Aub

Friedenswallfahrt Aub: Totengedenken bleibt aktuell

Kranzniederlegung am Kriegerehrenmal in Aub durch Oberstabsbootsmann Hans Jürgen Küchle, stellvertretender Bezirksvorsitzender des Deutschen Reservistenverbandes und Günter Neundorf, Vorsitzender des Kreisverbandes Rhön-Grabfeld im Bayerischen Soldatenbund. Foto: Hanns Friedrich

"Die Friedenswallfahrt ist keine Sache der Vergangenheit, sondern hoch aktuell, denn sie ist ein Zeichen für Mahnung und Erziehung zum Frieden." Das sagte Pfarrer Florian Lehnert beim Totengedenken am Ehrenmal in Aub. Dort fand die Friedenswallfahrt des Kreisverbands des Bayerischen Soldatenbundes statt. Aus der Geschichte sollte man lernen und die Sehnsucht und Hoffnung auf ein geschwisterliches Miteinander im Vordergrund sehen, sagte der Geistliche. Bürgermeister und Schirmherr Thomas Helbling betonte in seiner Rede, dass der Friede keine Selbstverständlichkeit ist, sondern Weitblick und ständige Anstrengungen verlange, um ihn zu bewahren. Stellvertretender Landrat Josef Demar nannte diejenigen, die sich um die Kriegerdenkmale kümmern oder Friedenswallfahrten organisieren echte Friedensboten und sichtbares Zeichen einer intakten Dorfgemeinschaft.

18 Fahnenabordnungen

18 Fahnenabordnungen der Soldaten- und Reservistenkameradschaften aus dem Landkreis gaben dem Gottesdienst in der Ortskirche von Aub und der Kirchenparade ein besonderes Bild. Unter den Ehrengästen Oberstleutnant a.D. Gerd  Höhn, Bezirksvorsitzender Oliver Bauer vom Volksbund Deutscher Kriegsgräber, Oberstabsbootsmann Hans Jürgen Küchle, stellvertretender Bezirksvorsitzender des Deutschen Reservistenverbandes, Schirmherr und Bürgermeister Thomas Helbling sowie stellvertretender Landrat Josef Demar. Günter Neundorf, Vorsitzender des Kreisvorstands des Soldatenbundes hieß sie ebenso willkommen wie Harald Crestani, den Vorsitzenden der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Aub.

Die Böllerschützen von Saal sorgten für die besondere beeindruckende Umrahmung bei der Gedenkfeier am Kriegerehrenmal in Aub Foto: Hanns Friedrich

Pfarrer Florian Lehnert erwähnte eine Fahrt mit Ministranten nach Dresden, wo man auch die Frauenkirche besichtigte. Gefragt nach den schwarzen Steinen in der Fassade der Kirche sagte der Pfarrer dem Messdienern, dass dies Steine aus der im Zweiten Weltkrieg zerbombten Kirche sind. Zur Friedenswallfahrt erklärte der Geistliche, dass auch die Kriegerdenkmale an diese Zeit erinnern. Sie nannte der Geistliche eine Verpflichtung, denn auch heute beherrschten Kriege und Unheil die Welt. Damit sei solch eine Friedenswallfahrt hoch aktuell.

Lange Tradition

Bürgermeister Thomas Helbling zitierte den Dalai Lama, der einmal gesagt hatte "Die Erhaltung des Friedens beginnt damit, dass der einzelne Mensch friedliebend und zufrieden ist." Kriege und ihre Folgen würden lange nach wirken, vor allem das Erlebte sei nicht so einfach zu verdrängen. Friede, Freiheit und die Wahrung der Menschenrechte nannte der Bürgermeister Güter, die es immer wieder neu zu bewahren gelte. Er erinnerte daran, dass deutsche Soldaten heute zur Krisenbewältigung in den verschiedensten Regionen der Welt im Einsatz sind. Deshalb sei eine Friedenswallfahrt wichtig und sinnvoll. Thomas Helbling erinnerte an seine Fahrt nach Nordfrankreich, wo in Centenaire der Waffenstillstand vor 100 Jahren verkündet wurde. 

Bieranstich beim 50. Waldfest in Aub durch Bürgermeister und Schirmherr Thomas Helbling und stellvertretendem Landrat Josef Demar. Mit auf dem Bild Harald Crestani, Vorsitzender der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Aub und Michael Raab. Foto: Hanns Friedrich

Den Dank des Landkreises für die Ausrichtung der Friedenswallfahrt, überbrachte stellvertretender Landrat Josef Demar. Die Friedenswallfahrt habe eine lange Tradition. Sie erinnere an den sinnlosen Tod Millionen von Menschen,  sei aber auch Mahnung und sollte Aufrütteln zu einem friedvollen Miteinander. Der stellvertretende Landrat erinnerte an das Streben nach Macht und Militarismus. Dies mache die Verantwortlichen oftmals blind für Lösungen mit friedlichen Mitteln. Die Friedenswallfahrt nannte stellvertretender Landrat Josef Demar ein sichtbares Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts einer gelebten Gemeinschaft.

Harald Crestani, Vorsitzender der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Aub, dankte allen Gästen für ihr Kommen  Mit der Kranzniederlegung, dem Lied vom "guten Kameraden" dem die Böllerschützen aus Saal eine besondere Note gaben, der Bayernhymne und dem Deutschlandlied endete die Gedenkstunde am Kriegehrenmal in Aub. Im festlichen Zug ging es dann zum Waldfest, wo Bürgermeister Thomas Helbling gemeinsam mit stellvertretendem Landrat Josef Demar den Bieranstich vornahm. Zahlreiche Gäste waren am Samstag und Sonntag gekommen, um mit den Aubern das 50. Waldfest zu feiern.

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