BAD KÖNIGSHOFEN

Gedenken an die ärmsten Menschen

Zur Dankbarkeit aufgerufen: Beim Erntedankgottesdienst erinnerte die evangelische Pfarrerin Tina Mertten die Kinder und Erwachsene daran, dass in Afrika 16 Menschen von einer Stolle Brot leben müssen, während es dies in Deutschland im Überfluss gibt. Foto: Hanns Friedrich

In der ökumenischen Erntedankandacht am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche in Bad Königshofen haben Kinder in den Fürbitten an die Ärmsten der Armen gedacht. An diejenigen, die kaum etwas zu essen und zu trinken haben, diejenigen, die keine Schuhe haben oder in Pappkartons und Wellblechhütten leben. Die evangelische Pfarrerin Tina Mertten und Kaplan Stefan Betz von der katholischen Stadtpfarrei Maria Himmelfahrt hatten zur Andacht vor dem mit vielen Erntegaben geschmückten Altar der evangelischen Kirche eingeladen.

Viele Besucher erlebten eine beeindruckende Andacht, die ganz auf das Erntedankfest ausgerichtet war, aber auch die aktuelle Lage in der Welt mit einbezog. So die mehr als 100 toten Flüchtlinge vor Lampedusa. Zunächst aber sangen die Kirchenbesucher „Gott, das hast Du gut gemacht“ und erinnerten dabei an die Schöpfung, die in der Natur und überall zu entdecken ist. „Von der Mücke bis zum Elefanten“, wie Kaplan Stefan Betz sagte. Überall könne man entdecken, was Gott geschaffen hat. Diese Schönheit werde oftmals übersehen und gerade deshalb sollte man das Leben dankbar annehmen, das Gott geschenkt hat.

In der Ansprache an die Gläubigen in der evangelischen Kirche erzählte zunächst Tina Mertten eine Geschichte aus Indonesien. Darin wird von einem Vogel mit zwei Köpfen berichtet. Der obere Kopf kam an die Früchte der Bäume, der untere an die der Sträucher und der Erde. Als eine große Dürre ausbrach, hatte der untere Kopf kaum etwas zu essen. Er bat den oberen Kopf um Hilfe. Der aber sagte ihm, dass ja eh alles im Magen zusammen kommt. Nachdenklich wurden die Kinder, als die Pfarrerin meinte, dass der untere Kopf verdorbene Beeren essen könnte. Das könnte dazu führen, dass das Tier stirbt, wussten die Kinder. Teilen sei deshalb wichtig, betonte die Pfarrerin und Kaplan Stefan Betz brachte das Gleichnis von der wunderbaren Brotvermehrung. Mehr als 5000 Menschen wurden von fünf Broten und drei Fischen satt, die Jesus zuvor gesegnet hatte und die beim Austeilen für alle Menschen reichten.

Pfarrerin Tina Mertten sagte den Kindern dann, dass Flüchtlinge, die von Afrika nach Europa wollten, auf der Flucht ertrunken sind. Aus Afrika waren sie geflüchtet, weil sie dort keine Zukunft hatten. Da man nicht offiziell nach Europa einreisen durfte, geschah dies heimlich mit einem Boot. Weil aber auch diese Flucht in Italien verboten ist, und Fischer, die Flüchtlingen schon einmal geholfen hatten, bestraft wurden, halfen sie den Menschen diesmal nicht, die im Wasser um ihr Leben kämpften. Das führte dazu, dass bis jetzt 114 Menschen, Erwachsene und Kinder im Meer ertrunken sind. Das habe endlich die Politiker zum Einsehen gebracht, die erkannten, dass man hier etwas ändern müsse. Darüber werde nun beraten. Dann nahm die Pfarrerin ein rundes Brot vom Gabentisch am Altar und bat 16 Kinder und Erwachsene nach vorne. Sie wollte damit zeigen, dass Menschen in Afrika so wenig zu essen haben, dass sie ein Brot in 16 Teile zerschneiden müssen, damit Familien überleben.

Eine beeindruckende Darstellung für die Andachtsbesucher. Dazu gab es das Lied „Wenn jeder gibt, was er hat, werden alle satt“ und dann die Fürbitten der Kinder. Da zeigt ein Junge seine Brotbox für das Pausenbrot und meinte, dass Kinder in den armen Ländern kaum etwas zu essen haben. Oftmals werde in Deutschland aber Essen weggeworfen. Ein Buch erinnerte daran, dass in den armen Ländern die Schulen nicht von den Eltern bezahlt werden können. Ein Ziegelstein war Symbol für feste Häuser aus Stein, während in armen Ländern die Menschen in Blechhütten und Kartons leben. „Wir dagegen haben ein schönes zu Hause.“ Turnschuhe erinnerten daran, dass Menschen in Afrika zum Beispiel, sich das nicht leisten können. Eine beeindruckende Andacht, die mit dem gemeinsamen Segen endete.

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