MELLRICHSTADT

Gemeinde erdet: Christian Staudes bewegende Primizfeier

Vor seinem Elternhaus in der Friedenstraße – direkt daneben wurde vor 54 Jahren der heutige Ruhestandspriester Bernhard Strohmenger abgeholt – wurde Primiziant Christian Staude mit seiner Familie, begleitet von den Diakonen Tobias Fehn und Christoph Hehn, der Friede zugesprochen. Gemeinsam ging es dann zur Stadtkirche St. Kilian.
Vor seinem Elternhaus in der Friedenstraße – direkt daneben wurde vor 54 Jahren der heutige Ruhestandspriester Bernhard Strohmenger abgeholt – wurde Primiziant Christian Staude mit seiner Familie, begleitet von den Diakonen Tobias Fehn und Christoph Hehn, der Friede zugesprochen. Gemeinsam ging es dann zur Stadtkirche St. Kilian. Foto: Brigitte Gbureck

Die Priesterweihe von Christian Staude am Pfingstsamstag in Würzburg, begleitet von vielen Gläubigen aus seiner Heimatgemeinde, war ein großes Ereignis. Am Pfingstmontag stand Mellrichstadt ganz im Zeichen der Primiz des Neupriesters Christian Staude – ein Fest, das viele Menschen in der Stadt bewegte.

An die 23 Priester, dazu Priesteramtskandidaten und Ministranten, zogen unter den Klängen der Stadtkapelle Mellrichstadt zur Wohnung des Primizianten, wo schon etliche Fahnenabordnungen und Zuschauer warteten, um ihn abzuholen. Pfarrer Thomas Menzel wünschte „Friede diesem Haus und allen, die darin wohnen“. Nach einer kurzen Lesung begrüßte der Primiziant die Wartenden und versprach, den Auftrag, an der Heiligung der Welt mitzuhelfen, ernst zu nehmen, gerade vor dem Hintergrund der Realität der Kirche in unseren Tagen.

Gewand gesegnet

Mit Musik setzte sich der Zug dann in Richtung Kirche in Bewegung, wo vor dem Gotteshaus von Pfarrer Menzel das Gewand gesegnet wurde, das sich Christian Staude anschließend überstreifte und in die Kirche einzog. „Es ist schwer, Worte zu finden, die annähernd das ausdrücken können, was ich empfinde“, begrüßte der 28-Jährige die Gläubigen in der voll besetzten Kirche. Es sei vor allem Dankbarkeit, dass der Herr seine Kirche nicht in der Gegenwart fallen lasse. Dankbar sei er auch, weil sich so viele Menschen mit ihm freuen und diese erste Heilige Messe mit ihm gemeinsam begehen. „Das zeigt, dass die Kirche lebt.“

In der Tat, die Stadtkirche St. Kilian war voll besetzt, die Sitzbänke reichten für die Menge an Gläubigen nicht aus. „Mein lieber Primiziant Christian“, begann Gastprediger Prof. Dr. Andreas Wollbold aus München seine Predigt. Heute eine Primiz zu halten, sei für eine Pfarrgemeinde vielleicht nicht wie ein Sechser im Lotto, aber ein Vierer käme statistisch gesehen schon hin. Es sei auch bekannt, dass das Glück dem Tüchtigen hilft. Eine Priesterberufung sei eben nicht ein reiner Glücksfall, dahinter stünden tüchtige Familien, tüchtige Gemeinden, tüchtige Freunde und vor allem die unermüdliche Hand Gottes selbst.

Die Kapitel der Berufung

Berufungen seien eigentlich fast immer ein Abenteuerroman. Da gebe es viele Hauptpersonen, in der Regel ein Kapitel, das überschrieben ist mit „die Familie“. So sei es auch hier, Christian habe erzählt, dass sie eine außerordentliche Familie in vielerlei Hinsicht hätten. Vier Geschwister (Vierer im Lotto!) seien auch ein Glücksfall, aus Überzeugung und Gläubigkeit vielfältig engagiert. Zehn Jahre habe er als Ministrant und Oberministrant gewirkt. Die Familie stehe aber auch in Krankheit und Leid zusammen. Zur richtigen Gemeinde: Trotz Ortswechsels im Studium im letzten Jahr habe Christian den Kontakt zur Heimatgemeinde nicht aufgegeben. „Das ist wichtig, denn Gemeinde erdet.“ Viele helfen, dass eine Berufung aus dem Herzen wächst. Auch die Heimatpfarrer hätten ihn geprägt, auch da, wo sich vielleicht unterschiedliche Auffassungen mit Respekt und Verbundenheit begegnet seien.

Zu den richtigen Freunden: Christian sei eine ausgeprägte Persönlichkeit, ein ausgezeichneter Denker. Aber er sei nicht verkopft. Beziehungen, Freundschaften, die Mitgliedschaft in einer katholischen Studentenverbindung seien wichtig. Gerade für zölibatäre Priester sei es wichtig, die Freundschaften zum Aufbau eines Freundschaftsnetzes zu gebrauchen und zu pflegen. An Gottes Segen ist alles gelegen, so viel sei zur unermüdlichen Hand Gottes gesagt. Selbst da, wo sein „Folge mir nach“ nicht verstummt, wo alle Enttäuschungen überwunden werden.

Start auf einem neuen Weg

Mit der Primiz würde der Anfang eines langen und fruchtbaren Wirkens als Priester gefeiert. Es verändert sein ganzes Leben. Das Priestertum heißt, sich ganz von Gott ergreifen zu lassen für das ganze Leben. Darum gehe es, ohne Rückfahrkarte. „Heute ist das Ziel eines langen Weges, aber gleichzeitig der Start zu einem noch viel längeren Weg“, sagte Wollbold. Die erste Station als Priester führt Christian Staude zurück in seine Praktikumspfarrei, in die Pfarreiengemeinschaft „Sankt Laurentius am Spessart, Marktheidenfeld“.

Das Eucharistische Hochgebet war ganz in lateinischer Sprache gehalten. Mit Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei aus der Missa Parochialis des Kirchenmusikers und Komponisten Wolfram Menschick gaben der Kirchenchor unter Leitung von Wolfgang Heuring und das Bläserensemble der Messe ein feierliches Gepräge, ebenso Dekanatskantor Matthias Braun und Kantor Markus Althanns.

Nach dem päpstlichen Segen erfolgte der feierliche Auszug, wo sich alle Priester, Priesteramtskandidaten und der Altardienst vor dem Portal zum Gruppenbild stellten. Nachdem Zeremoniar Johannes Winkeler letzte Anweisungen gegeben hatte, ging eine lange Prozession mit Marschmusik durch die Hauptstraße über die Sondheimer Straße zur Oskar-Herbig-Halle, wo das Primizmahl gefeiert wurde.

Vor der Kirche St. Kilian in Mellrichstadt stellten sich alle Priester und der Altardienst gemeinsam mit Christian Staude (in der Riege der Priester Fünfter von links) zum Gruppenbild auf.
Vor der Kirche St. Kilian in Mellrichstadt stellten sich alle Priester und der Altardienst gemeinsam mit Christian Staude (in der Riege der Priester Fünfter von links) zum Gruppenbild auf. Foto: Brigitte Gbureck
Neupriester Christian Staude hat sein Gewand angelegt, das Pfarrer Thomas Menzel zuvor gesegnet hatte.
Neupriester Christian Staude hat sein Gewand angelegt, das Pfarrer Thomas Menzel zuvor gesegnet hatte. Foto: Brigitte Gbureck

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