstadtflugplatz "Rom/Urbe".

Einen Tag länger als geplant konnten die Teilnehmer Rom besichtigten und Sehenswürdigkeiten wie den Petersplatz, die Peterskirche, das Kolosseum und auch die Stadt selbst mit ihren Angeboten "unter die Lupe" nahm. Eigentlich hatte man dann den Weiterflug nach Nizza an der Cote d`Azur vorgesehen, sah aber anhand der Wetterkarte und der noch zurückzulegenden Strecke, dass es besser war von Rom in Richtung Valdera/Pisa und Verona weiter zu fliegen. Übernachtet wurde an diesem Abend dann in Verona. Hier waren die Flieger von der mittelalterlichen Altstadt begeistert. Sie ist bekannt als Schauplatz von Shakespeares "Romeo und Julia". Die Arena von Verona ist ein riesiges römisches Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert, in dem Konzerte und hochklassige Opernaufführungen stattfinden.

Ein "cooler Flug" 

Am Tag danach ging es dann Richtung Heimat. "Bei Superwetter hatten wir die herrliche Alpenlandschaft auf dem Weg nach Paterzell/Weilheim unter uns", schwärmt Christian Schön. Im Endeffekt sei es ein "cooler Flug" gewesen, wobei man viele Sehenswürdigkeiten entdeckte. So zeigt der Saaler Fluglehrer auf ein Bild, das in der Adria verschiedene kleine Inseln zeigt, erwähnt aber auch die gemeinsamen Abende mit den Fliegerkameraden. "Eine wolkenfreie Landschaft gab es an allen Tagen und da konnte der Blick weit schweifen. Es war einfach herrlich!"

Über 23 Stunden war das Quartett an den sechs Tagen in der Luft, wobei man eine Strecke von circa 3500 Kilometer zurücklegte und in Höhen bis zu 3000 Meter flog. Die Durchschnittsgeschwindigkeit pendelte sich bei etwa 150 Stundenkilometer ein. "Wir hatten an den Abenden Zeit, miteinander zu reden und auch vieles gemeinsam zu unternehmen."

Fluglehrer Christian Schön und sein Fliegerkollege Norbert Krämer fassten die sechs Tage mit den Worten zusammen: Wieder etwas Anderes sehen, aus dem Alltag rauskommen und gemeinsam etwas zu unternehmen. Frei sein wie ein Vogel und die Welt von oben sehen - das ist immer ein besonders Erlebnis.

Hoch über dem Nationalpark Kornaten, südlich von Zadar in Kroatien. Kleine Inseln und das Meer. Foto: Christian Schön

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