Wollbach

Gejoggt, gejubelt und getanzt im Dauerregen

Start frei zum 3. Wollbacher Frauenlauf. Foto: Klaus-Dieter Hahn

Wolkenverhangener Himmel, Dauerregen – ein Wetter an einem Samstag  geradezu dafür gemacht, um ihn auf der Couch hinter dem warmen Ofen zu verbringen. Doch von wegen. "I`m walking in the rain" hieß die Devise. Und nicht nur das. Es wurde an diesem völlig verregneten Nachmittag auch gejoggt, gesungen, vor Freude gejubelt und getanzt. Bei der 3. Auflage des "Wollbacher Frauenlaufes" ließen sich Verantwortliche wie Teilnehmer von den schlechten Witterungsbedingungen jedenfalls die gute Laune nicht verderben.

Nur Gewinner

Überhaupt gab es an diesem Nachmittag eigentlich nur Gewinner. In erster Linie natürlich die 486 Läuferinnen und Läufer, die den inneren Schweinehund überwunden hatten, auf die Strecke gegangen waren und dafür beim Zieleinlauf jeden Menge Glückshormone freigesetzt bekamen. Dann die  Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), der am Ende einen Spendenscheck in Höhe von 6.500 Euro überreicht werden konnte. Und schließlich dann auch der gastgebende RSV Wollbach mit der Mit-Vorsitzenden Michaela Greier und dem Abteilungsleiter der RSV-Lauffamilie Andreas Stubenrauch, die mit ihrem Helferteam wiederum großartige Vorbereitungsarbeit geleistet hatten, so dass die Veranstaltung reibungslos über die Bühne gehen konnte.

Die jüngste Teilnehmerin , die erst zwei Wochen alte Larissa, war mit ihrem stolzen Papa Jochen beim 3. Wollbacher Fraue... Foto: Klaus-Dieter Hahn

Mit insgesamt 486 Läuferinnen und Läufer gingen heuer sogar noch mehr Laufbegeisterte als beim "Bilderbuchwetter" im vergangenen Jahr an den Start. "Bei Sonnenschein und trockenen Verhältnissen wären bestimmt noch 100 mehr gekommen", zeigte sich Organisatorin Michaela Greier  begeistert von dem Echo auf die Einladung. Unter die Damenwelt hatten sich auch einige Männer – teils mit Perücken und in Frauenkleidern  - gemischt, die  mit ihrer Teilnahme ebenfalls die Benefizaktion unterstützen wollten.

Selbst Landrat Thomas Habermann hatte es sich nicht nehmen lassen, wenn auch nicht als Läufer, so doch zumindest zum Startschuss zu kommen und seine Freude über diese tolle Veranstaltung und das besondere Engagement zum Ausdruck zu bringen. "Danke für diese wunderbare Aktion. Das Schöne daran ist: Es geht nicht ums Schnellsein, sondern einzig darum mitzumachen. Dabeisein ist hier wirklich alles", betonte das Kreisoberhaupt.

Weltmeisterliche Unterstützung

Die Blicke galten eingangs aber weniger dem Landrat als der Schirmherrin des Laufes. Mit Sabine Spitz hatte Michaela Greier eine leibhaftige Olympiasiegerin, mehrfach Welt-, Europa- und deutsche Meisterin gewinnen können. Die sympathische Schwarzwälderin hatte die lange Anreise gerne auf sich genommen. Als "bekennende Warm- und Schönwetterfahrerin" zollte sie allen Teilnehmern Respekt, bei diesem Wetter für den guten Zweck laufen.

Nach einigen Aufwärmübungen  ging es auf die Strecke, die über die Ausläufer der "Struth" zum ehemaligen US-Lager "Camp Lee" und von dort aus zum Rederkreuz und zurück zum Wollbacher Sportgelände führte. Obwohl Petrus die Himmelsschleusen nach wie vor geöffnet hatte, so manche Läuferin rasch triefend nass war und die schlammige Strecke für verdreckte Beine sorgte, blickte man unterwegs nur in strahlende Gesichter. Einigen machten unterwegs kurz Halt, um die Hüften im Rock'n Roll-Rhythmus oder den rockigen Tönen der Live-Band "TSHB" zu wiegen, die ihre fahrbare Bühne entlang der Laufstrecke aufgebaut hatte und kräftig mit Sängerin Caro Greier abrockte.

Am liebsten gleich noch einmal laufen

Die Freude an der Bewegung, am Draußensein in der Natur stand im Vordergrund, so wie bei Jutta, die unterwegs auch noch die Gelegenheit zu einem Plausch mit der Freundin nutzte. Wollbachs Altbürgermeister Alois Gensler, gemeinsam mit Frau Christa als Walker unterwegs, fühlte sich mit seinen 72 Jahren und damit wohl als ältester Teilnehmer pudelwohl und stellte am Ziel angekommen glücklich und stolz fest: "Super! Ich könnte die Strecke gleich noch einmal laufen ."

Einer der vielen Höhepunkte des 3. Wollbacher Frauenlaufs: Die Scheckübergabe durch Andreas Stubenrauch und Michaela Gre... Foto: Klaus-Dieter Hahn

Mit dem eigenständigen Laufen hätte dagegen die jüngste Teilnehmerin noch ihre Probleme gehabt. Doch Papa Jochen war gerne mit seiner erst zwei Wochen alten Tochter Larissa mit dem Kinderwagen dabei. Dass man mit dem Start gleich auch etwas Gutes für die MS-Kranken tut, war Motivation für alle an diesem Nachmittag. Eine Wohngruppe aus Bad Neustadt zeigte, dass auch sie trotz Behinderung  Freude am Laufen und der Bewegung hat.

Für ein Gespräch und ein Autogramm stand Sabine Spitz jederzeit zur Verfügung. Gerne erklärte sie beispielsweise einem kleinen Nachwuchsläufer, der sie nach ihren Siegen gefragt und ihre errungenen Medaillen vermisste, dass die viel zu wertvoll seien, um sie in aller Öffentlichkeit zu präsentieren. Michaela Greier freute sich über ihre große Helferschar, die engagiert bei der Organisation und der Durchführung der Veranstaltung mit anpackten. "Es ist einfach großartig, wie selbstverständlich die Bevölkerung sich mit dieser weit und breit einzigartigen Benefizaktion verbunden fühlt und mithilft.“

Auch Altbürgermeister Alois Gensler – mit 72 Jahren wohl der älteste Teilnehmer – machte der 3. Frauenlauf viel Spaß. Foto: Klaus-Dieter Hahn

Stolz überreichte sie zusammen mit Andreas Stubenrauch einen Spendenscheck über 6.500 Euro an Christiane Zink (DMSG München) und Jochen Radau von der Würzburger DMSG-Beratungsstelle, die ihn überglücklich entgegennahmen: "Es macht wahnsinnig viel Spaß hierher zu kommen. Wir versprechen, dass der Betrag in guten Händen ist", so Radau, der mit einem Infostand Wissenswertes über die DSMG bereit hielt.

Mit Herzblut und Leidenschaft

Viel Lob gab es aus seinem Mund für die mit viel Herzblut und Leidenschaft durchgeführte Veranstaltung. Auch Olympiasiegerin Sabine Spitz zeigte sich überwältigt. "Ich bin begeistert, wie in so einem relativ kleinen Ort wie Wollbach das Gemeinsame ganz, ganz groß geschrieben wird. Das ist leider in großen Städten nicht so ." Gemeinsam mit "Glücksfee" Max zog sie anschließend den Hauptgewinn der Tombola. Tanja Denner konnte ihr Glück kaum fassen. Sie wird nun ein Wellness-Wochenende in Bodenmais genießen dürfen.

Klatschnass, aber glücklich bei der Zielankunft. Foto: Klaus-Dieter Hahn
Tanja Denner (rechts) freute sich riesig über den Hauptgewinn bei der Tombola des Frauenlaufs. Mit ihr freuten sich (von... Foto: Klaus-Dieter Hahn

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