WALTERSHAUSEN

Funkmast mitten im Dorf?

Umstritten ist der geplante Standort eines Sendemasts auf dem Feuerwehrhaus von Waltershausen. Während der Bürgerversammlung wurde eine Unterschriftenliste übergeben, die sich gegen das Vorhaben richtet.
Umstritten ist der geplante Standort eines Sendemasts auf dem Feuerwehrhaus von Waltershausen. Während der Bürgerversammlung wurde eine Unterschriftenliste übergeben, die sich gegen das Vorhaben richtet. Foto: Eckhard Heise

Waltershausen gehört zu den Dörfern, die noch einen weißen Fleck auf der Mobilfunkkarte bilden. Dem will die Telekom nun abhelfen – jedoch auf eine umstrittene Art und Weise, weil das Unternehmen einen Sender mitten im Dorf auf dem Feuerwehrgerätehaus platzieren will. Das passt vielen Einwohnern nicht. Und so fasste Martin Müller bei der Bürgerversammlung die Bedenken zusammen und überreichte dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste, in die sich deutlich über 100 Bürger eingetragen haben.

Überblick über die Finanzen

Bevor Müller zu Worte kam, berichtete Bürgermeister Norbert Bauer über die Aktivitäten der Grabfeldallianz. Ferner informierte er über den aktuellen Stand zur Saaler Ortsumgehung, die sich nach wie vor in einer Vorplanungsphase befindet.

Ausführlich widmete sich der Rathauschef dem Gemeindehaushalt, der sich in erster Linie aus Einkommen-, Gewerbesteuer und Schlüsselzuweisungen finanziert. Zusammen liegen die wichtigsten Einkünfte der Gemeinde bei 1,5 Millionen Euro und versetzen Saal nach Worten Bauers in eine recht komfortable finanzielle Lage. Unterm Strich bleibt ein Überschuss mit einer Zuführung von 400 000 Euro, die für neue Investitionen eingesetzt werden können.

Pro-Kopf-Verschuldung bei 682 Euro

Im Vorjahr wurden insgesamt 1,2 Millionen investiert, von denen das Kirchenumfeld schon zwei Drittel verschlang. Allerdings gab es für das Projekt auch eine Förderung von 600 000 Euro. Das Geld, das zur Verfügung stand, wurde nicht in vollem Umfang benötigt, sodass eine Viertel Millionen Euro den Rücklagen zugeführt wurden. Das Plus auf dem Konto ist inzwischen höher als die Schulden. Rein rechnerisch beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung 682 Euro, was über dem Landesdurchschnitt liegt.

In seinem Ausblick verwies Bauer auf die geplante Ausweisung von Bauland in Saal, den Breitbandausbau und die Platzgestaltung in der Martin-Luther-Straße in Waltershausen, die Erneuerung der Raiffeisenstraße und den Bau einer Querungshilfe am östlichen Ortsausgang von Saal.

Nachteile für die Gesundheit?

Martin Müller erläuterte ausführliche die Bedenken gegen die Aufstellung eines Mobilfunksenders im Dorf. Seine Einsprüche begründete er ausschließlich mit gesundheitlichen Nachteilen, wie sie seinen Worten nach in Langzeitbeobachtungen dokumentiert wurden und sich etwa in Form einer deutlichen Steigerungsrate bei Krebsfällen äußerten. Anstelle eines Standorts in der Dorfmitte schlug er einen Mast in der Flur vor, eventuell zwischen Saal und Waltershausen, damit beide Ortschaften versorgt werden. Allerdings gab es unter den Teilnehmern auch Stimmen, in denen der Vorteil eines weiter entfernten Mastes bezweifelt wurde, weil die Sendeleistung und damit die Strahlung höher seien.

Bevor die Diskussion in eine Grundsatzdebatte mündete, erinnerte Bauer an die seit Jahren andauernden Bemühungen, Mobilfunk nach Waltershausen zu holen. Die Telekom hat nun tatsächlich reagiert, sich aber nicht entschließen können, einen Standort am Dorfrand zu berücksichtigen, wie es Bauer vorgeschlagen hatte. Er wolle dem Mobilfunkanbieter jedoch die Bedenken weiterleiten und einen Mitarbeiter zu einer Gemeinderatssitzung einladen, der das Vorhaben erläutert.

Neues Bauland

Harald Schlögel wunderte sich über das mangelnde Interesse an den fertig erschlossenen Bauplätzen des Dorfes. Während in Waltershausen keine Nachfrage vorhanden sei, soll in Saal wieder neues Bauland ausgewiesen werden, wunderte sich Schlögel. Er könne nur mutmaßen, wie Bauer beteuerte, aber vielleicht hänge es mit dem schlechten Internet und mangelndem Mobilfunk zusammen.

Zu guter Letzt stellten Peter Heinlein und Herbert Pecat die neue Chronik von Waltershausen vor, die demnächst online aufgerufen werden kann. Pecat bat dabei noch um historische Fotos, die auf der Seite berücksichtigt werden können.

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