GERSFELD

Frischekur für den Wildpark

Mehr Platz für die Tiere: In der Stadt Gersfeld macht man sich gerade Überlegungen zur Neukonzeption des Wildparks. Dazu könnte auch eine Vergrößerung gehören.
Mehr Platz für die Tiere: In der Stadt Gersfeld macht man sich gerade Überlegungen zur Neukonzeption des Wildparks. Dazu könnte auch eine Vergrößerung gehören. Foto: Anand Anders

Seit den 1970er-Jahren ist der Wildpark von Gersfeld ein Anlaufpunkt für Rhönbesucher. Doch nicht nur Eingangsgebäude und sanitäre Anlagen sind in die Jahre gekommen, sondern auch die Teiche. Laut Bürgermeister Steffen Korell werde das Konzept für den Wildpark überarbeitet. Es könne auch eine Erweiterung anstehen.

Tätig werden müsse die Stadt aber zunächst aus ganz anderen Gründen. Zwei Teiche gehören zum Wildpark. Die wasserrechtliche Erlaubnis sei abgelaufen. Die Untersuchungen der beiden Teiche und ihrer Deiche haben ergeben, dass diese nicht mehr den geltenden Vorschriften entsprechen. „Beispielsweise geht man heute von heftigeren Unwetterereignissen und damit von einer größeren Menge Wasser aus, die zurückgehalten werden muss“, so Korell.

Entsprechend der Begutachtung seien die Böschungen der Deiche zu steil, müssten also abgeflacht und mit einer neuen Lehmschicht sowie einer Filterschicht abgedichtet werden. Außerdem habe sich über die Jahre viel Schlamm in den Teichen gesammelt, der entfernt werden müsse. „Die Stadt Gersfeld wird in den nächsten Monaten sehr viel Geld für die Wildparkteiche ausgeben müssen. Wahrscheinlich einen hohen sechsstelligen Betrag“, fasste Korell zusammen.

Aufgrund der hohen Kosten sei über alternative Lösungen nachgedacht worden. So sei auch über eine Verringerung des Wasservolumens oder eine gänzliche Aufgabe der Teiche gesprochen worden. Doch auch dies werde massive Kosten verursachen, da die Stecheller, der durch den Wildpark fließende Bach, neu gebettet werden müsse. „Alles sehr kompliziert und teuer. Da wir also ohnehin sehr viel Geld ausgeben müssen, habe ich angeregt den Wildpark aus diesem Anlass als Ganzes gegebenenfalls neu zu konzipieren“, so Korell.

Er habe unter anderem Kontakt zum Landkreis Fulda aufgenommen, gemeinsam werde über eine mögliche Neuausrichtung des Parks nachgedacht. „Ziel könnte es sein, den Park mit weiteren Attraktionen zu einem echten Ganztagsangebot, vor allem für Familien mit Kindern, auszubauen. Auch Natur- und Umweltbildungsangebote, etwa organisiert durch die Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates, könnten ausgebaut werden beziehungsweise neu entstehen. „Dass neue Flächen dazukommen werden, ist nicht ausgeschlossen, aber dies sei absolut offen.“ Auch gebe es keinen Zeitplan für das Vorhaben. „Ein solches Projekt kann aber nur gelingen, wenn es gefördert werde“, sagte Korell. Der Stadt fehle es am Geld, um in diesen Größenordnungen tätig werden zu können. Der Wildpark sei aber auch dem Landkreis Fulda sehr wichtig und für eine Förderung durch LEADER vorgesehen. „Wir sind mit unseren Überlegungen noch ganz am Anfang. Aber ich meine, dass solch ein Ganztagsangebot in unserem ohnehin sehr schönen Wildpark Gersfeld und der ganzen Region sehr gut tun würde.“

Dass dabei auch an bauliche Veränderungen gedacht werde, liege auf der Hand. Korell sprach von einer möglichen Neukonzeption des Eingangsbereichs. „Da gibt es einiges zu verbessern.“ Ob auch neue Tierarten, wie Luchs und Wolf im Tierpark heimisch werden könnten, ließ Korell offen. „Solche Tiere haben noch einmal ganz andere Ansprüche, was Fütterung und Areal angeht.“

Eine denkbare Erweiterung des Wildparks sei nur in Richtung Gersfeld möglich. „Wir müssen das alles miteinander koordinieren. Das wird Zeit brauchen. Ziel ist es bis Herbst dieses Jahres zunächst eine Marschrichtung zu haben, um die wasserrechtliche Erlaubnis zu verlängern.“

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