BAD KÖNIGSHOFEN

Für Kilian Ort gibt's das Kartoffelpüree schön aufgeschlagen

Hungrig auf den Ball? Das Leibgericht gibt's jedenfalls sicher nicht vor dem Spiel: Kilian Ort, hier an der Tischtennisplatte, mag es gerne deftig – und am liebsten das Kartoffelpüree aus Mutters Küche. Foto: Rudi Dümpert

Im Südwesten Unterfrankens wissen sogar Sportbegeisterte und Ballfreunde oft nicht, dass der Nordosten in der Bundesliga spielt: das Tischtennis-Team vom TSV Bad Königshofen nämlich. Andere – die Kenner und Experten des kleinen Balles – verbinden den Ortsnamen inzwischen sofort mit dem Namen Ort. Denn der Königshofener Kilian Ort ist deutscher Vizemeister an der Tischtennisplatte.

Seit vier Jahren lebt der 22-Jährige hauptsächlich am Niederrhein, denn er trainiert im Deutschen Tischtenniszentrum in Düsseldorf. Das sei „wahrscheinlich das beste in Europa“, meint der Rhön-Grabfelder. Er ist übrigens einer der wenigen Spitzensportler (208. auf der Weltrangliste), der von einem Fan persönlich zu Matches chauffiert wird: Im benachbarten Köln wohnt ein Exil-Königshöfer, der zu fast allen Spielen seiner Mannschaft im Norden reist. Und oft fährt er Kilian Ort zu dessen Einsätzen.

Wenn der Spitzensportler seinerseits zu Heimspielen nach Bad Königshofen kommt, dann muss er leider auf sein Lieblingsessen verzichten: Das sei viel zu schwer, „vor einem Wettkampf ist eher Pasta angesagt“. Aber an einem freien Wochenende lässt Kilian Ort sich von seiner Mutter gern Kartoffelpüree mit Sauerkraut und Bratwürsten auftischen. Die hat er als Königshofener Schüler regelmäßig verputzt: „Als Kind hab ich dabei nur das Sauerkraut nicht gemocht.“ Doch das hat sich geändert.

Das wird gebraucht:

1 kg Kartoffeln

0,250 bis 0,375 l Milch

Butter

Salz

Semmelbrösel oder 1 Zwiebel

1 Dose Sauerkraut

100 g roher Schinken

0,2 l Suppenbrühe

Bratwürste

So wird's gemacht:

„Sehr locker und schaumig“ wird er gemacht, verrät Mutter Ort über ihren Kartoffelbrei. Quasi: gut aufgeschlagen. Das Erstaunliche am Rezept ist, dass die Köchin festkochende Kartoffeln als Ausgangsmaterial nimmt, und dass die Milch, die sie ihnen unterhebt, kochen soll. Beides kann eher zu sämigen Resultaten führen, im Vergleich zur Zubereitung aus mehligkochenden Kartoffeln mit lediglich warmer Milch.

Aber der Reihe nach: Die Kartoffeln werden als Pell- beziehungsweise Schälkartoffeln gedämpft oder als geviertelte Salzkartoffeln in Salzwasser zubereitet. Anschließend werden sie im Hause Ort zweimal püriert: erst durch die Presse gedrückt und dann mit Milch, einem guten Stich Butter und Salz und mit einem Elektroquirl schaumig geschlagen.

Das Ort-Rezept enthält recht viel Milch, das Püree ist aber nicht zu flüssig, weil die feste Kartoffelsubstanz dem Ganzen Halt gibt. Nach dem Abschmecken verfeinert man es wahlweise mit Semmelbröseln oder Zwiebelringen – beides in Butter geröstet, Erstere nur leicht.

Für das Sauerkraut den Schinken würfeln und leicht andünsten, das Kraut und die Suppenbrühe unterrühren und nach 20 Minuten, wenn das Kraut gar ist, abschmecken. Am liebsten sind dem Tischtennisstar dazu mittelgrobe Bratwürste.

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