OSTHEIM

Für eine gemeinsame Wärme

(ewie) Landwirte planen den Bau einer Biogasanlage zur Erzeugung von Strom und Wärme nördlich von Ostheim im Bereich der „Sulz“. Die Stadt möchte mit Rhöngas beziehungsweise der Rhön-Grabfeld-Wärme GmbH eine Wärmegemeinschaft bilden und ein Wärmetransportnetz aufbauen, um einen Teilbereich Ostheims zu versorgen. Bei einem Infoabend wurde das Konzept vorgestellt.

Nachdem die Stadt im vergangenen Jahr den Bau einer Bürgersolaranlage angestoßen hatte, sollen weitere alternative Energiequellen erschlossen werden, um neben Energiekosten auch den Co2-Ausstoß zu vermindern, führte Bürgermeister Ulrich Waldsachs aus. Deshalb hat die Stadt auch ein großes Interesse Wärme von dem geplanten Biomasseheizwerk für ihre Einrichtungen zu beziehen. Neben dem Schulzentrum mit Turnhalle und Schwimmbad könnten auch benachbarte Gewerbeobjekte und einige Haushalte angeschlossen werden.

Michael Gottwald, Leiter des Bereichs Wärme und erneuerbare Energien bei der Rhöngas GmbH, und Projektleiter Kurt Hemmert stellten das Konzept vor. Die Rhöngas zu zwei Drittel und die Stadt Ostheim zu einem Drittel wären alleinige Gesellschafter der zu gründenden Biomasse-Wärmeversorgungsgesellschaft. Den Betrieb mit einem 24-Stunden-Bereitschaftsdienst und die Verwaltung des Wärmeversorgungsnetzes würde Rhöngas übernehmen. Die Investitionskosten in Höhe von rund einer Million Euro für die rund 1,8 Kilometer lange Versorgungsleitung sowie eines Spitzenlastkessels mit einer Größenordnung von rund zwei Megawatt sollen zu 30 Prozent mit Eigenkapital gedeckt werden, der Restkapitalbedarf könnte laut Gottwald über zinsgünstige Kredite der KfW-Bank finanziert werden.

Alternative Energiequellen

Der Wärmebedarf, der derzeit mit rund 2,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr bemessen ist, soll über 70 Prozent mit Biogas und 30 Prozent mit Heizöl oder Holz abgedeckt werden. Wie Gottwald und Hemmert anhand eines Vollkostenvergleichs ausführten, bietet sich dem Verbraucher eine kostengünstige Versorgung, die auch künftig Preisstabilität gewährleisten und deutlich unter den Heizölkosten liegen soll.

Am Beispiel einer 18 kW-Einzelheizung mit 20 000 kWh errechneten sie für den Betrieb mit Heizöl beim aktuellen Preis von 60 Cent/Liter einen Gesamtwärmepreis (berücksichtigt werden dabei Jahresnutzungsgrad, Wartung, Kaminkehrer, Kapitaldienst, Anlagentechnik) von 12,30 Cent/kWh, Tendenz steigend, während die Rhöngas einen Wärmeverkauf von aktuell 9,5 Cent/kWh bieten könnte.

Aus Gründen der Planungssicherheit ist es für die Rhöngas wichtig, baldmöglichst zu wissen, wie viele Verbraucher sich an das Wärmenetz anschließen möchten, so kann der anvisierte Versorgungsbereich eventuell auch noch ausgeweitet werden, aus Kapazitätsgründen allerdings nur im Norden der Stadt maximal bis zur südlichen Grenze Paulinenstraße/Marktstraße.

Für ein Einfamilienhaus liegen die Anschlusskosten laut Gottwald aktuell bei 4000 bis 5000 Euro, bei größeren Verbrauchern entsprechend höher. Auch Gewerbetreibende und Haushalte, die erst in den nächsten Jahren anschließen möchten, sollten dies der Rhöngas mitteilen, damit die Versorgungsleitungen vorsorglich auf höhere Abnehmerzahlen ausgelegt werden können. Sind die Erd- und Verlegungsarbeiten erst einmal getätigt, ist ein Anschluss unter Umständen nicht mehr möglich oder zumindest wesentlich teuerer.

Bürgermeister Waldsachs möchte künftig vermehrt auf regenerative Energien setzen. Dem Stadtchef schwebt vor, dass man das Netz langfristig auf den gesamten Stadtbereich erweitert, indem man noch andere Versorgungsmöglichkeiten, wie etwa Hackschnitzelanlagen, einbezieht.

Ansprechpartner bei der Rhöngas bezüglich der aktuellen Planungen sind Michael Gottwald, Tel. (09771) 62240225 und Kurt Hemmert, Tel.(09771) 62240226.

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