Aub

Gästehaus: Die Auber spucken wieder mal in die Hände

Die Ortsvereine steuern Geld und Arbeitskraft für die jetzt beginnende Sanierung durch den Bauhof bei. Zudem sucht die Stadt sucht Pflegepaten für Streuobst-Bäume.
Bürgerversammlung im Gästehaus im Stadtteil Aub: Die dringend notwendige Sanierung des Gebäudes beginnt dieser Tage. Foto: Michael Petzold

Gut 30 Personen nahmen an der Bürgerversammlung im Gästehaus teil. Das Gebäude, in dem auch die Feuerwehr ihren Platz hat, war noch kurz vor der  Eingemeindung 1978 erstellt worden und erinnert heute an die Zeiten, in  denen Aub  zahlreiche Gäste aus dem Ruhrgebiet beherbergte, die hier ihre Ferien verbrachten. Aber das ist schon lange her.

Renoviert wurde das Gebäude seither nicht und so war denn die Bürgerversammlung die letzte Veranstaltung, bevor die Sanierung jetzt losgehen soll. Wie Bürgermeister Thomas Helbling vortrug, sollen die Dämmung und Verkleidung der Dachschräge im Gemeindesaal saniert, die Küche erneuert und der Schlauchturm zum Stuhllager umgebaut werden. Und schließlich wird auch noch die WC-Anlage neu gestaltet.

Allerdings nur deshalb, weil  die Vereine des aktuell 243 Einwohner zählenden Ortes sich finanziell daran beteiligen. Was Oliver Seufert nicht so toll findet, zumal die arg in die Jahre gekommenen  Toiletten eigentlich ganz oben auf dem Auftragszettel standen. "In der Stadt werden Millionen ausgegeben", sagte er im Hinblick auf die laufenden Baumaßnahmen, "und wir dürfen froh sein, dass die alten Klos rauskommen."

Die Toiletten-Sanierung stand ganz oben auf der Liste 

Warum lege die Stadt nicht noch mal 10 000 Euro drauf und lasse die Vereine finanziell außen vor? Da könne man sich schon ein wenig ausgenutzt vorkommen, so Seufert weiter. Denn, auch wenn die Arbeiten unter der Regie des städtischen Bauhofs über die Bühne gehen, auf die tätige Mithilfe der Vereine kann die Stadt auch dieses Mal setzen. Wie schon so oft in der Vergangenheit, als die Auber, etwa bei der Erhaltung der alten Schmiede im Dorf, großes Engagement an den Tag gelegt hatten.

"Wir können stolz auf die Vereine sein, dass sie so spontan zugesagt haben, die Differenz aufzubringen", stellte Ottmar Düring fest. Das sei bestimmt nicht überall möglich, sagt er und wollte von Bürgermeister Helbling die Zusicherung, dass die Arbeiten auch tatsächlich von der Stadt durchgeführt werden. Helbling lobte mehrfach die Einsatzbereitschaft der Einwohner und versicherte, dass die  jetzt beginnende Sanierung erst der Anfang sei. Zu den 33 000 Euro kommen zunächst noch einmal 9000 Euro für das Material zur WC-Sanierung.

Dämmung des Daches soll Heizkosten sparen helfen

Weil Heizkosten eingespart werden sollen, habe man sich entschieden, zunächst  das Dach zu dämmen, erklärte Ortssprecher Florian Arrighy, der erst im Januar für den zurückgetretenen Matthias Fries als Nachrücker der Fraktion des Bürgerblocks als Stadtrat vereidigt worden war. Allzu lange wird seine kommunalpolitische Karriere nicht mehr dauern, denn zur nächsten Kommualwahl im März 2020 will er nicht mehr antreten, wie er bei der Bürgerversammlung erklärte.         

Die Stadt Bad Königshofen sucht Paten, die sich in Aub um städtische Obstbäume kümmern. Foto: Michael Petzold

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren die Streuobstfrüchte heiß begehrt und man musste sich bewerben, um zum Zuge zu kommen. Jetzt sucht die Stadt in Aub Menschen, die Patenschaften für städtische Obstbäume übernehmen wollen. Dazu gehören eine regelmäßige Pflege der Bäume mit Ausschneiden, aber auch die Ernte der reifen Früchte. Interessierte wenden sich an Nadine Feser, Tel.: (09761)  409-183. Um Mithilfe hat Helbling auch bei der Pflege von öffentlichen Pflanzflächen im Dorf gebeten. Im weiteren Verlauf erwähnte der Bürgermeister die Asphaltsanierungen im Bereich "Am Sportplatz" und "Lämmergarten".   

Finanzverwaltung wollte baufreies Grundstück

Den größten Teil seines gut eineinhalbstündigen Vortrags widmete Helbling aber den allgemeinen Informationen zum Geschehen in der Stadt. Dazu gehörte auch der Abriss des alten Krankenhauses. Noch immer würden sich Gerüchte halten, dass der Freistaat nicht erklärt habe, er wolle das Gebäude nicht mitnutzen. Helbling zitierte dazu aus drei Mails, aus denen hervorgeht, dass die Finanzverwaltung ein baufreies Grundstück haben wollte.       

Die Grundschule, der Neubau des medizinischen Versorgungszentrums, die neue Musikschule, der neue Therapieanbau an der Frankentherme sowie der geplante Neubau der Trink- und Wandelhalle - in Bad Königshofen herrscht ein Bauboom, wie noch nie. Bei allem scheinen die Finanzen Haushalt - auch wegen über sechs Millionen Euro an Stabilisierungshilfe - einen soliden Eindruck zu machen.  

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